Deutschlandticket: Pantisano fordert Rabatt wie beim Tankrabatt
01.10.26 13:46 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Zum Start der befristeten Steuersenkung auf Benzin und Diesel verlangt Linken-Chef Pantisano einen vergleichbaren Rabatt für den öffentlichen Nahverkehr. Er fordert eine Rückkehr des 9-Euro-Tickets und kritisiert den höheren Deutschlandticket-Preis ab Januar.
via dts Nachrichtenagentur
Zum Start des Tankrabatts fordert der Vorsitzende der Linken, Pantisano, auch Entlastungen für Bahnfahrer. Er verlangt, das Deutschlandticket wieder auf einen für alle erschwinglichen Preis zu senken, und fordert die Rückkehr des 9-Euro-Tickets.Tankrabatt gilt bis JahresendeDer neue Tankrabatt trat am Donnerstag in Kraft. Dadurch soll der Preis pro Liter Diesel und Benzin bis zum Jahresende um jeweils knapp 17 Cent sinken.Pantisano sagte, die Menschen litten unter den steigenden Preisen. Es sei gut, dass die Bundesregierung etwas für Autofahrer tue; die gleiche Entlastung müsse nun auch für Bahnfahrer kommen.Deutschlandticket wird teurerDer Preis des Deutschlandtickets steigt zum 1. Januar um 3,80 Euro auf 66,80 Euro. Pantisano warf der Bundesregierung vor, sie sei unfähig, das Leben der Menschen bezahlbar zu machen.Kritik an Weitergabe des RabattsZugleich kritisierte Pantisano, die Bundesregierung habe aus dem früheren Tankrabatt nichts gelernt. Sie tue nichts dafür, dass die Entlastung vollständig bei den Menschen ankomme, und sei nicht bereit, sich für eine Übergewinnsteuer mit den Mineralölkonzernen anzulegen.Die Koalition will spätestens zum 1. Januar einen Preisdeckel einführen.
Eine Übergewinnsteuer ist bislang nicht absehbar.
Die Forderung fällt in eine neue Debatte über die Verteilung staatlicher Entlastungen im Verkehr. Während der Tankrabatt Autofahrer ab dem 1. Oktober bis zum Jahresende rechnerisch um knapp 17 Cent je Liter entlasten soll, steigt der Preis des Deutschlandtickets zum 1. Januar 2027 von 63 auf 66,80 Euro. Damit treffen zwei politische Signale unmittelbar aufeinander: kurzfristige Unterstützung für den motorisierten Individualverkehr und eine höhere monatliche Belastung für Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs.Verkehrspolitischer ZielkonfliktDas Deutschlandticket wird von Bund und Ländern finanziert und ist an eine Kostenformel gekoppelt. Der neue Preis soll die Finanzierung des Regional- und Nahverkehrs stabilisieren, erhöht aber die laufenden Ausgaben für Millionen Abonnenten.
Für Menschen, die regelmäßig pendeln, kann das Ticket trotz der Preissteigerung weiterhin günstiger sein als einzelne Fahrkarten; für Gelegenheitsnutzer sinkt der finanzielle Vorteil.Der Tankrabatt ist dagegen zeitlich befristet.
Entscheidend für die tatsächliche Entlastung an der Zapfsäule ist, in welchem Umfang Mineralölunternehmen die Steuersenkung weitergeben.
Parallel ist spätestens zum 1. Januar ein Preisdeckel vorgesehen.
Die politische Auseinandersetzung dürfte deshalb über die konkrete Ausgestaltung, die Finanzierung und die Frage weitergehen, ob Entlastungen stärker nach Einkommen oder nach Verkehrsmittel ausgerichtet werden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragentaz: „Sprit wird billiger, Deutschlandticket wird teurer: Verbände bemängeln falsche Prioritäten“ (30.09.2026)Der Beitrag stellt die geplante Entlastung beim Tanken der Preissteigerung beim Deutschlandticket gegenüber und rückt die Kritik von Verbänden an dieser Prioritätensetzung in den Mittelpunkt. Er bestätigt damit den zentralen Gegensatz der dts-Meldung, erweitert ihn aber um die Perspektive der Verkehrsverbände.WDR: „Bundeskartellamt: Tankrabatt muss an Autofahrer gehen“ (30.09.2026)Der WDR konzentriert sich auf die Weitergabe der Steuersenkung und die Beobachtung durch das Bundeskartellamt. Anders als die politische Kritik in der dts-Meldung liegt der Schwerpunkt hier auf dem Risiko, dass der Rabatt nicht vollständig bei den Verbrauchern ankommt, sowie auf dem geplanten Preisdeckel.Die Beiträge stimmen beim zeitlichen Zusammentreffen von Tankrabatt und teurerem Deutschlandticket überein. Unterschiede bestehen beim Schwerpunkt: Während die taz die Verteilung staatlicher Mittel bewertet, beleuchtet der WDR vor allem die praktische Wirkung des Rabatts an den Tankstellen.