Geplante Tabaksteuer-Anhebung: Koalition zieht die Schrauben deutlicher an als gedacht

27.08.26 12:16 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Die Große Koalition plant offenbar, bei der Tabaksteuer deutlich beherzter zuzupacken als bisher öffentlich angekündigt – vor allem für die Jahre 2027 bis Februar 2031.

Raucherwarnung auf Zigarettenschachtel (Archiv)
Raucherwarnung auf Zigarettenschachtel (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Ohne großes öffentliches Aufsehen, aber nicht ohne Wirkung: Laut einem Antrag von Union und SPD-Fraktionen, der der 'Rheinischen Post' zugespielt wurde, soll der Steuersatz für Zigaretten bis Anfang 2031 kräftiger ansteigen als vorher vorgesehen.

Stufenweise Anhebung – Zahlen, die durchaus überraschen
Anstelle der bislang vorgesehenen 35,8 Cent pro Zigarette im Jahr 2030, sieht der Änderungsantrag jetzt eine Steigerung auf satte 38,19 Cent pro Stück bis Februar 2031 vor. Das klingt vielleicht im ersten Moment nach Pfennigfuchserei, doch hochgerechnet über den Zeitraum macht es eine Menge aus. Kurz aufgelistet: 2027 steigt die Steuer auf 29,49 Cent, 2028 auf 32,15 Cent, im Jahr darauf auf 35,04 Cent und dann – quasi als finales Hochziehen – auf eben jene 38,19 Cent. Mehr Geld für den Staat, weniger im Portemonnaie der Raucher.

Rauchwaren im Visier – nicht nur Zigaretten
Was oft beiläufig übersehen wird: Auch Zigarren, Zigarillos, Tabak zum Drehen oder für die Pfeife sind Teil der geplanten Steuererhöhungen.

Das Ziel dahinter ist glasklar: Den Bundeshaushalt mit sprudelnden Mehreinnahmen auffüllen.

Und tatsächlich: Experten erwarten für 2027 laut Antrag etwa 1,5 Milliarden Euro mehr im Staatssäckel, immerhin mehr als das Doppelte der derzeitigen Annahmen.

Für 2030 rechnet die Koalition sogar mit 4,4 Milliarden Euro an Extraeinnahmen – ursprüngliche Erwartungen lagen fast eine Milliarde niedriger.

Politik, Gesundheit – und ein Hauch von Skepsis
Ob damit tatsächlich weniger geraucht wird oder sich der Tabakhandel einfach größere Grauzonen sucht? Wie immer bleibt ein kleiner Rest Skepsis, ob der fiskalische Hebel auch den gewünschten gesundheitlichen Effekt hat. Ganz zu schweigen von der Frage, ob höhere Preise nur das Schwarzmarktgeschäft ankurbeln und das Problem verlagern, statt es zu lösen.
Kurz gesagt: Die Regierungskoalition will die Tabaksteuer deutlich stärker erhöhen als ursprünglich geplant – und das beginnt ab 2027, zieht sich in Etappen bis Februar 2031 und bringt voraussichtlich mehrere Milliarden Euro mehr in die Staatskasse.

Zusätzliche Details und Hintergründe
Neben der geplanten höheren Steuer auf Zigaretten sind auch Tabakalternativen wie Feinschnitt und Pfeifentabak im Fokus – laut aktuellen Medienberichten steht dies in einem Zusammenhang mit Haushaltslücken, die es zu füllen gilt. Viele Gesundheitsexperten befürworten Steuererhöhungen als probates Mittel, um insbesondere Jugendliche vom Rauchen abzuhalten, während Vertreter der Tabakindustrie wieder einmal vor steigender Steuerflucht und Schwarzmarktboom warnen.

Interessant: Die Maßnahmen sind Teil einer breiter angelegten Strategie zur Haushaltskonsolidierung und werden aktuell politisch vergleichsweise wenig kontrovers diskutiert, weil die meisten Parteien (zumindest öffentlich) den gesundheitspolitischen Effekt betonen.

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