Continental setzt nach Aufspaltung auf Milliarden für Reifen-Zukäufe

heute 07:05 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Continental-Chef Christian Kötz setzt nach der Aufspaltung des Konzerns als reiner Reifenhersteller auf Wachstum durch Übernahmen. Im Fokus stehen Spezialreifen sowie eine stärkere Präsenz in Asien, Amerika und Europa.

Continental AG (Archiv)
Continental AG (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Continental will nach der Aufspaltung und der Fokussierung auf das Reifengeschäft durch Übernahmen weiter wachsen.

Der Dax-Konzern sieht sich dabei in seiner neuen Aufstellung als reiner Reifenhersteller gut positioniert, um seine Marktposition durch Zukäufe auszubauen.Akquisitionen bleiben zentraler Wachstumspfad„Akquisitionen waren immer ein Teil der Wachstumsstrategie von Continental“, sagte der neue Vorstandsvorsitzende Christian Kötz der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagsausgabe). Zukäufe seien auch künftig eine Option, wenn sie finanziell sinnvoll darstellbar seien und das Geschäft inhaltlich voranbringen würden.

Als interessante Felder nannte Kötz das Geschäft mit Spezialreifen sowie eine stärkere Marktpräsenz in Asien, einer Region, in der Continental weiter zulegen will.Finanzielle Spielräume für Milliarden-ZukäufeFür solche Schritte sieht Kötz eigenen Angaben zufolge erheblichen Spielraum. Die finanzielle Schlagkraft des Unternehmens werde künftig zunehmen, da Continental seine Verschuldung reduziere und pro Jahr rund eine Milliarde Euro Free Cashflow nach Zinsen und Steuern generiere. Im Falle einer Konsolidierung in der Reifenindustrie könne der Konzern mittelfristig für einen Zukauf mehrere Milliarden Euro mobilisieren.

Weltweit wird der Reifenmarkt derzeit von den vier Branchengrößen Michelin, Bridgestone, Goodyear und Continental dominiert, daneben existiert vor allem in Asien eine Vielzahl kleinerer Hersteller.Wachstum in Asien, Amerika und EuropaNeben dem Ausbau des Geschäfts in Asien will Continental auch in Amerika weiter zulegen. In Europa sieht der Konzernchef trotz hoher Kosten und scharfem Wettbewerb ebenfalls Chancen, nicht zuletzt durch den Markteintritt chinesischer Fahrzeughersteller. Diese Unternehmen stellten hohe Anforderungen an Qualität, Technologie und Nachhaltigkeit, sagte Kötz. Viele der in China produzierten Fahrzeuge, die derzeit nach Europa exportiert werden, seien daher mit Reifen von Continental ausgestattet.

Bei BYD seien die Produkte des Unternehmens bereits stark vertreten, ebenso bei vielen anderen chinesischen Marken.
Die Ankündigungen von Continental-Chef Christian Kötz markieren die nächste Phase nach der strategischen Aufspaltung des Konzerns und der Fokussierung auf das Reifengeschäft. Die dts-Meldung verweist auf eine klare Wachstumsagenda, die weniger auf organische Expansion als auf gezielte Übernahmen setzt. Vor allem Spezialreifen und der Ausbau der Präsenz in Asien werden als Hebel genannt, um die Position unter den vier globalen Branchengrößen weiter zu stärken.Bemerkenswert ist die Betonung der finanziellen Basis: Continental reduziert die Verschuldung und erzielt nach eigenen Angaben rund eine Milliarde Euro Free Cashflow pro Jahr. Das verschafft dem Unternehmen Spielraum, in einem von Konsolidierungstendenzen geprägten Markt als aktiver Käufer aufzutreten.

Mit Blick auf mögliche Zusammenschlüsse in der Reifenindustrie macht Kötz deutlich, dass Continental mittelfristig mehrere Milliarden Euro für größere Zukäufe mobilisieren könnte. Dies unterstreicht den Anspruch, nicht nur auf Marktbewegungen zu reagieren, sondern diese mitzugestalten.Strategische Schwerpunkte in Asien, Amerika und EuropaDie regionale Ausrichtung zeigt, dass Continental sein Wachstum breit aufstellen will. In Asien und Amerika sollen Marktanteile ausgebaut werden, während Europa trotz hoher Kosten und intensiver Konkurrenz als Chance gesehen wird. Der Markteintritt chinesischer Fahrzeughersteller auf dem europäischen Markt spielt dabei eine zentrale Rolle. Laut Kötz rollen viele der in China produzierten und nach Europa exportierten Fahrzeuge bereits auf Continental-Reifen, etwa bei BYD und anderen Marken.

Für Leser bedeutet dies: Der Wettbewerb um Reifenaufträge für neue, vor allem chinesische Modelle dürfte sich weiter verschärfen, Continental positioniert sich hier aber bewusst als Qualitäts- und Technologiepartner – und sichert sich so zusätzliche Nachfrage in einem sich wandelnden Automarkt.

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