Dax fällt zum Start auf 25.610 Punkte wegen Erzeugerpreisen

18.09.26 09:32 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Der Dax startet am Freitag trotz Rückenwinds aus Asien mit Verlusten in den Handelstag, belastet von unerwartet stark gestiegenen Erzeugerpreisen. Gleichzeitig sorgt der große Verfallstag für zusätzliche Schwankungen an den Märkten.

Frankfurter Börse (Archiv)
Frankfurter Börse (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Der Dax ist am Freitag mit Verlusten in den Handelstag gestartet.

Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.610 Punkten berechnet und lag damit 0,4 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag.Rückenwind aus Asien, Impulse aus der GeldpolitikDie asiatischen Börsen haben zum Wochenschluss die positiven Vorgaben der Wall Street weitgehend aufgenommen.

Vor allem Technologiewerte fungierten als Zugpferde, während fallende Ölpreise und sinkende Renditen den Aktienmärkten zusätzlichen Rückenwind gaben.

Die großen Indizes in China, Japan und Südkorea konnten deutlich zulegen.Für Bewegung sorgte die Bank of Japan, die ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent anhob. Die Entscheidung fiel mit sieben zu zwei Stimmen nicht einstimmig aus. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wurde der Auftritt der Notenbank insgesamt eher taubenhafter bewertet, was den Yen im Anschluss unter Druck brachte und darauf hindeutet, dass die Bank bei weiteren Zinserhöhungen vorsichtig vorgehen dürfte.Hexensabbat erhöht die SchwankungsanfälligkeitNachdem die wichtigsten Notenbankentscheidungen der Woche hinter den Anlegern liegen, richtet sich der Blick auf den sogenannten Hexensabbat. Zur Mittagszeit werden zunächst Indexoptionen und Futures abgerechnet, bevor zur Schlussauktion die Aktienoptionen folgen. Um diese Termine herum kann es bei Indizes und einzelnen Aktien zu größeren Kursausschlägen kommen.Ungewöhnliche Bewegungen an diesem Handelstag gelten daher nicht zwangsläufig als neue Marktsignale. Am großen Verfallstag bestimmen zeitweise die Positionierungen an den Terminbörsen stärker die Kurse als fundamentale Nachrichten.

Der Handelsstart im Dax dürfte deshalb zunächst verhaltener bleiben, auch weil viele positive Impulse aus den Vorbörsen bereits am Vortag in den Kursen verarbeitet wurden.Steigende Erzeugerpreise schüren InflationssorgenFür den Dax kommt am Morgen ein zusätzlicher Belastungsfaktor aus der Binnenwirtschaft hinzu. Die deutschen Erzeugerpreise sind stärker als erwartet gestiegen, nachdem bereits die Großhandelspreise nach oben überrascht hatten.

Damit verdichten sich die Hinweise auf wieder zunehmenden Preisdruck in Deutschland.Während fallende Energiepreise den Märkten derzeit einen Teil der Inflationssorgen nehmen, zeigen die inländischen Preisdaten in eine andere Richtung.

Für Anleger bleibt die Inflationsdebatte damit ein zentrales Thema, das auch die Erwartungen an die künftige Geldpolitik im Euroraum beeinflusst.Devisen-, Gold- und Ölmarkt in BewegungDie europäische Gemeinschaftswährung präsentierte sich am Freitagmorgen etwas fester. Ein Euro kostete 1,1479 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8712 Euro zu haben.

Der stärkere Euro spiegelt die aktuell robuste Position der Währung gegenüber dem US-Dollar wider.Der Goldpreis konnte deutlich profitieren: Am Morgen wurden für eine Feinunze 4.392 US-Dollar gezahlt, was einem Anstieg von 1,3 Prozent entspricht. Umgerechnet entsprach dies einem Preis von 123,02 Euro pro Gramm. Unterdessen sank der Ölpreis stark. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 102,70 US-Dollar und damit 215 Cent oder 2,1 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Der schwächere Start des Dax vor dem Hintergrund höherer Erzeugerpreise und eines großen Verfallstags fügt sich in ein Marktumfeld ein, in dem Anleger sensibel auf Inflationssignale reagieren.

Steigende Produzentenpreise gelten als Frühindikator für den Preisdruck auf Verbraucherebene, weil Unternehmen höhere Kosten zumindest teilweise an Kunden weitergeben können. In Kombination mit bereits überraschend gestiegenen Großhandelspreisen wächst die Sorge, dass der disinflationäre Trend ins Stocken geraten könnte.Internationale Geldpolitik und MarktstimmungDie Entscheidung der Bank of Japan, den Leitzins auf 1,25 Prozent anzuheben und dabei im Rat keine Einstimmigkeit zu erzielen, unterstreicht die Unsicherheit, wie schnell und wie weit die globale Zinswende voranschreiten soll. Eine als "taubenhaft" interpretierte Kommunikation nimmt zwar kurzfristig Druck vom Anleihemarkt, schwächt aber die jeweilige Währung und beeinflusst Kapitalströme. Für europäische Aktienmärkte bleibt die Geldpolitik der großen Notenbanken ein entscheidender Taktgeber, auch wenn die wichtigsten Beschlüsse dieser Woche bereits gefallen sind.Hexensabbat und Bedeutung für AnlegerDer sogenannte Hexensabbat verstärkt an Tagen wie diesem die Kursausschläge, ohne dass zwingend ein neuer Trend entsteht. Wenn große Positionen in Index- und Aktienoptionen auslaufen, können kurzfristige Bewegungen stärker durch technische Faktoren als durch Nachrichten getrieben sein. Für private Anleger bedeutet das, dass ungewöhnliche Schwankungen im Dax oder in Einzelwerten nicht überinterpretiert werden sollten.

Zugleich zeigen der kräftige Goldpreisanstieg und der deutlich gefallene Ölpreis, wie uneinheitlich die Signale an den Märkten derzeit sind: Während sinkende Energiepreise Inflationsängste dämpfen, deuten nationale Preisdaten in Deutschland in die entgegengesetzte Richtung.

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