Jobsicherheit ist Studierenden wichtiger als 44.500 Euro Gehalt

heute 06:20 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Eine EY-Studie zeigt einen deutlichen Prioritätenwechsel bei Studierenden: Sicherheit gewinnt, während Gehaltserwartungen real sinken. Frauen und Männer bewerten die Kriterien unterschiedlich.

Studenten in einer Bibliothek (Archiv)
Studenten in einer Bibliothek (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Studierende bevorzugen sichere ArbeitsplätzeJobsicherheit ist für Studenten bei der Wahl ihres künftigen Arbeitsplatzes wichtiger als das Gehalt. 52 Prozent nennen einen krisenfesten Arbeitsplatz als entscheidenden Faktor beim Berufseinstieg.Sicherheit legt deutlich zuDer Anteil stieg gegenüber der vorherigen Befragung aus dem Jahr 2024 um zehn Prozentpunkte. Das Gehalt und mögliche Steigerungen folgen mit 43 Prozent auf Platz zwei, flexible Arbeitszeiten erreichen 41 Prozent.Frauen nennen Jobsicherheit häufigerBesonders ausgeprägt ist das Sicherheitsbedürfnis bei Frauen: 57 Prozent von ihnen nennen Jobsicherheit als wichtigen Faktor, bei Männern sind es 47 Prozent. Zudem bevorzugen 77 Prozent der Befragten ein Angestelltenverhältnis gegenüber der Selbstständigkeit.EY sieht schwierigeres Umfeld für Berufseinsteiger„Sicherheit steht beim Berufseinstieg ganz oben - und das ist keine Bequemlichkeit, sondern eine nachvollziehbare Reaktion auf die Umbrüche, die junge Leute gerade erleben“, sagte EY-Personalchef Jan-Rainer Hinz der Funke-Mediengruppe.Die Wirtschaft schwächle seit Jahren, Unternehmen hielten sich mit Neueinstellungen zurück, und es gebe spürbar weniger Einstiegsstellen.

Auch ein guter Abschluss sei heute keine Jobgarantie mehr.Gehaltserwartungen steigen nur nominalIm Schnitt rechnen junge Absolventen beim Berufseinstieg mit 44.500 Euro Jahresgehalt. Das sind nominal 1,8 Prozent mehr als 2024; 2016 lag die Erwartung bei 42.400 Euro.Inflationsbereinigt entspräche der heutige Wert laut Studie rund 56.000 Euro. „Also ist das erwartete Einstiegsgehalt real deutlich gesunken“, heißt es in der Untersuchung.Deutliche Unterschiede bei StudienfächernMänner erwarten zum Berufseinstieg durchschnittlich 47.500 Euro, Frauen 42.200 Euro. Die höchsten Gehaltserwartungen haben angehende Juristen mit knapp 50.000 Euro, die niedrigsten Kulturwissenschaftler mit etwas mehr als 30.000 Euro.Als attraktivste Branche nennen die Studierenden die IT mit 26 Prozent. Dahinter folgt der Öffentliche Dienst mit 17 Prozent, während Handel mit fünf sowie Transport und Logistik mit vier Prozent die Schlusslichter bilden.
Die Ergebnisse der EY-Studierendenstudie zeigen, dass sich die Prioritäten beim Berufseinstieg verschieben.

Jobsicherheit liegt erstmals deutlich vor dem Gehalt: 52 Prozent der Befragten nennen einen krisenfesten Arbeitsplatz als entscheidenden Faktor. Gegenüber 2024 entspricht das einem Anstieg um zehn Prozentpunkte.Der Wunsch nach Sicherheit fällt in eine Phase, in der der Einstieg in den Arbeitsmarkt für viele Absolventen schwieriger planbar ist. Schwächere Konjunktur, zurückhaltende Personalplanung und weniger Einstiegsstellen erhöhen die Bedeutung eines verlässlichen Arbeitsverhältnisses.

Das erklärt auch, warum 77 Prozent ein Angestelltenverhältnis der Selbstständigkeit vorziehen.Gehalt verliert real an GewichtNominal steigen die Gehaltserwartungen nur leicht. Die durchschnittlich erwarteten 44.500 Euro liegen zwar 1,8 Prozent über dem Wert von 2024, bleiben inflationsbereinigt jedoch hinter früheren Erwartungen zurück. Die Studie macht damit sichtbar, dass junge Menschen nicht nur höhere Einkommen, sondern vor allem eine belastbare Perspektive suchen.Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Studienfächern bleiben erheblich. Frauen erwarten im Durchschnitt weniger Einstiegsgehalt als Männer, während angehende Juristen die höchsten und Kulturwissenschaftler die niedrigsten Erwartungen haben.

Die IT bleibt mit 26 Prozent die attraktivste Branche, der öffentliche Dienst folgt mit 17 Prozent.Folgen für ArbeitgeberFür Unternehmen wird damit neben der Vergütung die Verlässlichkeit des Arbeitsplatzes zu einem wichtigen Faktor im Wettbewerb um Nachwuchs. Flexible Arbeitszeiten bleiben mit 41 Prozent ebenfalls relevant. Arbeitgeber, die Sicherheit, planbare Entwicklung und flexible Bedingungen verbinden, dürften die Erwartungen der Studierenden am ehesten treffen.

MT4 oder MT5 – was passt zu dir?
Vergleichen. Entscheiden. Traden.
Jetzt nachlesen.