Immobilienmarkt: Babyboomer entlasten Großstädte kaum

16.10.26 16:43 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Eine Studie von IW Consult erwartet durch den Rückzug älterer Eigentümer keine bundesweite Verkaufswelle. In ländlichen Regionen könnte das zusätzliche Angebot die Preise eher belasten, während die Nachfrage in Metropolen hoch bleibt.

Modernes Wohnhaus mit Balkonen (Archiv)
Modernes Wohnhaus mit Balkonen (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Babyboomer verändern den Immobilienmarkt regional unterschiedlichDer Rückzug der Babyboomer vom Immobilienmarkt wird den Wohnungsdruck in deutschen Großstädten laut einer Studie von IW Consult kaum verringern. In ländlichen und strukturschwachen Regionen kann das zusätzliche Angebot dagegen langfristig auf die Immobilienpreise drücken.Mehr Angebot trifft nicht überall auf KäuferDie Untersuchung wurde im Auftrag des Verbandes der Sparda-Banken erstellt. Sie vergleicht die Zahl älterer Eigentümerhaushalte ab 65 Jahren mit jüngeren Mieterhaushalten zwischen 30 und 44 Jahren, die als potenzielle Käufer gelten.Großstädte bleiben besonders angespanntIn vielen Regionen übersteigt die Zahl der älteren Eigentümerhaushalte rechnerisch die Zahl der jüngeren Mieterhaushalte. Daraus lässt sich laut Studie jedoch keine bundesweite Verkaufswelle mit stark sinkenden Preisen ableiten.Nachfrage und Angebot liegen oft auseinanderDie entscheidende Ursache liegt in der regionalen Verteilung.

Während viele ältere Eigentümer in Landkreisen leben, konzentriert sich die Nachfrage jüngerer Haushalte auf wirtschaftsstarke Großstädte.Auch das Umland kann die Nachfrage in den Metropolen vielfach nicht vollständig auffangen.

Florian Rentsch, Vorstand des Verbandes der Sparda-Banken, sagte: „Die Studie zeigt, dass sich der starke Druck auf den Wohnungsmarkt in den Ballungsgebieten nicht abschwächen wird.“
Die Studie ordnet den demografischen Wandel nicht als bundesweiten Auslöser eines Preissturzes ein, sondern als regional unterschiedlich wirkenden Faktor. Entscheidend ist, ob frei werdende Immobilien dort liegen, wo jüngere Haushalte tatsächlich kaufen oder mieten wollen.In ländlichen und strukturschwachen Regionen kann ein größeres Angebot auf eine schwächere Nachfrage treffen.

Dort könnten längere Vermarktungszeiten, Preiszugeständnisse oder ein wachsender Investitionsbedarf bei älteren Häusern den Markt stärker prägen.

Für Eigentümer ist deshalb nicht allein das Alter der Nachbarschaft relevant, sondern vor allem die wirtschaftliche Entwicklung des Standorts.Nachfrage bleibt in Metropolen konzentriertIn den großen Städten wirkt der Generationenwechsel dagegen nur begrenzt entlastend. Selbst wenn ältere Eigentümer ihre Häuser verkaufen, erreichen diese Immobilien nicht automatisch die Haushalte, die in angespannten Wohnungsmärkten suchen.

Pendlerentfernungen, Infrastruktur, Arbeitsplätze und Finanzierungskosten begrenzen die Ausweichbewegungen ins Umland.Für Wohnungssuchende bedeutet das: Mehr Verkäufe durch ältere Eigentümer werden den Druck in Ballungsräumen voraussichtlich nicht kurzfristig beseitigen.

Für Kommunen bleibt der Neubau in nachfragestarken Regionen ebenso relevant wie die Entwicklung attraktiver Ortskerne und Verkehrsverbindungen außerhalb der Metropolen.

Die Studie unterstreicht damit, dass der Immobilienmarkt stärker regional als bundesweit betrachtet werden muss.

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