Grüne: Brantner und Banaszak kandidieren erneut im Dezember

heute 13:00 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Franziska Brantner und Felix Banaszak wollen die Grünen auch in der kommenden Amtszeit gemeinsam führen. Ihre Wiederwahl steht beim Parteitag Anfang Dezember in Berlin an.

Felix Banaszak und Franziska Brantner (Archiv)
Felix Banaszak und Franziska Brantner (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Franziska Brantner und Felix Banaszak kandidieren erneut für den Bundesvorsitz der Grünen.

Das Führungsduo teilte seine Entscheidung in Nachrichten an die Parteibasis mit.Wiederwahl im DezemberBanaszak erklärte, er kandidiere erneut als Bundesvorsitzender, um die Partei gemeinsam mit ihren Mitgliedern für die nächste Bundestagswahl aufzustellen.

Brantner kündigte an, sich gemeinsam mit Banaszak erneut um den Co-Vorsitz zu bewerben.Über die Wiederwahl entscheidet die Bundesdelegiertenkonferenz, der Parteitag der Grünen, vom 4. bis 6. Dezember in Berlin.Banaszak sieht weiteren ReformbedarfBanaszak bescheinigte den Grünen eine neue Kampagnenfähigkeit und Dynamik. Zugleich sprach er sich für weitere Reformen und eine politische Erneuerung aus.Die Partei müsse das gesamte Bild betrachten und dürfe nicht nur jene Aspekte berücksichtigen, die zur eigenen Agenda passten.

Als weitere Aufgabe nannte Banaszak den Abbau des tiefen Vertrauensverlusts gegenüber dem politischen System, Parteien und ihren Vertretern, von dem auch die Grünen betroffen seien.Brantner fordert stärkeres AlltagsprofilBrantner erklärte, die Grünen müssten eine zentrale politische Kraft sein, die Orientierung gebe und eine Zukunftsvision entwickle. Sie nannte den Klimaschutz, mehr Teilhabe und die Begrenzung großer Vermögen als politische Schwerpunkte.Außerdem kündigte Brantner eine kritische Prüfung des Umgangs mit der AfD an. Empörung allein habe die AfD nicht verkleinert. Die Grünen müssten ihre Politik näher an den Problemen des Alltags ausrichten und auf einen erhobenen Zeigefinger verzichten.
Die erneute Kandidatur von Franziska Brantner und Felix Banaszak fällt in eine Phase, in der die Grünen ihre bundespolitische Position und ihr Profil für die nächste Bundestagswahl schärfen müssen.

Mit der gemeinsamen Bewerbung setzen die Parteichefs auf Kontinuität an der Spitze und verbinden diese zugleich mit dem Anspruch, interne Reformen fortzusetzen.Inhaltlich markieren die angekündigten Schwerpunkte ein breites Aufgabenfeld: Die Partei will ihre Kampagnenfähigkeit stärken, verlorenes Vertrauen zurückgewinnen und Klimaschutz stärker mit sozialer Teilhabe verbinden.

Brantners Hinweis auf Vermögensungleichheit zeigt zudem, dass die Grünen neben der Klimapolitik Verteilungsfragen stärker in den Mittelpunkt rücken wollen.Profil und Umgang mit der AfDBesondere Bedeutung hat die angekündigte Auseinandersetzung mit dem bisherigen Umgang mit der AfD. Die Kritik, Empörung allein reiche nicht aus, zielt auf die politische Vermittlung und den Kontakt zu Alltagserfahrungen.

Damit berührt die Bewerbung eine zentrale strategische Frage: Wie können die Grünen ihre Abgrenzung zur AfD beibehalten und zugleich Wähler außerhalb ihres bisherigen Milieus erreichen?Entscheidung im DezemberÜber die personelle Kontinuität entscheidet die Bundesdelegiertenkonferenz vom 4. bis 6. Dezember in Berlin. Bis dahin dürften neben den programmatischen Vorhaben auch die innerparteiliche Zustimmung und die Fähigkeit des Führungsduos eine Rolle spielen, unterschiedliche Strömungen zusammenzuführen.

Für die Partei ist der Parteitag damit zugleich Personalentscheidung und Standortbestimmung vor der nächsten Bundestagswahl.

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