Geschäftsklimaindex: Selbständige hellen Stimmung im August auf
heute 08:43 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Der Jimdo-Ifo-Geschäftsklimaindex für Selbständige und Kleinstunternehmen ist im August zum vierten Mal in Folge gestiegen. Trotz spürbar besserer Erwartungen bleibt die Lage in vielen Branchen angespannt.
via dts Nachrichtenagentur
Das Geschäftsklima bei Selbständigen und Kleinstunternehmen in Deutschland hat sich im August zum vierten Mal in Folge verbessert. Der Jimdo-Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von -22,6 Punkten im Juli auf -19,7 Punkte im August und signalisiert damit eine etwas aufgehellte Stimmung.Erwartungen weniger pessimistischLaut Ifo-Expertin Katrin Demmelhuber wurde der Index zuletzt vor allem durch weniger pessimistische Erwartungen gestützt. Im August bewerteten die Selbständigen jedoch auch ihre laufenden Geschäfte seltener negativ. Demmelhuber betonte zugleich, dass die Situation trotz der positiven Signale weiterhin herausfordernd bleibt.Die Selbständigen haben aktuell etwas weniger Schwierigkeiten, ihre künftige Geschäftsentwicklung einzuschätzen. Im August gaben 32,2 Prozent der Befragten an, dass ihnen dies schwerfalle. Während der Verschärfung der Krise im Nahen Osten im April lag der Anteil mit 38,8 Prozent deutlich höher.Einfluss externer Krisen auf die StimmungDemmelhuber verwies darauf, dass sich Krisenentwicklungen direkt in der Stimmung der Selbständigen widerspiegeln. Zuspitzungen wie im Nahen Osten erhöhen die Verunsicherung über die eigene Zukunft. Selbständige seien besonders auf stabile Rahmenbedingungen und Planungssicherheit angewiesen, um verlässlich Entscheidungen treffen zu können.Parallel zur insgesamt leicht verbesserten Einschätzung macht die Umfrage deutlich, dass Unwägbarkeiten weiterhin eine große Rolle spielen.
Die nachlassende Unsicherheit gegenüber dem Frühjahr wird von den Beteiligten noch nicht als Entwarnung bewertet.Unterschiedliche Lage in den BranchenBei den Dienstleistern hat sich die Stimmung im August etwas aufgehellt. Selbständige und Kleinstunternehmen in diesem Bereich zeigten sich deutlich seltener unzufrieden mit ihrer aktuellen Lage. Ihre Geschäfts- und Umsatzerwartungen korrigierten sie nach oben.Auf Branchenebene äußerten sich insbesondere IT-Dienstleister und Unternehmensberatungen im Vergleich zu den zurückliegenden Monaten zuversichtlicher. Demnach rechnen sie häufiger mit besseren Geschäften und steigenden Umsätzen.Gastgewerbe und Kreativwirtschaft weiter unter DruckIm Gastgewerbe und in der Kreativbranche bleibt die Situation dagegen schwierig. Viele Betriebe sehen sich weiterhin mit schwankender Nachfrage und hohen Kosten konfrontiert. Entsprechend verhalten fallen die Erwartungen an die weitere Geschäftsentwicklung aus.Auch im Einzelhandel konnte der Geschäftsklimaindex im August zulegen, wenn auch auf einem niedrigen Niveau. Der aktuelle Anstieg geht vor allem auf besser laufende Geschäfte zurück, während die Skepsis bei den Erwartungen anhält.Verhaltene Zuversicht trotz VerbesserungenÜber alle betrachteten Bereiche hinweg deutet der aktuelle Index auf eine verhaltene Zuversicht hin. Die laufenden Geschäfte werden in mehreren Branchen wieder etwas positiver bewertet, doch die Vorsicht mit Blick auf die kommenden Monate bleibt ausgeprägt.
Die jüngsten Zahlen des Jimdo-Ifo-Geschäftsklimaindex deuten auf eine vorsichtige Stabilisierung unter Selbständigen und Kleinstunternehmen hin. Nach mehreren sehr schwierigen Jahren mit Pandemiefolgen, hoher Inflation und einer eingetrübten Binnenkonjunktur ist die nun vierte Verbesserung in Folge ein Signal, dass sich zumindest die Erwartungen etwas aufgehellt haben.Hintergrund: Verwundbare Gruppe in der KonjunkturSolo-Selbständige und Kleinstbetriebe gelten als besonders anfällig für konjunkturelle Schwankungen, weil sie meist geringe finanzielle Reserven haben und stark von laufenden Aufträgen, Konsumlaune und verlässlichen Rahmenbedingungen abhängig sind. Wenn geopolitische Krisen, wie etwa die Verschärfung der Lage im Nahen Osten im Frühjahr, die Unsicherheit erhöhen, schlagen solche Entwicklungen in dieser Gruppe rasch auf die Stimmung durch. Dass der Anteil der Befragten, die ihre künftige Geschäftsentwicklung nur schwer einschätzen können, wieder spürbar gesunken ist, zeigt, dass die aktuelle Lage zwar weiterhin anspruchsvoll, aber weniger bedrohlich wahrgenommen wird.Bedeutung für Branchen und WirtschaftDie Unterschiede zwischen den Branchen sind deutlich: IT-Dienstleister und Unternehmensberater profitieren von einer weiterhin hohen Nachfrage nach Digitalisierung und Effizienzprojekten. Im Gastgewerbe und in kreativen Berufen bleibt die Lage hingegen angespannt, weil Kosten für Personal, Mieten und Energie, aber auch eine verhaltene Nachfrage die Margen belasten.
Insgesamt passt die leichte Aufhellung des Geschäftsklimas in das Bild einer deutschen Wirtschaft, die sich langsam von einer Schwächephase löst, ohne bereits zu einem kräftigen Aufschwung gefunden zu haben.Ausblick: Planungssicherheit als SchlüsselFür die weitere Entwicklung wird entscheidend sein, ob Politik und Wirtschaft verlässlichere Rahmenbedingungen schaffen können – etwa bei Steuern, Abgaben und Förderprogrammen.
Mehr Planungssicherheit könnte den Selbständigen helfen, Investitionen zu wagen und Beschäftigung auszubauen.
Bleiben dagegen Unsicherheit und Krisenrisiken hoch, dürfte der Erholungskurs fragil bleiben und sich regional wie branchenspezifisch sehr unterschiedlich darstellen.