Emma: Alice Schwarzer stellt Magazin zum 8. Dezember ein
21.10.26 08:12 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Alice Schwarzer beendet die Zeitschrift nach mehr als vier Jahrzehnten. Die letzten beiden Ausgaben erscheinen im Oktober und Dezember, das Archiv bleibt für die Forschung erhalten.
via dts Nachrichtenagentur
Emma erscheint nur noch zweimalAlice Schwarzer stellt ihr feministisches Magazin „Emma“ ein. Die Ausgabe, die ab dem 27. Oktober am Kiosk liegt, wird die vorletzte sein; am 8. Dezember soll die letzte Ausgabe erscheinen.Schwarzer teilte die Entscheidung am Mittwoch mit und erklärte, wirtschaftliche Gründe seien dafür nicht ausschlaggebend.Finanzielle Gründe laut Schwarzer nicht entscheidendZwar sinke die Auflage, doch die Einnahmen deckten weiterhin die Ausgaben.
Zudem verfüge das Magazin über ein finanzielles Polster.Stattdessen sei man zu dem Schluss gekommen, dass es Zeit sei zu gehen.
„Emma“ habe über drei Feministinnen-Generationen hinweg Bestand gehabt, Moden widerstanden und wiederholt Position gegen aus ihrer Sicht falsche Entwicklungen im Feminismus bezogen.Anzeige | trading-house BörsenakademieReferent: LeoKostenlose Trading-Webinare für PrivatanlegerLive lernen, live fragen.
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Dort werde es erschlossen und ab 2029 Interessierten, Medien und der Forschung offenstehen.Damit endet zwar die regelmäßige Veröffentlichung des Magazins, seine Ausgaben bleiben jedoch als historische Quelle erhalten.
Mit der Einstellung von „Emma“ endet ein Magazin, das seit Jahrzehnten zu den bekanntesten feministischen Publikationen im deutschsprachigen Raum gehört. Alice Schwarzer gründete die Zeitschrift 1977; sie prägte Debatten über Gleichberechtigung, Gewalt gegen Frauen, Abtreibung, Islamismus und Geschlechterrollen.Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der sich Mediennutzung und politische Öffentlichkeit stark verändert haben.
Gedruckte Spezialmagazine stehen unter Druck, weil Leserinnen und Leser Informationen zunehmend digital beziehen und gesellschaftliche Debatten schneller über soziale Netzwerke, Podcasts und Onlineangebote geführt werden.Archiv bewahrt publizistische WirkungDass das vollständige Archiv künftig im Deutschen Literaturarchiv Marbach zugänglich sein soll, verleiht dem Ende eine dokumentarische Dimension. Die Ausgaben können dadurch für Forschung, Medien und interessierte Öffentlichkeit dauerhaft erhalten bleiben.Für die aktuelle feministische Medienlandschaft bedeutet das Aus nicht das Ende feministischer Debatten, wohl aber den Wegfall einer historisch besonders profilierten Stimme. Entscheidend wird sein, wie die Inhalte des Archivs erschlossen werden und welche Bedeutung die Zeitschrift in der Rückschau für die Entwicklung feministischer Positionen erhält.