Eurowings prüft Kurzarbeit wegen 250 Millionen Euro Mehrkosten

16.10.26 14:35 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Die Lufthansa-Tochter Eurowings prüft für den deutschen Flugbetrieb eine vorübergehende Kurzarbeit. Hintergrund sind steigende Treibstoffkosten und ein um etwa fünf Prozent gekürztes Winterangebot.

Eurowings (Archiv)
Eurowings (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Eurowings prüft Kurzarbeit im WinterDie Lufthansa-Tochter Eurowings prüft Kurzarbeit im kommenden Winter und führt dazu bereits Gespräche mit der Bundesagentur für Arbeit. Betroffen wäre der deutsche Flugbetrieb; die Prüfung bestätigten die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit und Verdi für die Kabine.Weniger Flugzeuge und Crews geplantIn einem internen Schreiben heißt es, Eurowings werde in den nächsten Monaten weniger Flugzeuge und Crews einsetzen.

Das Unternehmen teilte mit, es prüfe, ob die Voraussetzungen für temporäre Kurzarbeit im deutschen Flugbetrieb im Winter gegeben seien.Wie viele Beschäftigte betroffen wären und ab wann, ist offen.

Nach Angaben der Fluggesellschaft werden während der laufenden Prüfung keine weiteren Details genannt.Winterangebot sinkt um fünf ProzentEurowings will ihr Winterangebot zunächst um etwa fünf Prozent kürzen.

Die Verbindungen von Köln/Bonn und Stuttgart nach Dubai sollen entfallen.Hohe Treibstoffkosten belasten PlanungAls Hintergrund werden stark gestiegene Kerosinpreise genannt, die sich seit dem Krieg im Nahen Osten mehr als verdoppelt haben.

Bei Eurowings liegen die Treibstoffkosten dem Bericht zufolge rund 250 Millionen Euro über dem Budget.Auch in der Verwaltung plant die Airline Veränderungen und will bis Ende 2028 mit weniger Stellen auskommen.

Zudem wurde die interne Weihnachtsfeier abgesagt.
Die angekündigte Prüfung fällt in eine Phase, in der sich die Kostenlage und die operative Planung im europäischen Luftverkehr spürbar verändern. Für Eurowings treffen dabei höhere Treibstoffausgaben auf ein im Winter traditionell schwankendes Nachfrage- und Streckenangebot. Eine Verringerung der eingesetzten Flugzeuge und Crews kann die Auslastung verbessern, erhöht aber zugleich den Anpassungsdruck auf Beschäftigte und Flughäfen.Kurzarbeit wäre für die Lufthansa-Tochter ein arbeitsmarktpolitisches Instrument, um vorübergehende Nachfrageschwächen oder Kostenbelastungen abzufedern, ohne Beschäftigung unmittelbar abzubauen. Ob sie tatsächlich eingeführt wird, hängt von der weiteren Flugplanung, den wirtschaftlichen Voraussetzungen und dem Ergebnis der Gespräche mit der Bundesagentur für Arbeit ab. Umfang, Beginn und betroffene Berufsgruppen sind deshalb noch offen.Folgen für Reisende und StandorteDie Kürzung des Winterangebots um etwa fünf Prozent und der Wegfall der Dubai-Verbindungen ab Köln/Bonn und Stuttgart würden vor allem die Auswahl einzelner Ziele verändern. Für Reisende können daraus Umbuchungen, alternative Abflugorte oder längere Anreisewege entstehen.

Für die betroffenen Flughäfen bedeutet jede gestrichene Verbindung zudem weniger Direktverkehr und eine geringere Anbindung an ein wichtiges touristisches Ziel.Die Entwicklung bei Eurowings steht zugleich für den Zielkonflikt zwischen Kostendisziplin und Netzstabilität. Weniger Stellen in der Verwaltung bis Ende 2028 und die Prüfung von Kurzarbeit im Flugbetrieb deuten auf Maßnahmen auf mehreren Ebenen hin. Entscheidend wird sein, ob die Belastung auf den Winter begrenzt bleibt oder sich auf die weitere Kapazitäts- und Personalplanung auswirkt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenSWR: „Winterflugpläne der Flughäfen: Mehr Urlaubs-Ziele im Süden von BW aus“ (14.10.2026)Der Beitrag bestätigt den Wegfall der geplanten Eurowings-Verbindung von Stuttgart nach Dubai und ordnet ihn in die Winterflugpläne süddeutscher Flughäfen ein. Der Schwerpunkt liegt damit auf den Auswirkungen für das Streckenangebot, während die Prüfung von Kurzarbeit und die Kostenbelastung nicht im Mittelpunkt stehen.WDR: „Kerosin-Mangel am Flughafen Frankfurt“ (15.10.2026)Der Bericht beschreibt den starken Anstieg der Kerosinpreise und die daraus entstehende Belastung für den Lufthansa-Konzern. Er setzt den Schwerpunkt auf die Versorgungslage am Drehkreuz Frankfurt und ergänzt damit die Eurowings-Perspektive um einen konzernweiten Kosten- und Betriebsrahmen.Die Beiträge verbinden die Eurowings-Maßnahmen mit zwei unterschiedlichen Folgen: einem kleineren Streckenangebot und steigenden Treibstoffkosten.

Offen bleiben in beiden Perspektiven der genaue Umfang einer möglichen Kurzarbeit und die Zahl der betroffenen Beschäftigten.

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