Elektrischer Audi A4 verschiebt Marktstart auf Frühjahr 2029

heute 16:00 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Die Markteinführung des elektrischen Audi A4 verschiebt sich von 2028 auf das Jahr 2029 und trifft damit eines der wichtigsten Mittelklasse-Modelle der Marke. Auch die Elektrovarianten von T-Roc und Golf sind von Verzögerungen betroffen und sollen nicht vor 2030 kommen.

Audi (Archiv)
Audi (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Der Marktstart des elektrischen Audi A4 verschiebt sich von 2028 auf das Jahr 2029. Die Produktion des Mittelklasse-Modells soll nun erst Anfang Mai 2029 anlaufen, während konzernintern der März 2029 als Starttermin genannt wird.Verschobene Produktion und interne PlanungenDem Bericht zufolge muss Audi die Markteinführung des elektrischen A4 erneut um mehrere Monate nach hinten legen.

Statt des bislang avisierten Starttermins im Jahr 2028 wird die Fertigung des neuen Elektro-Modells der Ingolstädter Volkswagen-Tochter erst im Frühjahr 2029 beginnen. In Audi-Konzernkreisen wird dabei der März 2029 als Zeitpunkt für den Marktstart genannt, die Produktion soll kurz darauf Anfang Mai anlaufen.Rolle der SSP-Plattform für den KonzernAls Gründe für die erneute Verschiebung werden Verzögerungen bei der Entwicklung der konzernweiten Einheitsplattform SSP und interne Abstimmungen genannt. Die „Scalable Systems Platform" soll langfristig als technischer Standard für die Elektrofahrzeuge des Volkswagen-Konzerns dienen und zahlreiche Modelle verschiedener Marken tragen.

Probleme im Entwicklungsprozess dieser Plattform schlagen damit unmittelbar auf die Markteinführung einzelner Fahrzeuge durch.Auswirkungen auf weitere ModelleNeben dem Audi A4 betreffen die Verzögerungen laut Bericht auch die Elektrovarianten der Bestseller T-Roc und Golf. Diese Modelle sollen demnach nicht vor 2030 auf den Markt kommen.

Die Marken Audi und Volkswagen äußerten sich zu einer möglichen Verschiebung der SSP-Plattform und den daraus resultierenden Terminänderungen zunächst nicht.Technische Änderungen am Audi A4Audi-Chef Gernot Döllner soll bei der Entwicklung des elektrischen A4 zentrale technische Anpassungen veranlasst haben.

Dazu gehört insbesondere die Einführung eines 48-Volt-Bordnetzes, das den Einsatz leistungsfähigerer Rechner ermöglicht. In Ingolstadt ist in diesem Zusammenhang von einem größeren „Technologiehub" die Rede, mit dem Audi dem Modell zusätzliche digitale und elektronische Funktionen erschließen will.Software-Kooperation mit RivianDie Software für die SSP-Fahrzeuge wird gemeinsam mit dem US-Elektroautobauer Rivian entwickelt. Durch das geänderte Bordnetz des Audi A4 muss diese Software nun auf ein 48-Volt-System angepasst werden.

Die Umstellung erfordert zusätzliche Entwicklungsarbeit, gilt aber als Voraussetzung dafür, dass Fahrzeugelektronik und Plattformsoftware reibungslos zusammenarbeiten.
Die erneute Verschiebung des Marktstarts für den elektrischen Audi A4 zeigt, wie anspruchsvoll der Umbau des Volkswagen-Konzerns hin zur Elektromobilität bleibt. Der A4 gehört im Verbrenner-Segment zu den zentralen Modellen der Marke und steht für das volumenstarke Geschäft in der Mittelklasse. Wenn ausgerechnet dieses Fahrzeug erst im Mai 2029 in die Produktion geht, verschiebt sich ein wichtiger Baustein der Elektro-Strategie von Audi deutlich nach hinten.Strategische Bedeutung der SSP-PlattformIm Hintergrund steht die SSP-Plattform, auf der künftig ein großer Teil der Elektroautos des Volkswagen-Konzerns basieren soll. Eine einheitliche technische Basis verspricht Skaleneffekte, geringere Entwicklungskosten und schnellere Modellanläufe. Verzögerungen bei dieser Plattform wirken sich daher unmittelbar auf mehrere Marken und Modellreihen aus. Dass neben dem A4 auch die Elektrovarianten von T-Roc und Golf frühestens 2030 erwartet werden, unterstreicht die Tragweite der aktuellen Planungsanpassungen.Folgen für Wettbewerb und KundenFür Audi und Volkswagen bedeutet der spätere Marktstart, dass sie in wichtigen Segmenten länger mit bestehenden Elektroplattformen und Übergangsmodellen arbeiten müssen, während Wettbewerber ihre Angebote ausbauen.

Kunden, die konkret auf einen elektrischen A4 oder auf batterieelektrische Versionen von T-Roc und Golf gewartet haben, müssen sich auf eine deutlich längere Wartezeit einstellen.

Gleichzeitig deutet die Integration eines 48-Volt-Bordnetzes und eines „Technologiehubs" darauf hin, dass Audi den A4 technisch anspruchsvoll positionieren will, was die Zeitverzögerung mit einem höheren Innovationsniveau verbinden könnte.Kooperation mit Rivian und technische AnpassungenDie gemeinsam mit Rivian entwickelte Software für SSP-Fahrzeuge muss nun auf das geänderte Bordnetz ausgelegt werden.

Solche Anpassungen sind komplex und binden zusätzliche Ressourcen in der Konzern-IT und Entwicklung.

Langfristig könnte die enge Verzahnung von Hardware, Bordnetz und Software jedoch den Anspruch stützen, SSP als technisch fortschrittliche Basis für viele Elektrofahrzeuge zu etablieren.

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