Freundlicher Dax steigt auf 25.675 Punkte nach Fed-Zinsentscheidung
17.09.26 12:31 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Der Dax legt am Donnerstag bis zum Mittag weiter zu und profitiert von neuer Zuversicht nach der jüngsten Zinsentscheidung der US-Notenbank. Gleichzeitig sorgen fallende Energiepreise und ein etwas stärkerer Euro für zusätzliche Entspannung an den Märkten.
via dts Nachrichtenagentur
Der Dax hat seinen bereits freundlichen Start am Donnerstag bis zum Mittag bestätigt und ist weiter im grünen Bereich geblieben.
Gegen 12:30 Uhr wurde der deutsche Leitindex mit rund 25.675 Punkten berechnet, was einem Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag entspricht.Gewinner und Verlierer im LeitindexAn der Spitze der Kursliste standen Siemens Energy, Hochtief und Siemens, die zu den stärksten Gewinnern im Leitindex zählten. Am Ende der Dax-Tafel fanden sich hingegen Infineon, Symrise und Brenntag, die im Mittagsverlauf zu den schwächeren Werten gehörten.Fed-Entscheidung stärkt Zuversicht"Mit der Zinsentscheidung der US-Notenbank ist wieder etwas Zuversicht an die Aktienmärkte zurückgekehrt", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. Für Erleichterung sorgt demnach weniger die Zinserhöhung selbst als vielmehr die Aussicht auf eine wieder nachvollziehbare und klare geldpolitische Linie in den USA.Lipkow betonte, die Fed signalisiere ihre Entschlossenheit im Kampf gegen die Inflation und schaffe gleichzeitig mehr Orientierung für die Investoren.
Nach einer Phase, in der geldpolitische und politische Unsicherheiten immer wieder für Irritationen gesorgt hätten, könnten sich Anleger nun stärker auf fundamentale Faktoren konzentrieren.
Für die Börsen sei dabei vor allem die Berechenbarkeit des weiteren Zinswegs entscheidend.Indirekte Effekte auf den DaxDer Dax profitiert nach Einschätzung des Analysten nur indirekt von der US-Entscheidung, dafür aber von der zurückkehrenden Risikobereitschaft internationaler Investoren.
Deutsche Aktien blieben gleichwohl eine Wette auf eine konjunkturelle Erholung in Europa, die maßgeblich von der weiteren Entwicklung der US-Wirtschaft abhänge. Die Fed habe dem Aktienmarkt zunächst etwas geldpolitischen Druck genommen, nun müssten die Konjunkturdaten den nächsten Teil der Arbeit übernehmen.Rückläufige Energiepreise stützen MarktZusätzliche Unterstützung für die Börsen kommt laut Lipkow von rückläufigen Energiepreisen.
Nachrichten über neue Öllieferwege im Nahen Osten drücken den Preis für Brent-Rohöl demnach wieder näher an die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar heran. Ein nachhaltiger Rückgang unter diese Schwelle könnte den Inflationsängsten deutlich an Schärfe nehmen und der Erholung an den europäischen Aktienmärkten zusätzlichen Rückenwind verleihen.Euro und Ölpreis im BlickDie europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Donnerstagmittag etwas fester: Ein Euro kostete 1,1477 US-Dollar, ein Dollar war entsprechend für 0,8713 Euro zu haben.
Der Ölpreis gab gleichzeitig nach: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 12 Uhr deutscher Zeit 103,70 US-Dollar, das waren 217 Cent oder 2,1 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Der positive Verlauf des Dax am Donnerstag steht im Zusammenhang mit der jüngsten Zinsentscheidung der US-Notenbank, die nach einer Phase erhöhter Unsicherheit wieder mehr Berechenbarkeit für die globalen Finanzmärkte schafft. Steigende Leitzinsen verteuern zwar grundsätzlich die Kreditaufnahme, können aber kurzfristig für Erleichterung sorgen, wenn sie in einen klar kommunizierten geldpolitischen Kurs eingebettet sind.Geldpolitik und AktienmärkteDie Fed hat mit ihrer Entscheidung signalisiert, dass sie weiterhin entschlossen gegen die Inflation vorgeht und dabei an einem nachvollziehbaren Pfad festhält. Für Investoren ist diese Planbarkeit entscheidend, weil sie Anlageentscheidungen und Bewertungsmodelle auf einen stabileren Rahmen stützen können.
Der Dax profitiert davon über internationale Kapitalströme, die bei sinkender Unsicherheit wieder stärker in Aktien fließen.Konjunkturrisiken und EnergiepreiseZugleich bleibt der deutsche Aktienmarkt eng an die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und den USA gekoppelt. Deutsche Titel werden weiterhin als Wette auf eine Konjunkturerholung gesehen, deren Tempo von Faktoren wie der Nachfrage aus den USA, der Entwicklung der Inflation und der Kosten für Energie abhängt. Ein Ölpreis, der sich der Marke von 100 US-Dollar nähert oder sie unterschreitet, kann die Inflation dämpfen und Unternehmen bei Energie- und Transportkosten entlasten, was sich positiv auf Gewinne und Bewertungen auswirkt.Bedeutung für AnlegerFür Privatanleger bedeutet die aktuelle Lage, dass Aktienmärkte nach den jüngsten Entscheidungen der Fed zunächst etwas geldpolitischen Druck verloren haben, die Unternehmensgewinne und Konjunkturdaten aber weiterhin entscheidend bleiben.
Wer in deutsche Aktien investiert, setzt implizit auf eine Stabilisierung und anschließende Erholung der europäischen Wirtschaft sowie auf eine Fortsetzung der vorsichtigen, aber klar kommunizierten Geldpolitik in den USA.