Dax startet bei 25.835 Punkten kaum verändert in den Handel
vor 19 Minuten, dts-nachrichtenagentur.de
Der Dax startet nahezu unverändert in den Donnerstag und stabilisiert sich knapp unter dem Vortagesschluss, während langfristige Anleiherenditen und Energiepreise den Marktrahmen vorgeben. Besonders gefragt sind zu Handelsbeginn Deutsche Telekom, Münchener Rück und SAP.
via dts Nachrichtenagentur
Der Dax ist am Donnerstag kaum verändert in den Handelstag gestartet.
Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.835 Punkten berechnet und lag damit minimal unter dem Schlussniveau des vorherigen Handelstages.Stabile Indexlage mit neuen FavoritenAn der Spitze der Kursliste standen zu Handelsbeginn die Aktien von Deutsche Telekom, Münchener Rück und SAP. Am Ende des Index rangierten dagegen die Papiere von Daimler Truck, MTU und Scout24. Damit setzte sich das Bild einer leichten Umschichtung innerhalb des Marktes fort, ohne dass der Gesamtindex deutlich ausschlug.Marktbeobachter verweisen darauf, dass der Dax sich nach seinem jüngsten Rekordhoch in einer Phase der Konsolidierung befindet.
Die Kursverluste hielten sich bislang in engen Grenzen und blieben im Vergleich zur vorangegangenen Rallye überschaubar.Analyst sieht Reibung zwischen Gewinnen und RenditenJochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, sprach von einem Spannungsfeld zwischen zweistellig wachsenden Firmengewinnen und inflationsbedingten Renditeanstiegen. In diesem Umfeld komme es zu Reibung, doch der Anstieg der dreißigjährigen Renditen in Deutschland auf über 3,8 Prozent bringe den Markt nach seiner Einschätzung nicht aus dem Takt. Anleger gingen derzeit davon aus, dass Gewinnmitnahmen im Dax nach dem neuen Rekordhoch überwiegend vorübergehenden Charakter haben.Stanzl zufolge haben sich viele Investoren auf Basis der zurückliegenden Berichtssaison eine klare Meinung gebildet.
Geopolitische Spannungen, Inflationsrisiken und steigende Energiepreise hätten das zweistellige Gewinnwachstum der Unternehmen in den vergangenen drei Monaten nicht gestoppt. Anleger setzten darauf, dass sich dieses Bild zunächst fortsetzen könne.Wichtige Unterstützungsmarke bei 25.800 PunktenDer Analyst sieht im aktuellen Kursverlauf eine breitere Handelsspanne, die sich im Vergleich zu früheren Wochen nach oben verschoben hat. Diese Spanne liege seit rund vier Wochen etwa 800 Punkte höher als zuvor. Die Zone um 25.800 Punkte bezeichnete er als untere Begrenzung und damit als mögliche technische Unterstützungsmarke.Ein Unterschreiten dieser Marke würde demnach ein Abwärtsrisiko von rund 1.000 Punkten eröffnen, bis zur darunterliegenden Handelsspanne. Ob neue Käufer zu günstigeren Kursen einsteigen und damit den Markt stabilisieren, bleibt aus seiner Sicht abzuwarten.Euro fester, Ölpreis gibt nachAuch am Devisen- und Rohstoffmarkt zeigte sich am Donnerstagmorgen Bewegung.
Die europäische Gemeinschaftswährung war etwas stärker, ein Euro kostete 1,1609 US-Dollar. Ein Dollar war entsprechend für 0,8614 Euro zu haben.Der Ölpreis gab unterdessen nach. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 94,55 US-Dollar. Das waren 108 Cent oder 1,1 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstages.
Der nur wenig veränderte Handelsstart des Dax signalisiert eine Phase der Konsolidierung nach dem jüngsten Rekordhoch. Der Index bewegt sich zwar knapp unter dem Schlusskurs des Vortages, bleibt aber deutlich über früheren Niveaus und bestätigt damit die insgesamt robuste Marktverfassung.Marktumfeld zwischen Gewinnwachstum und ZinsanstiegIm Mittelpunkt steht das Spannungsfeld aus zweistellig wachsenden Unternehmensgewinnen und steigenden Renditen am Anleihemarkt. Höhere langfristige Zinsen erhöhen den Druck auf Aktienbewertungen, wirken aber bislang nicht als Auslöser für eine Trendwende, sondern eher für eine Ausweitung der Handelsspanne. Die von Stanzl beschriebene höhere Handelsspanne mit einer Unterstützung um 25.800 Punkte unterstreicht, dass Investoren kurzfristige Rücksetzer bislang vor allem als Gelegenheit für Gewinnmitnahmen nutzen.Der Hinweis auf ein Abwärtsrisiko von rund 1.000 Punkten bei einem Bruch dieser Zone zeigt jedoch, dass der Markt technisch anfälliger geworden ist. Anleger reagieren sensibel auf Rendite- und Inflationsdaten sowie geopolitische Risiken, verlassen aber die Aktienmärkte nicht, solange die Gewinnentwicklung der Unternehmen die Risiken aus ihrer Sicht kompensiert.Rolle von Währungen und RohstoffenDer etwas festere Euro bei gleichzeitig leichter Schwäche des Ölpreises nimmt Druck von der europäischen Wirtschaft, insbesondere von energieintensiven Branchen.
Ein höherer Euro-Kurs verbilligt Energieimporte in Landeswährung, während der Rückgang des Brent-Preises die zuletzt gestiegenen Energiekosten zumindest etwas dämpft. Für exportorientierte Unternehmen ist ein stärkerer Euro zwar Gegenwind, der Effekt bleibt bei moderaten Bewegungen jedoch begrenzt.Für Privatanleger bedeutet die aktuelle Lage, dass der Dax zwar nahe historischer Hochs notiert, sich aber in einer technisch heiklen Zone befindet.
Kurzfristig stehen die Entwicklung der Kapitalmarktzinsen und neue Unternehmenszahlen im Fokus. Bleibt das Gewinnwachstum stabil und steigen die Renditen nicht deutlich weiter, könnte sich die aktuelle Seitwärtsphase als Zwischenstopp in einem längerfristigen Aufwärtstrend erweisen; stärkere Rückgänge würden hingegen vor allem dann wahrscheinlicher, wenn die Unterstützung um 25.800 Punkte klar unterschritten wird.