Einzelhandel: Umsatz steigt im August real um 1,3 Prozent
30.09.26 08:27 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Der deutsche Einzelhandel hat im August deutlich mehr umgesetzt als im Vormonat. Im Jahresvergleich blieb der reale Umsatz jedoch leicht rückläufig, während der Online- und Versandhandel weiter zulegte.
via dts Nachrichtenagentur
Der Umsatz der Einzelhandelsunternehmen in Deutschland ist im August 2026 gegenüber Juli kalender- und saisonbereinigt real um 1,3 Prozent gestiegen.
Nominal, also ohne Bereinigung um Preisveränderungen, lag das Plus bei 1,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte.Im Vergleich zum August 2025 sank der reale Umsatz um 0,4 Prozent, während der nominale Umsatz um 2,6 Prozent zunahm.Schwacher Juli nachträglich korrigiertFür Juli korrigierte das Statistikamt den Rückgang gegenüber dem Vormonat nach unten.
Der reale Umsatz sank demnach um 3,2 Prozent statt wie zunächst gemeldet um 3,4 Prozent. Nominal betrug der Rückgang 1,4 Prozent; vorläufig waren 1,7 Prozent ausgewiesen worden.Lebensmittelhandel wächst auch im JahresvergleichDer reale Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel stieg im August gegenüber Juli um 0,9 Prozent, nominal waren es 1,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legte der Lebensmittelhandel real um 0,5 Prozent und nominal um 0,9 Prozent zu.Im Nicht-Lebensmittelhandel erhöhte sich der reale Umsatz binnen Monatsfrist um 1,6 Prozent, nominal um 2,0 Prozent. Gegenüber August 2025 sank der reale Umsatz um 0,8 Prozent, während der nominale Umsatz um 3,5 Prozent wuchs.Online- und Versandhandel legt deutlich zuBesonders stark entwickelte sich der Internet- und Versandhandel. Sein Umsatz stieg im August gegenüber dem Vormonat real um 3,7 Prozent und nominal um 4,4 Prozent.Auch im Jahresvergleich verzeichnete der Online- und Versandhandel Zuwächse: real um 3,5 Prozent und nominal um 4,8 Prozent.Tankstellen mit starkem realem JahresminusDer reale Umsatz der Tankstellen blieb im August gegenüber Juli unverändert. Nominal stieg er um 2,6 Prozent. Binnen Jahresfrist sank der reale Umsatz um 8,7 Prozent, während der nominale Umsatz um 10,7 Prozent zunahm.In den Tankstellenumsätzen sind auch die Verkäufe der Tankstellenshops enthalten.
Der Anstieg im August fällt bei den preisbereinigten Umsätzen stärker aus als bei der nominalen Betrachtung.
Für die wirtschaftliche Einordnung ist entscheidend, dass nominale Zuwächse sowohl auf mehr verkaufte Waren als auch auf höhere Preise zurückgehen können.
Real misst dagegen die Entwicklung der tatsächlich abgesetzten Warenmenge.Das Gesamtbild bleibt deshalb gemischt: Gegenüber dem Vorjahresmonat lag der Einzelhandelsumsatz real um 0,4 Prozent niedriger, obwohl der nominale Umsatz um 2,6 Prozent zunahm. Besonders deutlich zeigt sich der Unterschied bei Tankstellen.
Dort blieb der reale Umsatz im Monatsvergleich unverändert und sank binnen Jahresfrist um 8,7 Prozent, während der nominale Umsatz wegen höherer Preise zulegte. Die Tankstellenwerte umfassen auch Verkäufe in den angeschlossenen Shops.Onlinehandel wächst stärker als stationäre SegmenteDer Internet- und Versandhandel entwickelte sich im August deutlich dynamischer als der Einzelhandel insgesamt. Sein reales Jahresplus von 3,5 Prozent steht einem realen Rückgang von 0,8 Prozent im Nicht-Lebensmittelhandel gegenüber. Das deutet auf eine anhaltende Verschiebung von Nachfrage in digitale Vertriebskanäle hin, ohne dass daraus automatisch ein insgesamt kräftiger Konsumaufschwung folgt.Für Verbraucher bedeutet die Statistik: Der Monatsanstieg verbessert das Bild nach dem schwachen Juli, beseitigt aber die verhaltene Jahresbilanz nicht. Hinzu kommt, dass steigende Energiepreise und eine höhere Inflation die Kaufkraft im weiteren Jahresverlauf belasten können.
Die nächsten Monatsdaten werden daher zeigen, ob der August-Anstieg den Beginn einer stabileren Erholung markiert oder vor allem eine Gegenbewegung nach dem Rückgang im Juli war.