Ifo: Wohnungsbau-Stimmung steigt im August auf minus 22,7 Punkte

heute 07:37 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Die Erwartungen im deutschen Wohnungsbau haben sich im August deutlich aufgehellt. Aufträge und Projektstornierungen zeigen aber weiter, dass die Lage im Markt fragil bleibt.

Betonklötze auf einer Baustelle (Archiv)
Betonklötze auf einer Baustelle (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Die Stimmung im deutschen Wohnungsbau hat sich im August deutlich verbessert. Das vom Münchener Ifo-Institut gemessene Geschäftsklima stieg von -29,0 auf -22,7 Punkte.Erwartungen steigen, Lage bleibt schwachAusschlaggebend war vor allem ein spürbarer Anstieg bei den Erwartungen der Unternehmen.

Die aktuelle Geschäftslage blieb dagegen unverändert und wird weiterhin als unbefriedigend bewertet.Nach Angaben aus den Umfragen sehen die Unternehmen zwar zunehmend Licht am Ende des Tunnels. Für eine nachhaltige Erholung reichen die Signale aus der laufenden Geschäftstätigkeit bislang aber noch nicht aus.Wenig Entspannung in den AuftragsbüchernDer Anteil der Unternehmen mit Auftragsmangel blieb mit 41,3 Prozent nahezu unverändert. Zugleich meldeten 13,4 Prozent der Betriebe abgesagte Projekte.Bei den Vorprodukten hat sich die Lage dagegen entspannt. Nur noch 2,9 Prozent der Unternehmen berichteten im August von Materialengpässen, nach 8,5 Prozent im Juli.Hoffnung auf neue ImpulseDie steigenden Baugenehmigungen nähren die Erwartung, dass sich die Auftragslage in den kommenden Monaten verbessert. Ob daraus eine breitere Erholung wird, hängt nun davon ab, wie schnell genehmigte Projekte tatsächlich in Aufträge umschlagen.Bis dahin bleibt die bessere Stimmung vor allem ein Vorschuss auf die Zukunft. Die Entwicklung zeigt damit eher eine vorsichtige Stabilisierung als eine bereits gesicherte Wende im Wohnungsbau.
Die Verbesserung im Wohnungsbau zeigt vor allem eine leichte Entlastung auf der Erwartungsseite, nicht aber bereits eine durchgreifende Trendwende. Entscheidend ist deshalb, ob aus höheren Baugenehmigungen tatsächlich neue Aufträge und anschließend mehr Baustarts entstehen.Für die Bauwirtschaft bleibt der Abstand zwischen Stimmung und Auftragslage groß. Ein hoher Anteil an Unternehmen mit Auftragsmangel und abgesagten Projekten spricht dafür, dass die Erholung bislang fragil ist und sich nur langsam in den Betrieben ankommen dürfte.Bedeutung für den MarktFür private Bauherren, Projektentwickler und Handwerksbetriebe ist das Signal ambivalent: Sinkende Materialengpässe erleichtern die Planung, ersetzen aber keine Nachfrage. Erst wenn genehmigte Vorhaben in Vertragsabschlüsse und konkrete Arbeiten übergehen, kann sich die Lage im Wohnungsbau spürbar festigen.AusblickDie nächsten Monate werden zeigen, ob die verbesserten Erwartungen zu einer breiteren Belebung führen oder ob der Aufschwung an Finanzierungskosten, Nachfrageunsicherheit und Projektverschiebungen hängen bleibt. Der aktuelle Befund passt eher zu einer vorsichtigen Stabilisierung als zu einem kräftigen Neubeginn.

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