Forsa sieht AfD bei 28 Prozent und Merz weiter auf Allzeittief
vor 8 Minuten, dts-nachrichtenagentur.de
Eine neue Forsa-Umfrage für RTL und ntv sieht die AfD bundesweit weiter auf Rekordkurs, während Kanzler Friedrich Merz auf seinem Tiefstwert verharrt. Besonders in Ostdeutschland liegen die Werte für die AfD deutlich vor allen anderen Parteien.
via dts Nachrichtenagentur
Die AfD bleibt in der bundesweiten Wählergunst nach einer neuen Forsa-Erhebung für RTL und ntv auf einem Rekordhoch, während die Union weiterhin deutlich dahinter liegt. Kanzler Friedrich Merz verharrt zugleich auf seinem bisherigen Tiefstwert in der persönlichen Bewertung.AfD bundesweit stark, Linke verliert, BSW legt zuIn der wöchentlichen Umfrage verliert lediglich die Linke gegenüber der Vorwoche einen Prozentpunkt und kommt nun auf elf Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht steigt auf drei Prozent und wird wieder gesondert ausgewiesen.
Alle anderen Parteien bleiben gegenüber der Vorwoche unverändert.Damit liegt die AfD weiterhin bei 28 Prozent. Die Union kommt auf 21 Prozent, die Grünen erreichen 16 Prozent, die SPD liegt bei zwölf Prozent, die FDP bei vier Prozent und sonstige Parteien bei fünf Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt 29 Prozent und liegt damit klar über dem Anteil der Nichtwähler bei der Bundestagswahl 2025 von 17,9 Prozent.AfD führt im Osten klar vor allen ParteienBei einer hypothetischen Bundestagswahl im Osten Deutschlands läge die AfD laut Forsa deutlich vorne. Sie käme dort auf 45 Prozent und damit mit weitem Vorsprung vor allen anderen Parteien.
Die Linke würde mit 15 Prozent noch vor der CDU/CSU liegen, die im Osten lediglich auf zwölf Prozent käme.SPD und Grüne würden im Osten jeweils neun Prozent erreichen.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht stünde bei fünf Prozent, ebenso wie sonstige Parteien.
Erst in den kommenden Wochen lässt sich laut Forsa genauer beurteilen, wie sich das Ergebnis der jüngsten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf die bundespolitische Stimmung auswirkt.Vertrauen in Problemlösung bleibt geringBei der Frage, welcher Partei die Bürger am ehesten zutrauen, die Probleme in Deutschland zu lösen, liegt die AfD mit 13 Prozent an der Spitze. Die Union folgt unverändert mit zwölf Prozent und erreicht damit weiter ihren schlechtesten Wert seit fast vier Jahren.Die Grünen gewinnen einen Prozentpunkt und kommen bei der Kompetenzfrage auf acht Prozent. Der SPD trauen fünf Prozent am ehesten politische Problemlösung zu, der Linken nach einem Rückgang noch vier Prozent. Mehr als die Hälfte der Befragten, 55 Prozent, traut allerdings weiterhin keiner Partei zu, die Probleme im Land am besten lösen zu können.Merz bleibt auf Tiefstwert in der KanzlerbewertungIn der persönlichen Bewertung bleibt Kanzler Friedrich Merz (CDU) auf seinem Tiefstwert. Wie bereits in der Vorwoche sind nur 13 Prozent der Bundesbürger mit seiner Arbeit zufrieden, während 85 Prozent unzufrieden sind.Besonders gering ist die Zustimmung im Osten: Dort bewerten lediglich sieben Prozent die Arbeit des Kanzlers positiv, im Westen sind es 15 Prozent. Entsprechend sind im Osten 91 Prozent mit der Arbeit von Merz unzufrieden, im Westen 83 Prozent.Details zur ErhebungFür die aktuelle Forsa-Umfrage wurden in der Zeit vom 1. bis 7. September 2026 insgesamt 2.502 Personen befragt. Die Ergebnisse beziehen sich auf die bundesweite politische Stimmung sowie eine gesonderte Auswertung für Ostdeutschland. Sie bilden die Grundlage für das wöchentliche Trendbarometer der Sender RTL und ntv.
Die neue Forsa-Erhebung für RTL und ntv bestätigt den seit Monaten sichtbaren Trend einer starken AfD und einer geschwächten Union unter Kanzler Friedrich Merz. Der bundesweite Wert von 28 Prozent für die AfD und das Rekordniveau von 45 Prozent in Ostdeutschland markieren eine anhaltend hohe Zustimmung für die Partei, die sich bereits bei früheren Landtagswahlen im Osten als stärkste Kraft etabliert hatte.Verschiebungen im ParteiensystemAuffällig ist, dass sich die aktuelle Umfragewerte im Vergleich zur Vorwoche nur geringfügig verändern. Die Linke verliert leicht, während das Bündnis Sahra Wagenknecht wieder separat ausgewiesen wird. Damit verfestigt sich ein Bild, in dem das Parteiensystem weiter ausfranst: klassische Volksparteien liegen deutlich hinter früheren Bestwerten, während neue Kräfte und bisherige Randparteien hohe Werte erzielen.Der hohe Anteil von 29 Prozent Nichtwählern und Unentschlossenen zeigt zugleich, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung politisch nicht gebunden ist. Dies verstärkt die Unsicherheit für alle Parteien mit Blick auf kommende Wahlen, weil kurzfristige Stimmungsumschwünge möglich bleiben.Bedeutung für Merz und die RegierungsarbeitFür Friedrich Merz ist das Allzeittief bei der persönlichen Zufriedenheit ein politisches Warnsignal. Nur 13 Prozent Zufriedenheit bei 85 Prozent Unzufriedenen untergraben die Autorität des Kanzlers und erschweren es der Union, Vertrauen in ihre Regierungsarbeit aufzubauen.
Besonders problematisch ist die extrem geringe Zustimmung im Osten, wo die AfD zugleich besonders stark abschneidet.Dass mehr als die Hälfte der Befragten keiner Partei zutraut, die Probleme im Land zu lösen, verweist auf eine verbreitete politische Entfremdung.
Für Regierung und Opposition bedeutet dies, dass sie nicht nur um einzelne Wählerschichten konkurrieren, sondern insgesamt verlorenes Vertrauen in staatliche Problemlösung zurückgewinnen müssen.
Die kommenden Wochen und die politische Reaktion auf die Sachsen-Anhalt-Wahl werden zeigen, ob sich diese Vertrauenslage stabilisiert oder weiter zugunsten der AfD und anderer Protestangebote verschiebt.