Deutlich weniger Pkw-Exporte: Destatis meldet 2,0 Millionen Neuwagen

heute 08:06 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Die Ausfuhren neuer Pkw aus Deutschland sind im Zeitraum Januar bis Juli 2026 spürbar gesunken, während die Importe deutlich zulegen. Besonders stark wächst die Bedeutung chinesischer Hersteller auf dem deutschen Markt.

Autos (Archiv)
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via dts Nachrichtenagentur

Die Exporte von neuen Pkw aus Deutschland sind im Zeitraum Januar bis Juli 2026 deutlich zurückgegangen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden rund 2,0 Millionen Neuwagen im Wert von 73,5 Milliarden Euro ausgeführt, mengenmäßig 4,0 Prozent und wertmäßig 8,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.Wichtigste Zielländer und Antriebsarten im ExportZu den wichtigsten Zielländern für deutsche Neuwagen gehörten in den ersten sieben Monaten 2026 das Vereinigte Königreich, die USA und Italien.

Zusammen nahmen diese drei Länder 32,7 Prozent der exportierten Pkw ab. In das Vereinigte Königreich gingen rund 258.000 Fahrzeuge (13,0 Prozent), in die USA 245.000 Pkw (12,3 Prozent) und nach Italien 147.000 Pkw (7,4 Prozent).Beim Export machten Neufahrzeuge mit Verbrennungsmotor den größten mengenmäßigen Anteil aus. 52,7 Prozent der ausgeführten Pkw hatten einen Verbrennungsmotor, 28,1 Prozent einen Elektromotor und 19,2 Prozent einen Hybridantrieb. Diese Anteile blieben gegenüber dem Vorjahreszeitraum weitgehend stabil.Rückgang bei allen Antriebsarten im ExportDie Exporte von Pkw mit Verbrennungsmotor verringerten sich von Januar bis Juli 2026 um 2,9 Prozent auf 1 Million Fahrzeuge. Die Ausfuhr von Elektroautos sank ebenfalls um 2,9 Prozent auf 560.000 Stück, die von Hybridfahrzeugen ging um 8,2 Prozent auf 380.000 Pkw zurück.In die USA wurden 245.000 neue Pkw im Wert von 9,6 Milliarden Euro geliefert, mengenmäßig 2,6 Prozent und wertmäßig 17,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Den mit Abstand größten Teil der Exporte in die USA stellten mit 198.000 Fahrzeugen die Verbrenner mit einem Anteil von 80,8 Prozent. Elektroautos kamen auf 10,0 Prozent (25.000 Pkw), Hybridfahrzeuge auf 9,2 Prozent (23.000 Pkw).Veränderte Struktur der Ausfuhren in die USABeim Antriebsmix der nach USA exportierten Neuwagen ergab sich ein deutlicher Strukturwandel. Die Exporte von Neuwagen mit Verbrennungsmotor stiegen im Zeitraum Januar bis Juli 2026 um 31,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Demgegenüber brachen die Ausfuhren von Hybridfahrzeugen um 50,3 Prozent ein, und auch die Exporte von Elektroautos verringerten sich deutlich um 56,1 Prozent.Importe nach Deutschland legen kräftig zuNach Deutschland wurden in den ersten sieben Monaten 2026 rund 1,3 Millionen neue Pkw im Wert von 34,9 Milliarden Euro eingeführt. Im Vergleich zum Zeitraum Januar bis Juli 2025 stiegen die Einfuhren mengenmäßig um 16,0 Prozent und wertmäßig um 12,6 Prozent.Auch bei den importierten Fahrzeugen war der Verbrennungsmotor die häufigste Antriebsart. Er entfiel auf 43,7 Prozent oder 554.000 Pkw, gefolgt von Hybridfahrzeugen mit 31,8 Prozent (403.000 Pkw). Reine Elektrofahrzeuge machten 24,4 Prozent der Importe aus, entsprechend 309.000 Pkw.Starker Zuwachs bei Hybrid- und Elektroautos im ImportIm Vergleich zum Vorjahreszeitraum gingen die Importe von Pkw mit Verbrennungsmotor um 9,0 Prozent zurück. Gleichzeitig erhöhten sich die Einfuhren von Hybridfahrzeugen um 36,0 Prozent, die von reinen Elektroautos stiegen sogar um 66,3 Prozent. Damit wuchs der Anteil alternativer Antriebe an den gesamten Pkw-Importen deutlich.Die meisten importierten Neuwagen kamen mit einem Anteil von 13,8 Prozent aus China, insgesamt 175.000 Pkw. Es folgten Tschechien mit 13,7 Prozent (173.000 Pkw) und Spanien mit 12,4 Prozent (157.000 Pkw). Die Einfuhren aus China legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 120,9 Prozent zu, womit das Land vom vierten auf den ersten Rang der wichtigsten Lieferländer aufstieg.Lieferländer im VergleichAuch die Einfuhren aus Tschechien nahmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu, und zwar um 22,9 Prozent. Die Importe aus Spanien gingen demgegenüber leicht um 0,4 Prozent zurück. Aus den Vereinigten Staaten wurden von Januar bis Juli 2026 rund 59.000 neue Pkw importiert, was einem Anteil von 4,7 Prozent an den gesamten Neuwagenimporten entspricht.Die Einfuhren aus den USA verringerten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,1 Prozent. Die Vereinigten Staaten rangieren damit auf Platz 6 der wichtigsten Lieferländer von neuen Pkw, nachdem sie im Vorjahreszeitraum noch Rang 5 belegten.
Die neuen Zahlen zu den deutschen Pkw-Exporten und -importen zeigen eine deutliche Verschiebung der Gewichte im internationalen Automobilhandel. Während die Ausfuhr neuer Fahrzeuge aus Deutschland im Zeitraum Januar bis Juli 2026 wert- und mengenmäßig rückläufig ist, nimmt der Import deutlich zu. Das deutet auf eine schwächere Nachfrage nach in Deutschland produzierten Neuwagen im Ausland hin, gleichzeitig aber auf einen wachsenden Wettbewerb durch ausländische Hersteller auf dem deutschen Markt.Verschiebung der Absatzmärkte und AntriebsartenAuffällig ist der starke Rückgang bei Elektro- und Hybridfahrzeugen im Export, insbesondere in die USA, wo die Ausfuhren von Elektroautos und Hybriden massiv einbrechen, während klassische Verbrenner deutlich zulegen.

