Dax steigt auf 25.299 Punkte trotz US-Inflationssorgen
vor 28 Minuten, dts-nachrichtenagentur.de
Der deutsche Leitindex behauptete sich trotz neuer Inflationssorgen aus den USA. Energiepreise, Anleiherenditen und die erwartete Geldpolitik der Fed prägten die Stimmung an den Märkten.
via dts Nachrichtenagentur
Dax schließt bei 25.299 PunktenDer Dax hat am Mittwoch zugelegt und den Xetra-Handel bei 25.299 Punkten beendet.
Der deutsche Leitindex gewann damit 0,2 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss, nachdem er seine anfänglichen Gewinne nur vorübergehend ausgebaut hatte.US-Inflation erhöht den Druck auf die MärkteDie höher als erwartet ausgefallenen US-Verbraucherpreise sorgten laut Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, für neue Nervosität an Aktien- und Anleihemärkten.
Besonders die gestiegenen Benzin- und Dieselpreise hätten Spuren in der Inflation hinterlassen; auch die Kernrate sei stärker als erwartet gestiegen.Lipkow zufolge steigt damit die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank ihren restriktiven Kurs verschärfen muss. Hohe Energiepreise treiben die Inflation, während steigende Zinserwartungen die Anleiherenditen stützen und Aktien mit hohen Bewertungen weniger attraktiv machen.Unsicherheit über Aktien und AnleihenFür Fed-Chef Kevin Warsh werde die Inflationsbekämpfung damit zu einer ersten großen Bewährungsprobe, erklärte Lipkow. Die Teuerung liege bereits seit längerer Zeit über dem Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank, während die aktuellen Daten die Gefahr einer Belastung für die Konjunktur erhöhten.Auch deutsche Anleger seien unsicherer, ob Aktien angesichts hoher Anleiherenditen weiterhin die bevorzugte Anlage seien.
Lipkow verwies auf den Abverkauf gut aufgenommener US-Quartalszahlen und eine angekündigte Umschichtung von Blackrock in Richtung Staatsanleihen.Rheinmetall vorne, Siemens Energy hintenBis kurz vor Handelsschluss führten die Aktien von Rheinmetall die Kursliste in Frankfurt an. Dahinter folgten MTU, Airbus und Merck, während Siemens Energy und Volkswagen die Schlusslichter bildeten.Gas und Öl bleiben teuerDer Gaspreis sank geringfügig. Eine Megawattstunde zur Lieferung im November kostete 87 Euro; bei dauerhaftem Preisniveau entspräche das einem Verbraucherpreis von mindestens rund 13 bis 16 Cent je Kilowattstunde einschließlich Nebenkosten und Steuern.Der Brent-Ölpreis stieg am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit leicht auf 105,70 US-Dollar je Barrel. Der Euro notierte schwächer bei 1,1122 US-Dollar, während ein Dollar 0,8991 Euro kostete.
Der Handelstag zeigt, wie stark die Frankfurter Börse derzeit auf die Verbindung von Inflation, Energiepreisen und Zinserwartungen reagiert. Ein Dax-Plus von 0,2 Prozent bei 25.299 Punkten fällt angesichts der zwischenzeitlichen Gewinne moderat aus. Die US-Verbraucherpreise liefern dabei einen wichtigen Impuls, weil sie die Einschätzung beeinflussen, wie lange die US-Notenbank an einer restriktiven Geldpolitik festhalten muss.Besonders relevant ist der Energiekanal: Höhere Benzin-, Diesel- und Ölpreise erhöhen direkt die Verbraucherpreise und können zugleich über Transport, Produktion und Dienstleistungen weitere Kosten in die Wirtschaft tragen.
Steigende Anleiherenditen verschieben außerdem die Bewertung von Aktien.
Festverzinsliche Anlagen werden attraktiver, während Unternehmen mit hohen Finanzierungskosten und wachstumsabhängigen Bewertungen stärker unter Druck geraten können.Auswirkungen auf Anleger und VerbraucherFür Anleger bedeutet das ein schwankungsanfälliges Umfeld, in dem Konjunkturdaten kurzfristig größere Bewegungen auslösen können.
Die im Dax genannten Gewinner aus Rüstungs-, Luftfahrt- und Industriewerten sowie die schwächeren Titel aus Energie- und Autosektor zeigen, dass die Reaktion nicht alle Branchen gleich trifft.Für Verbraucher bleibt die Entwicklung bei Energie und Wechselkursen entscheidend. Ein dauerhaft hoher Gaspreis kann die Haushaltskosten erhöhen, während ein stärkerer Dollar importierte Rohstoffe verteuert. Die weitere Richtung der Märkte hängt daher vor allem davon ab, ob der Inflationsdruck nach den aktuellen Daten anhält und wie die Fed ihren Zinskurs anpasst.