Dax fällt auf 25.070 Punkte und kämpft um 25.000er-Marke
heute 12:32 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Der deutsche Leitindex gerät durch teures Öl und steigende Renditen unter Druck. Auch der FTSE 100 gibt nach, während Brent am Mittag über 100 US-Dollar notiert.
via dts Nachrichtenagentur
Der Dax ist am Donnerstag nach einem bereits schwachen Start bis zum Mittag weiter gefallen.
Gegen 12:30 Uhr wurde der deutsche Leitindex mit rund 25.070 Punkten berechnet und lag damit 0,5 Prozent unter dem Schlussniveau des Vortags.Dax ringt mit 25.000 Punkten„Der Dax kämpft zur Stunde mit der Marke von 25.000 Punkten“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Als Belastungsfaktoren nannte er steigende Energiepreise und zugleich anziehende Anleiherenditen, die Anleger zunehmend aus dem Aktienmarkt trieben.Hohe Ölpreise schüren demnach die Sorge vor einem erneuten Preisschub und einer länger restriktiven Geldpolitik. Gleichzeitig verteuern steigende Renditen die Refinanzierung von Staaten und Unternehmen und schränken deren finanziellen Spielraum ein.Renditen erhöhen Druck auf AktienLipkow zufolge werden die Folgen der jahrelangen Niedrigzinsphase zunehmend ausgepreist. Attraktivere Anleihen erhöhten die Anforderungen an Aktien, höhere Risiken und ambitionierte Bewertungen zu rechtfertigen.Auch der britische FTSE 100 fiel am Donnerstag auf 10.460 Punkte. Die Kursgewinne schwergewichtiger Ölkonzerne reichten laut Lipkow nicht aus, um den Gegenwind am britischen Anleihemarkt auszugleichen; besonders Immobiliensektor und privater Konsum könnten unter hohen Energie- und Finanzierungskosten leiden.Euro schwächer, Gold und Öl teurerDie europäische Gemeinschaftswährung notierte am Donnerstagnachmittag schwächer. Ein Euro kostete 1,1287 US-Dollar, während ein Dollar 0,8860 Euro wert war.Der Goldpreis stieg leicht auf 4.165 US-Dollar je Feinunze. Der Preis für ein Gramm lag damit bei 118,64 Euro. Brent-Öl verteuerte sich gegen 12 Uhr deutscher Zeit um 2,4 Prozent auf 100,40 US-Dollar je Barrel.Umschichtung in Anleihen möglichDer globale Renditeanstieg könne die Kräfteverhältnisse an den Kapitalmärkten verändern, sagte Lipkow. Aus dem Gegenwind für Aktien könne eine Umschichtung in Richtung Anleihen werden, die die Aktienmärkte über mehrere Quartale belasten könnte.
Der Dax steht am Donnerstagmittag unter dem Einfluss zweier gegenläufiger Marktkräfte: höherer Energiepreise und steigender Anleiherenditen.
Brent-Öl notierte zuletzt über der Marke von 100 US-Dollar je Barrel. Das erhöht den Kostendruck für Unternehmen und kann zugleich die Inflationserwartungen anheizen.Für die Aktienmärkte ist besonders der Renditeanstieg relevant. Wenn Staatsanleihen höhere Erträge bieten, müssen Aktien durch stärkere Gewinnperspektiven überzeugen, um ihr zusätzliches Risiko zu rechtfertigen.
Höhere Finanzierungskosten belasten zudem Unternehmen, Immobilienmärkte und private Haushalte. In Deutschland war der Dax bereits am Vortag um 0,8 Prozent auf 25.199 Punkte gefallen, während die hohen Energiepreise als wesentlicher Belastungsfaktor galten.Ölpreise erhöhen den InflationsdruckDie Marktbewegung fällt in eine Phase, in der die Inflation in Deutschland wieder über drei Prozent gestiegen ist. Der teurere Rohstoff kann diese Entwicklung verstärken, auch wenn die zum 1. Oktober geltende Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel die Verbraucher kurzfristig entlastet.
Für die Geldpolitik bedeutet ein anhaltender Preisschub weniger Spielraum für schnelle Zinssenkungen.Der Dax bleibt damit besonders empfindlich gegenüber neuen Signalen vom Öl- und Anleihemarkt. Eine nachhaltige Entspannung bei Energiepreisen und Renditen würde den Bewertungsdruck mindern; weitere Anstiege könnten dagegen die Umschichtung von Aktien in Anleihen beschleunigen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenTagesschau: „Marktbericht: Zinsängste schrecken DAX-Anleger ab“ (30.09.2026)Der Beitrag bestätigt die Belastung des Dax durch stark gestiegene Energiepreise und ordnet den Rückgang auf 25.199 Punkte ein. Im Mittelpunkt stehen dort die Zinsängste der Anleger und damit ein stärkerer Fokus auf die geldpolitische Dimension.n-tv: „Der Börsen-Tag Mittwoch, 30. September 2026“ (30.09.2026)Der Börsenbericht beschreibt ebenfalls das hohe Ölpreisniveau und die schwache Entwicklung des Dax. Anders als die aktuelle Meldung stellt er die Entwicklung am Vortag und die Bewegungen an mehreren Märkten in den Vordergrund.Übereinstimmend gelten Energiepreise und Finanzierungskosten als zentrale Belastungsfaktoren.
Offen bleibt, ob der Renditeanstieg nur eine kurzfristige Marktreaktion bleibt oder sich zu einer länger anhaltenden Umschichtung in Richtung Anleihen entwickelt.