Dax fällt um 0,5 Prozent, Brent-Öl nähert sich 100 Dollar
heute 09:44 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Der Dax startet am Dienstag mit einem Minus in den Handelstag, während der Ölpreis der Sorte Brent nahe 100 US-Dollar liegt und damit zum zentralen Risiko für Konjunktur und Börsen wird. Zugleich bleiben die Spannungen zwischen den USA und dem Iran ein wichtiger Einflussfaktor für die Märkte.
via dts Nachrichtenagentur
Der Dax ist am Dienstag mit Verlusten in den Handelstag gestartet.
Gegen 9:40 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.875 Punkten berechnet, 0,5 Prozent unter dem Schlussniveau vom vorherigen Handelstag.Gewinner und Verlierer im frühen HandelAn der Spitze der Kursliste rangierten Scout24, Fresenius und die Deutsche Börse. Am Ende der Liste lagen Infineon, Continental und Heidelberg Materials mit Abschlägen.Thomas Altmann von QC Partners sprach von einem sehr ruhigen Wochenauftakt für den deutschen Leitindex. Bedingt durch den US-Feiertag sei das Handelsvolumen beim Dax am Montag extrem niedrig gewesen, noch weniger Dax-Aktien als an diesem Tag seien bislang nur am Pfingstmontag gehandelt worden.US-Börsen als ImpulsgeberAltmann betonte, der gestrige Handelstag habe daher nur eine begrenzte Aussagekraft. Mit dem heutigen Wochenstart der US-Börsen werde das Handelsvolumen auch hierzulande wieder deutlich ansteigen, was frische Impulse für die Kursentwicklung im Dax erwarten lässt.Gleichzeitig richtet sich der Blick der Anleger auf den Ölmarkt. Der Ölpreis notiert nur minimal unter der Marke von 100 Dollar und bewegt sich damit auf einem für die Weltwirtschaft kritischen Niveau.Risiken durch hohen ÖlpreisBislang lassen sich Aktienanleger davon laut Altmann nicht aus der Ruhe bringen.
Sollte der Ölpreis allerdings länger in diesem Bereich handeln oder sogar weiter ansteigen, würden die Schäden für die Weltwirtschaft hoch sein, warnte der Marktbeobachter. In einem solchen Szenario könnten auch die Aktienmärkte den Ölpreis nicht dauerhaft ignorieren.Aktuell überwiegt am Aktienmarkt nach seinen Worten die Hoffnung auf eine nur kurze Eskalationswelle zwischen den USA und dem Iran und einen anschließend schnellen Rückgang des Ölpreises.
Eine Entspannung würde die Sorge vor dauerhaften Belastungen der Konjunktur mindern.Entwicklung von Euro und Brent-PreisDie europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Dienstagmorgen etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,1615 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8610 Euro zu haben.Der Ölpreis stieg unterdessen deutlich. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 98,72 US-Dollar, das waren 1,8 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Der Handelstag am Dienstag steht im Zeichen eines schwächeren Dax und eines deutlich gestiegenen Ölpreises.
Der deutsche Leitindex gibt zu Beginn nach, während der Brent-Preis nahe der Marke von 100 US-Dollar notiert. Diese Kombination ist für Aktienmärkte erfahrungsgemäß angespannt, weil hohe Energiepreise die Kosten vieler Unternehmen erhöhen und die Kaufkraft der Verbraucher schwächen können.Hoher Ölpreis als BelastungsfaktorEin Brent-Preis deutlich über 90 US-Dollar und nahe 100 US-Dollar gilt als Niveau, bei dem sich die Belastungen für die Weltwirtschaft verstärken.
Energiekosten schlagen in Industrie, Logistik und Chemie direkt auf die Margen durch, während Verbraucher über höhere Heiz- und Spritpreise indirekt betroffen sind. Bleibt dieser Preisbereich über längere Zeit bestehen oder zieht weiter an, können Wachstumsprognosen nach unten revidiert und Gewinnschätzungen der Unternehmen unter Druck geraten.Rolle der geopolitischen SpannungenIn der Meldung wird die Hoffnung auf nur eine kurze Eskalationsphase zwischen den USA und dem Iran erwähnt. Konflikte mit großen Förderländern oder wichtigen Transportregionen haben regelmäßig Einfluss auf Angebotserwartungen und Risikoaufschläge im Ölpreis. Marktteilnehmer achten daher nicht nur auf aktuelle Preisstände, sondern auch auf die politische Lage und mögliche Auswirkungen auf Produktions- und Transportkapazitäten.Bedeutung für AnlegerFür Anleger bedeutet die aktuelle Konstellation, dass neben der Entwicklung der US-Börsen insbesondere der Ölmarkt und die geopolitische Lage aufmerksam beobachtet werden.
Kurzfristig können hohe Ölpreise und politische Spannungen zu stärkeren Schwankungen an den Aktienmärkten führen.
Langfristige Investoren achten auf die Frage, ob sich der Ölpreis wieder von dem hohen Niveau entfernt oder in eine Phase dauerhaft erhöhter Preise eintritt, die strategische Anpassungen bei Portfolios und Unternehmensplanungen erforderlich machen könnte.