Ferat Koçak: SPD fordert Konsequenzen wegen Clan-Kontakten

22.09.26 11:19 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese hält Koçaks Entschuldigung nach dem eingeräumten Chatkontakt für nicht ausreichend. Der Linken-Abgeordnete soll nach Wieses Forderung Konsequenzen ziehen.

Ferat Kocak (Archiv)
Ferat Kocak (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese fordert „klare Konsequenzen“ vom Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Kocak, nachdem dieser Kontakte zu einem bekannten Mitglied der Berliner Remmo-Familie eingeräumt hat. Wiese bezeichnete die Verbindung als „absolut inakzeptabel“ und kritisierte Koçaks Entschuldigung als unglaubwürdig.Koçak hatte zuvor einen Chatkontakt mit Firas Remmo bestätigt und als Fehler bezeichnet.Wiese verlangt Konsequenzen„Diese Verbrüderung zwischen einem Bundestagsabgeordneten und einem Mitglied der Organisierten Kriminalität ist absolut inakzeptabel“, sagte Wiese den Funke-Medien.

„Da reicht die Entschuldigung nicht aus, zumal sie mehr als unglaubwürdig wirkt.“Nach Wieses Worten wird Koçak „den Ansprüchen an einen den Grundwerten verpflichteten Volksvertreter nicht gerecht“. Der Linken-Abgeordnete sollte deshalb „klare Konsequenzen ziehen“, forderte der SPD-Politiker.Koçak räumt Chatkontakt einKoçak hatte den Austausch mit einem bekannten Mitglied der umstrittenen Familie zuvor eingeräumt. Er bezeichnete den Kontakt als Fehler und entschuldigte sich dafür.Der Vorgang steht im Zusammenhang mit einem veröffentlichten Chat zwischen Koçak und Firas Remmo. Dabei ging es unter anderem um Grüße an dessen Vater sowie um die Weiterverbreitung eines Videos aus Koçaks Bundestagsarbeit.
Der Fall fällt in eine politisch aufgeladene Debatte über den Umgang mit organisierter Kriminalität und die Verwendung des Begriffs „Clankriminalität“. Mehrere Angehörige der Großfamilie Remmo werden von Behörden dem kriminellen Milieu zugerechnet; Familienmitglieder wurden unter anderem im Zusammenhang mit dem Diebstahl der Goldmünze „Big Maple Leaf“ aus dem Berliner Bode-Museum und dem Einbruch in das Grüne Gewölbe verurteilt.Koçak sitzt seit 2025 für Berlin-Neukölln im Bundestag und gewann dort ein Direktmandat für die Linke. Nach seiner Darstellung schrieb er zunächst ohne Kenntnis der Identität mit Firas Remmo, setzte den Austausch nach eigener Kenntnisnahme jedoch fort und bezeichnete dies als Fehler. Damit geht es politisch nicht nur um einen einzelnen Chat, sondern auch um die Frage, welche Kontakt- und Transparenzstandards für Mandatsträger gelten.Politische Bedeutung für die LinkeDie Affäre trifft die Berliner Linke unmittelbar nach der Wahlparty, bei der Issa Remmo anwesend war. Der Bezirksverband erklärte, der Clan-Chef sei nicht eingeladen gewesen und wieder hinausgeschickt worden.

Die Partei muss deshalb zugleich Distanz zu kriminellen Strukturen demonstrieren und vermeiden, Menschen pauschal wegen ihrer familiären Herkunft zu stigmatisieren.Für Koçak erhöht die Forderung der SPD nach Konsequenzen den innerparteilichen und öffentlichen Druck. Seine angekündigte Aufarbeitung und der Rückzug aus der öffentlichen Kommunikation können die Debatte kurzfristig beruhigen; entscheidend bleibt, ob die Linke daraus nachvollziehbare Regeln für Kontakte, Veranstaltungen und Transparenz ableitet.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragentaz: „Chat mit Mitglied des Remmo-Clans: Ferat Koçak entschuldigt sich“ (21.09.2026)Der Beitrag dokumentiert den veröffentlichten Chat, Koçaks Erklärung und seine Ankündigung, sich zurückzuziehen.

Der Schwerpunkt liegt auf den konkreten Nachrichten und der politischen Einordnung des Kontakts; die Forderung der SPD nach Konsequenzen wird in der dts-Meldung zusätzlich zugespitzt.ZDFheute: „Linken-Politiker Koçak entschuldigt sich für Chat mit Firas Remmo“ (22.09.2026)ZDFheute bestätigt den Chat, Koçaks Entschuldigung und seine geplante Aufarbeitung.

Der Bericht stellt den Vorgang in den Zusammenhang mit dem Besuch Issa Remmos auf der Linken-Wahlparty und erläutert zugleich, warum der Begriff „Clankriminalität“ politisch umstritten ist.Beide Beiträge stimmen beim Kern des Chatkontakts und bei Koçaks angekündigter Aufarbeitung überein. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung: Während die taz die konkreten Chatnachrichten ausführlich darstellt, ordnet ZDFheute den Vorgang stärker in die Berliner Wahlparty und die Debatte über organisierte Kriminalität ein.

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