IWF hebt Deutschland-Prognose für 2026 auf 1,3 Prozent an

heute 06:41 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Der Internationale Währungsfonds erwartet für Deutschland 2026 ein Plus von 1,3 Prozent und rechnet auch 2027 mit Wachstum. Global bleibt der Ausblick trotz Technologietriebfeder und Anpassungsfähigkeit risikobehaftet.

Internationaler Währungsfonds (Archiv)
Internationaler Währungsfonds (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

IWF-Prognosen für Deutschland und WeltwirtschaftDer IWF erwartet für Deutschland 2026 ein Wachstum von 1,3 Prozent.Für 2027 prognostiziert die Organisation ein Plus von 1,1 Prozent.Gegenüber Juli steigt die Prognose für 2026 um 0,6 und für 2027 um 0,1 Prozentpunkte.Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognose für Deutschland erneut angehoben.

Für 2026 erwartet die Organisation nun ein Wachstum von 1,3 Prozent, für 2027 von 1,1 Prozent.Aufwärtsrevision gegenüber JuliDie neuen Zahlen wurden am Dienstag beim Jahrestreffen des IWF in Bangkok vorgestellt. Gegenüber der Schätzung vom Juli wurde die Prognose für das laufende Jahr um 0,6 Prozentpunkte erhöht, für das Folgejahr um 0,1 Prozentpunkte.Nach Einschätzung des IWF hat sich die globale Wirtschaftstätigkeit erneut als widerstandsfähig erwiesen.

Der Aufschwung im Technologiesektor sowie Puffer und Anpassungen hätten dazu beigetragen, die Folgen geopolitisch bedingter Störungen abzumildern.Weltwirtschaft wächst langsamerFür die Weltwirtschaft erwartet der IWF 2026 ein Wachstum von 3,1 Prozent. 2027 soll sich das globale Wachstum auf 3,4 Prozent beschleunigen.Die weltweite Gesamtinflation soll 2026 deutlich auf 4,7 Prozent steigen und 2027 auf 4,1 Prozent zurückgehen.

Besonders schwierig sei der Ausblick für energieimportierende Volkswirtschaften außerhalb der technologischen Wertschöpfungskette.IWF warnt vor AbwärtsrisikenDie Anpassungsspielräume, die zur Widerstandsfähigkeit beigetragen hätten, seien nicht unbegrenzt. Der IWF sieht deshalb die wesentlichen Risiken für das Wachstum auf der Unterseite.Als mögliche Belastungen nennt die Organisation eine weitere Eskalation von Konflikten, eine Neubewertung der Erwartungen an künstliche Intelligenz, neue Handelskonflikte und fiskalische Verwundbarkeiten.KI kann Wachstum zusätzlich stützenAuf der positiven Seite könnten stärkere Investitionen in künstliche Intelligenz und daraus entstehende Produktivitätsgewinne das Wachstum erhöhen.

Auch eine anhaltende Entspannung geopolitischer und handelspolitischer Spannungen könnte den Ausblick verbessern.
Die angehobene Deutschland-Prognose markiert eine bessere kurzfristige Einschätzung des IWF, bleibt mit 1,3 Prozent für 2026 aber unter einem kräftigen Aufschwung.

Für 2027 erwartet die Organisation mit 1,1 Prozent wieder ein geringeres Tempo. Damit liegt der Schwerpunkt auf einer Erholung, deren Dynamik begrenzt bleibt.International stützt der Technologiesektor die Konjunktur. Besonders Investitionen in Infrastruktur für künstliche Intelligenz gelten beim IWF als Wachstumstreiber; zugleich können sie die Abhängigkeit von einer einzelnen Branche und die Folgen einer Neubewertung der Gewinnerwartungen erhöhen.Risiken für DeutschlandDeutschland ist als exportorientierte Volkswirtschaft besonders sensibel für Handelskonflikte, geopolitische Spannungen und eine schwächere Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten.

Hinzu kommen fiskalische Spielräume und die Frage, ob Produktivitätsgewinne durch KI tatsächlich breit in der Wirtschaft ankommen.Für Unternehmen und private Haushalte bedeutet die Prognose vor allem ein moderates Wachstumsszenario. Die Aufwärtsrevision verbessert den Ausblick, ersetzt aber keine Lösung struktureller Probleme wie schwacher Investitionen, hoher Energiekosten und der Anpassung industrieller Geschäftsmodelle.Globale EntwicklungDer globale Ausblick bleibt trotz der Widerstandsfähigkeit anfällig. Eine weitere Entspannung bei Konflikten und Handel könnte die Konjunktur zusätzlich stützen, während neue Störungen oder steigende Inflation den Spielraum für Wachstum und Wirtschaftspolitik einengen würden.

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