Dax steigt gemächlich – Börsen lassen sich von Trumps Iran-Rhetorik kaum beeinflussen
25.08.26 09:33 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Mit einem leichten Plus und sehr zurückhaltendem Handel hat der Dax den Dienstag eingeläutet.
via dts Nachrichtenagentur
Am Dienstagvormittag lag der Dax bei etwa 26.180 Punkten – ein Anstieg um 0,3 Prozent gegenüber dem Vortag. Besonders gefragt waren zunächst Infineon, Siemens Energy und Airbus, während Qiagen, Volkswagen und Mercedes-Benz das Schlusslicht bildeten.
Bei all dem Getöse um mögliche US-Sanktionen gegenüber dem Iran – inklusive vager Drohungen und den gewohnt markigen Worten aus Washington – blieben die Börsianer erstaunlich reserviert. Wie Thomas Altmann von QC Partners lakonisch anmerkt, würde solche Rhetorik aus dem Weißen Haus kaum noch Impulse setzen: Es fehle schlicht an Substanz. 'Die Märkte haben sich an die ständigen Drohgebärden angepasst – das wirkt inzwischen wie ein müder Bluff, als wollte man Iran an den Verhandlungstisch zwingen.' Auffällig niedrig war zudem das Handelsvolumen: Noch weniger war im laufenden Jahr fast nur am Pfingstmontag los. Der Dax dümpelte zwischen wenigen Käufern und Verkäufern vor sich hin. Dadurch gibt es zwar aktuell einen Boden nach unten – aber wehe, wenn sich die Verkaufslaune plötzlich dreht. Der Euro zeigte sich am Morgen leicht schwächer, pendelte um 1,1661 Dollar. Auch der Ölpreis gab nach, ein Barrel Brent rutschte auf 91,49 Dollar, was einem Minus von 0,7 Prozent entsprach – vielleicht nicht genug, um jemanden aus der Fassung zu bringen, aber doch erwähnenswert.
Der Dax zeigte sich zu Wochenbeginn stabil, obwohl politische Drohungen aus den USA gegen Iran und dessen Wirtschaftspartner im Raum stehen.
Analystinnen und Analysten sehen hierin kaum Auswirkungen auf die aktuelle Marktlage, da solche Ansagen mittlerweile wenig überraschen – zumal präzise Maßnahmen bislang fehlen und das Handelsvolumen extrem niedrig ist. Neu seit Redaktionsschluss: Die internationalen Märkte beobachten die weitere Entwicklung zwischen den USA und Iran aufmerksam, auch mit Blick auf den Ölpreis und dessen potentielle Auswirkungen auf die hiesige Industrie, wobei Unsicherheiten bezüglich möglicher Energieverknappungen weiterhin bestehen.
Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die Lage an den Märkten aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten angespannt bleibt; dennoch würden Investoren kurzfristig auf Unternehmenszahlen achten, während Konflikte wie jener zwischen dem Westen und Iran das generelle Klima, nicht aber unbedingt die Tageskurse bestimmen (Quelle: Süddeutsche Zeitung).
Die FAZ analysiert, dass internationale Wirtschaftsbeziehungen trotz der jüngsten Iran-Sanktionen seitens der USA vielerorts fortgesetzt werden und viele Unternehmen auf einen diplomatischen Ausweg hoffen, während sie vorsichtige Anpassungen vornehmen (Quelle: FAZ).
Laut Der Spiegel rückt die politische Unsicherheit zwar erneut in den Fokus, tatsächlich fasziniert Börsianer aber vor allem, wie resilient die Märkte auf wiederholte Drohszenarien reagieren; für Einzelwerte sind eher branchenspezifische Nachrichten und die Hoffnung auf Zinssenkungen entscheidend (Quelle: Der Spiegel).