Die Zeit gibt Tonaufnahmen nach Durchsuchungsdrohung heraus?
heute 18:46 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Hamburg verlangten am Montag Tonaufzeichnungen der Wochenzeitung „Die Zeit“ zu Interviews für den Podcast „House of Block“. Die Zeitung gab die Aufnahmen heraus, nachdem die Behörden mit einer Durchsuchung gedroht hatten.
via dts Nachrichtenagentur
Ermittler verlangten Aufnahmen aus der RedaktionStaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Hamburg suchten am Montagmorgen die Geschäftsräume der „Zeit“ auf.Die Behörden drohten mit einer Durchsuchung der Redaktion.Die Zeitung gab Tonaufzeichnungen von Interviews zum Podcast „House of Block“ heraus.Die Große Strafkammer des Landgerichts Hamburg erließ den entsprechenden Auftrag im Zusammenhang mit dem Block-Prozess.Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Hamburg haben am Montagmorgen die Geschäftsräume der Wochenzeitung „Die Zeit“ aufgesucht und mit einer Durchsuchung der Redaktion gedroht. Daraufhin gab die Zeitung Tonaufzeichnungen von Interviews im Zusammenhang mit dem Podcast „House of Block“ heraus.DJV kritisiert Vorgehen der Hamburger JustizDer Deutsche Journalisten-Verband kritisierte die angedrohte Durchsuchung.
DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster erklärte, das Vorgehen genau zum Auftakt der Hamburger Woche der Pressefreiheit werfe schwerwiegende Fragen zum Schutz journalistischer Arbeit auf.Journalistische Interviews dürften nicht ohne Weiteres zum Ermittlungsinstrument der Strafjustiz werden, sagte Beuster. Wer mit Journalisten spreche, müsse darauf vertrauen können, dass vertrauliche Gesprächsinhalte nicht gegen den Willen der Redaktion für andere Zwecke verwendet würden.Landgericht suchte BeweismittelNach Angaben der „Zeit“ stammt der Erlass von der Großen Strafkammer des Landgerichts Hamburg, die über den Block-Prozess verhandelt. Die Ermittler suchten demnach Beweismittel und verlangten außerdem angebliche Vertragsunterlagen der Interviewten mit der Zeitung.Nach Darstellung der Redaktion gibt es einen solchen Vertrag nicht. Im Mittelpunkt der Maßnahme standen damit Aufzeichnungen aus journalistisch geführten Gesprächen sowie Unterlagen, die nach Angaben der Zeitung nicht vorhanden sind.