Grüne verlangen mehr Mittel für Sprachförderung in Kitas

02.09.26 13:22 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Die Grünen verlangen angesichts geplanter verpflichtender Sprachtests für Vierjährige mehr Geld für die Sprachförderung in Kitas. Fraktionsvize Misbah Khan kritisiert, neue Pflichten würden ohne ausreichende Mittel für Personal und Förderung eingeführt.

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via dts Nachrichtenagentur

Die Grünen-Bundestagsfraktion fordert zusätzliche finanzielle Mittel für die Sprachförderung im Kita-Alter. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Misbah Khan warnt davor, verpflichtende Sprachtests für Vierjährige ohne ausreichende Ausstattung der Einrichtungen einzuführen.Khan: Sprachförderung Grundlage für BildungsgerechtigkeitAnlass der Kritik ist ein vom Bundeskabinett beschlossener Gesetzentwurf, der unter anderem Sprachtests für vierjährige Kinder vorsieht. Khan betonte in diesem Zusammenhang, eine wirksame Sprachförderung im Kita-Alter sei eine wichtige Grundlage für mehr Bildungsgerechtigkeit und müsse daher entsprechend finanziell abgesichert werden.Um die gewünschten Effekte zu erzielen, brauche die Sprachförderung nach ihren Worten ausreichende finanzielle Mittel. Sprachtests allein könnten die bestehenden Probleme nicht lösen, vielmehr seien genügend Fachkräfte und Ressourcen nötig, um Kinder mit Sprachdefiziten gezielt zu unterstützen.Kritik an Prioritäten der BundesbildungsministerinMit Blick auf Bundesbildungsministerin Karin Prien kritisierte Khan die geplante Einführung verpflichtender Sprachtests, ohne zugleich zusätzliche Mittel für die Förderung bereitzustellen.

Dies zeuge aus ihrer Sicht von einer falschen Prioritätensetzung.Sie verwies darauf, dass Union und SPD familienpolitische Leistungen nach und nach kürzten und damit nach ihrer Einschätzung die Belastungen für Eltern und Kinder erhöhten.

Vor diesem Hintergrund sei es aus Sicht der Grünen umso wichtiger, dass der Staat ausreichend in frühkindliche Sprachförderung investiere, statt lediglich neue Verpflichtungen für Familien und Einrichtungen zu schaffen.
Die Forderung der Grünen nach mehr Geld für Sprachförderung in Kitas fällt in eine Phase, in der frühkindliche Bildung seit Jahren als entscheidender Hebel für mehr Bildungsgerechtigkeit gilt. Sprachkompetenz im Vorschulalter beeinflusst maßgeblich, wie gut Kinder den Einstieg in die Schule und später in Ausbildung oder Studium bewältigen.

Besonders Kinder aus Familien mit geringem Einkommen oder mit nicht-deutscher Familiensprache sind auf gut ausgestattete Angebote der Sprachförderung angewiesen.Frühkindliche Bildung und FachkräftemangelViele Kitas in Deutschland stehen allerdings unter erheblichem Druck: Personalengpässe, steigende Anforderungen und teilweise fehlende Plätze erschweren die Umsetzung zusätzlicher Programme. Wenn verpflichtende Sprachtests eingeführt werden, ohne zugleich die Kapazitäten in den Einrichtungen zu stärken, erhöht das den Druck auf Fachkräfte und Träger. Die von Misbah Khan geforderte finanzielle Ausstattung zielt daher nicht nur auf zusätzliche Maßnahmen, sondern auch auf strukturelle Verbesserungen in Personal, Qualifizierung und Material.Politische Konfliktlinie um SprachtestsDer Konflikt zwischen Union, SPD und Grünen berührt grundlegende Fragen der Bildungs- und Familienpolitik: Soll der Schwerpunkt stärker auf Kontrolle und verpflichtenden Tests liegen oder auf Ausbau und Finanzierung unterstützender Angebote? Die Kritik an Bundesbildungsministerin Karin Prien richtet sich vor allem gegen den Eindruck, dass neue Pflichten für Familien und Einrichtungen eingeführt werden, ohne die dafür nötigen Ressourcen bereitzustellen.

Für Eltern könnte dies bedeuten, dass sie sich häufiger mit zusätzlichen Testterminen und Begutachtungen auseinandersetzen müssen, während Kitas noch mehr Dokumentations- und Förderaufgaben schultern.Folgen für Familien und BildungssystemFür Leserinnen und Leser ist vor allem relevant, ob der Staat ausreichend in frühe Förderung investiert, um Bildungswege gerechter zu gestalten und spätere Lernschwierigkeiten zu vermeiden.

Gelingt es nicht, Sprachdefizite vor der Einschulung systematisch zu erkennen und zu beheben, drohen sich bestehende Ungleichheiten zu verfestigen.

Die anstehende Gesetzgebung wird daher maßgeblich darüber entscheiden, ob verpflichtende Sprachtests vor allem zu zusätzlicher Bürokratie führen oder ob sie eingebettet in eine ausfinanzierte Sprachförderstruktur tatsächlich Chancen für Kinder verbessern.

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