Handwerkspräsident Dittrich fordert Senkung von Stromsteuer

heute 00:00 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks fordert angesichts geplanter Eingriffe beim Spritpreis umfassende Strukturreformen. Besonders bei Stromsteuer und Lohnzusatzkosten sieht Jörg Dittrich besseren Ansatz für eine nachhaltige Entlastung der Betriebe.

Haus des Deutschen Handwerks (Archiv)
Haus des Deutschen Handwerks (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Jörg Dittrich, warnt angesichts geplanter Maßnahmen gegen hohe Spritpreise davor, strukturelle Reformen zu vernachlässigen.

Die Regierung dürfe sich nach seiner Darstellung nicht um die Lösung grundlegender Probleme für Betriebe drücken.Warnung vor einseitigem Fokus auf SpritpreiseDittrich äußerte Verständnis dafür, dass die Politik kurzfristig beim Spritpreis ansetzt, wenn schnelles Handeln nötig ist. Wenn strukturelle Maßnahmen aber ausblieben, greife diese Entlastung aus seiner Sicht zu kurz. Steigende Kosten für Diesel und Benzin hätten unmittelbare Folgen für das Konsumverhalten der Menschen.Nach seinen Worten fahren die Verbraucher zwar weiterhin zur Tankstelle, gleichen die Mehrausgaben aber an anderer Stelle aus. So würden etwa Friseurtermine abgesagt, um das Haushaltsbudget zu entlasten.

Die Konsequenzen bekämen vor allem inländische Betriebe direkt zu spüren.Familienbetriebe treffen Belastungen unmittelbarDer Handwerkspräsident betonte, dass insbesondere Familienbetriebe nicht erst nach Monaten, sondern unmittelbar von solchen Verschiebungen betroffen seien.

Hinzu komme, dass viele Betriebe zahlreiche Fahrzeuge im Einsatz hätten und hohe Kilometerleistungen erbringen müssten.

Für sie wirke jeder Anstieg der Kraftstoffpreise doppelt: über die eigenen Kosten und über die dämpfende Wirkung auf die Nachfrage.Dittrich verweist darauf, dass diese Kombination aus höheren Betriebsausgaben und zurückhaltenden Kunden die wirtschaftliche Stabilität kleiner Unternehmen schnell gefährden könne. Eine reine Spritpreis-Entlastung könne diese strukturellen Belastungen nicht ausgleichen.Forderung nach Senkung von Stromsteuer und LohnzusatzkostenAls wirksamere Antwort auf die aktuelle Lage fordert der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks eine Senkung der Stromsteuer und der Lohnzusatzkosten.

Dies wäre seiner Einschätzung nach effektiver, als kurzfristig einen bestimmten Betrag zur Kompensation hoher Spritkosten auszuzahlen.Er stellt die Frage, welche Schritte erforderlich sind, damit Betriebe wieder resilient und wirtschaftlich tragfähig arbeiten können.

Eine umfassende Entlastung bei Energie und Arbeit könne aus seiner Sicht dazu beitragen, dass Handwerksunternehmen ihre Dienstleistungen verlässlich anbieten und Investitionen planen können.
Die Forderungen von Jörg Dittrich fügen sich ein in eine anhaltende Debatte über die Kostenbelastung kleiner und mittelständischer Betriebe in Deutschland. Handwerksbetriebe sind in besonderem Maß von Energiepreisen und Lohnnebenkosten betroffen, weil sie häufig viele Kilometer zu Kunden zurücklegen und zugleich personalintensiv arbeiten.Strukturelle Belastungen für das HandwerkSteigende Preise für Diesel und Benzin treffen das Handwerk direkt über den Fuhrpark und indirekt über die Kaufkraft der Kunden.

Wenn Haushalte einen größeren Teil ihres Budgets für Mobilität aufwenden müssen, sparen sie zuerst bei Dienstleistungen, die als verschiebbar gelten – dazu gehört häufig auch das Friseurbesuch oder andere handwerkliche Leistungen.

Für Familienbetriebe mit engen Margen kann schon ein kurzfristiger Nachfrageeinbruch schnell zur Existenzfrage werden.Steuern, Abgaben und WettbewerbsfähigkeitMit Blick auf die Stromsteuer und Lohnzusatzkosten kritisiert der Handwerksverband seit Längerem, dass die Gesamtbelastung aus Steuern, Abgaben und Bürokratie die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts schwächt. Eine Senkung der Stromsteuer könnte nicht nur energieintensive handwerkliche Produktion und Dienstleistungen entlasten, sondern auch die Betriebskosten für Werkstätten, Filialen und Lager reduzieren.

Die Reduzierung von Lohnzusatzkosten würde zudem die Beschäftigung im Handwerk erleichtern und könnte Anreize für Neueinstellungen schaffen.Kurzfristige Entlastung versus langfristige ReformDer Hinweis auf Maßnahmen gegen hohe Spritpreise verdeutlicht den Zielkonflikt zwischen unmittelbarer Entlastung der Verbraucher und Unternehmen und einer grundlegenden Reform der Rahmenbedingungen.

Aus Sicht des Handwerks reicht es nicht, nur an den Kraftstoffkosten anzusetzen, wenn die strukturellen Belastungen – etwa bei Energiekosten und Lohnnebenkosten – unverändert bleiben.

Entscheidend wird sein, ob die Politik neben akuten Hilfen ein konsistentes Konzept vorlegt, das Handwerksbetrieben wieder mehr Planungssicherheit und wirtschaftliche Tragfähigkeit verschafft.

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