Industrielle KI: Klingbeil sieht Chance für Deutschland
heute 17:07 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sieht in industrieller Künstlicher Intelligenz einen wichtigen Wachstumstreiber für Deutschland. Beim Jahrestreffen der Initiative „Made for Germany“ verwies er auf Investitionen in Rechenzentren, starke Industriedaten und die wachsende Nachfrage internationaler Investoren.
via dts Nachrichtenagentur
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat die Chancen der industriellen Künstlichen Intelligenz für die deutsche Wirtschaft hervorgehoben.
Beim Jahrestreffen der Initiative „Made for Germany“ sagte er am Mittwoch, eine Umfrage der Deutschen Bank zeige ein wachsendes Interesse von Investoren an Europa und insbesondere an Deutschland.Investitionen in Rechenzentren und KIKlingbeil verwies auf Unternehmen wie die Telekom und die Schwarz-Gruppe, die in Deutschland Rechenzentren bauten und in Künstliche Intelligenz investierten.
Die industrielle KI treibe derzeit das Wachstum voran, sagte der Finanzminister.Als Beispiele nannte Klingbeil Start-ups, die Störungen in Produktionsabläufen großer Industrieunternehmen schnell erkennen und beheben könnten.
Das spare Kosten und steigere die Produktivität.Große Datenbestände in der IndustrieDeutschland verfüge mit Unternehmen wie Siemens, Bosch und Thyssenkrupp über starke Industrieunternehmen mit einer „unglaublichen Menge“ an Daten.
Deshalb sei industrielle KI eine „riesige Chance“ für Deutschland. Zugleich müsse das Land in diesen Bereichen schneller vorankommen.Deutschland habe gut ausgebildete Wissenschaftler. Es müsse deshalb ein attraktiver Standort für diese Fachkräfte werden und seine Position weiter stärken, sagte Klingbeil.Standortwettbewerb um Fachkräfte und KapitalDer SPD-Politiker erklärte zudem, viele Menschen in den USA beobachteten, in welchen Teilen der Welt sie sich möglicherweise niederlassen könnten, wenn sich die politische Lage dort weiter zuspitze. Das sei eine „riesige Chance für Deutschland“.Die Initiative „Made for Germany“ war vor einem Jahr mit dem Ziel angestoßen worden, zur Verbesserung des Investitionsklimas in Deutschland beizutragen.
Industrielle KI bezeichnet Anwendungen, die Produktions-, Wartungs- und Logistikprozesse mit Daten aus Maschinen und Anlagen verbessern. Für Deutschland ist dieser Bereich besonders relevant, weil viele Unternehmen über große industrielle Datenbestände und spezialisierte Ingenieurskompetenz verfügen.
Klingbeils Verweis auf Siemens, Bosch und Thyssenkrupp zielt damit auf einen Standortvorteil, der sich von verbraucherorientierten KI-Anwendungen unterscheidet.Die aktuelle Entwicklung in der Gründerszene unterstreicht das wirtschaftliche Potenzial. Von Januar bis September 2026 flossen nach Angaben des Deutschen Startup Monitors rund acht Milliarden Euro Wagniskapital in deutsche Start-ups; bei 53 Prozent der befragten Unternehmen steht KI im Zentrum des Produkts. Zugleich konzentriert sich das Kapital stärker auf größere Finanzierungsrunden, während es bei frühen Finanzierungen weniger breit verfügbar ist.Standort entscheidet über UmsetzungFür den Erfolg industrieller KI reicht technisches Know-how allein nicht aus. Rechenzentren, Strom, schnelle Genehmigungen, privates Wachstumskapital und gut ausgebildete Fachkräfte müssen gleichzeitig verfügbar sein. Der Bau neuer Rechenzentren durch Telekom und Schwarz-Gruppe stärkt die Infrastruktur, erhöht aber auch den Bedarf an Energie und Netzausbau.Für Unternehmen kann industrielle KI vor allem dann unmittelbar relevant werden, wenn sie Produktionsstörungen früher erkennt, Ausschuss verringert oder Wartung planbarer macht. Deutschlands Herausforderung besteht darin, Forschung und industrielle Anwendung schneller zu verbinden und erfolgreiche Start-ups im Land zu halten.
Dabei konkurriert der Standort nicht nur um Kapital, sondern auch um internationale Fachkräfte und Unternehmensgründungen.