Dies weist darauf hin, dass sich Absatzchancen und Förderkulissen in wichtigen Zielländern verändern und deutsche Hersteller ihre Modellpalette und Exportstrategie anpassen müssen.

Zugleich steigt in Deutschland die Einfuhr von Hybrid- und Elektrofahrzeugen kräftig an, was auf eine steigende Nachfrage nach alternativen Antrieben und ein breiteres, auch ausländisches Angebot hindeutet.China wird Schlüsselakteur auf dem deutschen MarktBesonders ins Auge sticht der Sprung Chinas an die Spitze der Lieferländer für neue Pkw. Der starke Zuwachs der Einfuhren aus China legt nahe, dass chinesische Hersteller – darunter viele Anbieter von Elektro- und Hybridfahrzeugen – im deutschen Markt deutlich an Bedeutung gewinnen.

Für die heimische Autoindustrie erhöht dies den Druck, bei Preis, Technologie und Ladeinfrastruktur wettbewerbsfähig zu bleiben.

Für Verbraucher bedeutet die Entwicklung ein größeres Angebot und mehr Auswahl, aber auch die Notwendigkeit, sich bei Garantien, Service und Langfristqualität neuer Marken genauer zu informieren.Folgen für Industrie und PolitikFür die deutsche Automobilindustrie sind die Trends ein Signal, Exportmärkte und Produktstrategien zu überprüfen und insbesondere bei alternativen Antrieben international konkurrenzfähig zu bleiben.

Die Politik steht vor der Aufgabe, industrie-, klima- und handelspolitische Ziele so auszubalancieren, dass der Übergang zur Elektromobilität gelingt, ohne die industrielle Basis übermäßig zu schwächen.

Für Beschäftigte und Zulieferer der Branche können die Entwicklungen mittelfristig zu Strukturveränderungen führen, etwa durch Verlagerungen von Wertschöpfung oder neue Partnerschaften mit ausländischen Herstellern.

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