Inflation steigt im September auf 3,3 Prozent durch Energiepreise
heute 08:05 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Das Statistische Bundesamt bestätigt für September eine Teuerungsrate von 3,3 Prozent. Vor allem Kraftstoffe und Heizöl trieben die Preise nach oben, während die Kerninflation deutlich niedriger blieb.
via dts Nachrichtenagentur
Energiepreise treiben die September-TeuerungDestatis bestätigte für September 2026 eine Inflationsrate von 3,3 Prozent.Die Energiepreise lagen 14,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.Kraftstoffe verteuerten sich um 37,1 Prozent, leichtes Heizöl um 74,9 Prozent.Die zum 1. Oktober gesenkte Energiesteuer floss noch nicht in die Septemberdaten ein.Das Statistische Bundesamt hat die Inflationsrate für September 2026 mit 3,3 Prozent bestätigt. Damit erreichte die Teuerung den höchsten Wert des Jahres und lag deutlich über den 2,9 Prozent im August sowie den 2,8 Prozent im Juli.Rohölmarkt wirkt auf VerbraucherpreiseDestatis-Präsidentin Ruth Brand erklärte, der Anstieg sei erneut auf die Entwicklung der Energiepreise zurückzuführen.
Besonders Mineralölprodukte an Tankstellen und Heizöl verteuerten sich deutlich.Die Energiepreise insgesamt stiegen im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 14,9 Prozent. Nach Angaben des Statistikamts war dies der dritte Monat in Folge mit zunehmender Energieverteuerung und der höchste Anstieg seit Februar 2023.Kraftstoffe und Heizöl besonders teuerFür Kraftstoffe mussten Verbraucher 37,1 Prozent mehr bezahlen als ein Jahr zuvor. Leichtes Heizöl verteuerte sich sogar um 74,9 Prozent; im August hatten die entsprechenden Anstiege noch 27,7 beziehungsweise 49,6 Prozent betragen.Auch Brennholz, Holzpellets und andere feste Brennstoffe wurden mit einem Plus von 15,6 Prozent teurer. Strom, Erdgas ohne Betriebskosten und Fernwärme lagen dagegen weiterhin unter dem Vorjahresniveau.Nahrungsmittel steigen nur leichtDie Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich binnen Jahresfrist um 0,4 Prozent. Eier verteuerten sich um 15,2 Prozent, frisches Gemüse um 12,0 Prozent und Fisch, Fischwaren sowie Meeresfrüchte um 4,5 Prozent.Günstiger wurden unter anderem Speisefette und Speiseöle, frisches Obst sowie Molkereiprodukte. Butter kostete 29,5 Prozent weniger als im September 2025.Kerninflation bleibt unter GesamtteuerungOhne Energie lag die Inflationsrate bei 2,1 Prozent, ohne Heizöl und Kraftstoffe bei 1,8 Prozent. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie verharrte bei 2,4 Prozent.Waren verteuerten sich insgesamt um 3,8 Prozent, Dienstleistungen um 2,7 Prozent. Die Nettokaltmieten stiegen um 1,9 Prozent, während soziale Dienstleistungen, Fahrzeugreparaturen sowie Friseurleistungen stärker zulegten.Monatlicher Preisanstieg von 0,6 ProzentGegenüber August stieg der Verbraucherpreisindex um 0,6 Prozent. Energie wurde binnen Monatsfrist um 3,8 Prozent teurer, darunter leichtes Heizöl um 18,5 Prozent und Kraftstoffe um 6,9 Prozent.Die zum 1. Oktober in Kraft getretene erneute Senkung der Energiesteuer auf insbesondere Kraftstoffe konnte die Septemberergebnisse noch nicht beeinflussen.
Die bestätigte Inflationsrate markiert im September den höchsten Stand des Jahres.
Entscheidend für den Anstieg ist nicht eine breit gleichmäßige Verteuerung aller Konsumgüter, sondern vor allem der starke Schub bei Energie. Besonders Kraftstoffe und Heizöl erhöhen die monatlichen Ausgaben unmittelbar und treffen Haushalte mit hohem Mobilitäts- oder Wärmebedarf überproportional.Das Muster zeigt zugleich, dass der binnenwirtschaftliche Preisdruck geringer ausfällt als die Gesamtrate. Die Kerninflation liegt bei 2,4 Prozent, die Teuerung ohne Energie bei 2,1 Prozent. Dienstleistungen verteuern sich um 2,7 Prozent, während Nahrungsmittel insgesamt nur 0,4 Prozent über dem Vorjahresniveau liegen.
Damit konzentriert sich die aktuelle Belastung stärker auf volatile Energiekomponenten als auf eine allgemeine Beschleunigung der Preise.Energie bestimmt den AusblickFür Verbraucher ist besonders relevant, dass die im September geltenden Preise die zum 1. Oktober in Kraft getretene Senkung der Energiesteuer noch nicht berücksichtigen.
Diese Maßnahme kann die Kraftstoffpreise anschließend dämpfen, ihre Wirkung hängt jedoch von der Weitergabe an den Tankstellen ab. Gleichzeitig bleibt der Energiemarkt anfällig für geopolitische Risiken und Rohölpreisschwankungen.Die Entwicklung beeinflusst auch die Geldpolitik und die Kaufkraft. Bleibt der Energieimpuls vorübergehend, könnte sich die Gesamtinflation wieder dem niedrigeren Kerntrend annähern. Hält er an, steigen dagegen die laufenden Kosten für Verkehr und Heizung weiter, während Unternehmen höhere Transport- und Betriebskosten teilweise an Preise weitergeben könnten.