Deutsche Exporte sinken im August auf 137,6 Milliarden Euro
heute 08:18 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Deutschlands Außenhandel entwickelt sich im August uneinheitlich: Die Exporte sinken gegenüber Juli, während die Importe zulegen. Der Überschuss bleibt mit 19,5 Milliarden Euro positiv und liegt über dem Vorjahreswert.
via dts Nachrichtenagentur
Die deutschen Exporte sind im August 2026 gegenüber dem Vormonat kalender- und saisonbereinigt um 0,8 Prozent gesunken.
Gleichzeitig stiegen die Importe um 0,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag auf Grundlage vorläufiger Ergebnisse mitteilte.Insgesamt exportierte Deutschland Waren im Wert von 137,6 Milliarden Euro und importierte Waren für 118,1 Milliarden Euro.Außenhandelsüberschuss sinkt gegenüber JuliDie Außenhandelsbilanz schloss damit mit einem Überschuss von 19,5 Milliarden Euro. Im Juli hatte der kalender- und saisonbereinigte Saldo bei 21,6 Milliarden Euro gelegen, im August 2025 bei 17,6 Milliarden Euro.Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahmen die Exporte um 6,2 Prozent und die Importe um 5,5 Prozent zu. Nominal, also nicht kalender- und saisonbereinigt, lagen die Ausfuhren bei 123,4 Milliarden Euro und die Einfuhren bei 108,4 Milliarden Euro.USA bleiben wichtigster ExportmarktDie Vereinigten Staaten waren im August das wichtigste Zielland deutscher Waren.
Die Exporte dorthin sanken gegenüber Juli um 6,3 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro, lagen damit aber 22,6 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats.Deutlich stärker entwickelten sich die Ausfuhren in das Vereinigte Königreich. Sie stiegen im Monatsvergleich um 16,7 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro. Die Exporte nach China legten um 4,7 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro zu.China führt Rangliste der Lieferländer anDie meisten Importe kamen aus China. Deutschland führte im August Waren im Wert von 16,8 Milliarden Euro aus der Volksrepublik ein, 11,0 Prozent mehr als im Juli.Die Importe aus den USA sanken dagegen um 0,5 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Aus dem Vereinigten Königreich wurden Waren im Wert von 3,2 Milliarden Euro eingeführt, 3,8 Prozent weniger als im Vormonat.EU-Handel entwickelt sich uneinheitlichIn die EU exportierte Deutschland kalender- und saisonbereinigt Waren für 77,5 Milliarden Euro; aus den Mitgliedstaaten kamen Waren im Wert von 59,3 Milliarden Euro. Gegenüber Juli sanken die Exporte in die EU um 0,6 Prozent und die Importe um 0,4 Prozent.In die Eurozone stiegen die Ausfuhren um 0,8 Prozent auf 54,3 Milliarden Euro, während die Einfuhren um 0,3 Prozent auf 39,6 Milliarden Euro zurückgingen. In EU-Staaten außerhalb der Eurozone sanken die Exporte um 3,5 Prozent auf 23,2 Milliarden Euro.
Die August-Zahlen zeigen ein gemischtes Bild des deutschen Außenhandels: Monatlich gingen die Exporte zurück, während die Importe zulegten.
Zugleich lagen beide Größen deutlich über dem Niveau des Vorjahres.
Der Außenhandelsüberschuss verringerte sich gegenüber Juli, blieb mit 19,5 Milliarden Euro aber höher als im August 2025.Besonders stark verschoben sich die Handelsströme außerhalb der EU. Die Ausfuhren in Drittstaaten sanken gegenüber Juli um 1,1 Prozent, während die Einfuhren aus diesen Ländern um 2,2 Prozent stiegen.
China blieb der wichtigste Lieferant Deutschlands; die Importe von dort nahmen binnen Monatsfrist um 11,0 Prozent zu. Bei den Exporten zeigt sich dagegen ein differenziertes Bild: Das Geschäft mit den USA lag zwar 22,6 Prozent über dem Vorjahreswert, ging im Monatsvergleich aber um 6,3 Prozent zurück.Handel bleibt von einzelnen Märkten abhängigDie Entwicklung unterstreicht die Bedeutung einzelner Absatz- und Beschaffungsmärkte für die deutsche Wirtschaft. Das Vereinigte Königreich verzeichnete bei den deutschen Ausfuhren im Monatsvergleich ein deutliches Plus von 16,7 Prozent, während die Exporte in EU-Staaten außerhalb der Eurozone um 3,5 Prozent sanken.
Schwankungen bei großen Handelspartnern können deshalb den Gesamtsaldo spürbar beeinflussen.Für Unternehmen und private Haushalte bedeutet der Anstieg der Importe zunächst ein größeres Warenangebot aus dem Ausland, zugleich aber auch eine stärkere Konkurrenz für heimische Anbieter. Die vorläufigen Zahlen bilden außerdem nur einen Monatsvergleich ab. Für die weitere Entwicklung sind daher die kommenden Außenhandelsdaten sowie die Nachfrage in Europa, den USA und China entscheidend.