Commerzbank-Übernahme: Deutsche Bank sieht große Chance

heute 17:04 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Die Deutsche Bank rechnet nach der geplanten Übernahme der Commerzbank durch Unicredit mit zusätzlichen Geschäftsmöglichkeiten. Besonders im internationalen Firmenkundengeschäft will das Institut Kunden ansprechen, die ihre Bankbeziehungen neu ordnen müssen.

Deutsche Bank (Archiv)
Deutsche Bank (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Deutsche Bank will von Commerzbank-Übernahme profitierenDie Deutsche Bank sieht die geplante Übernahme der Commerzbank durch die italienische Großbank Unicredit als Chance für weiteres Wachstum. Vorstandsmitglied Alexander von zur Mühlen sagte dem „Handelsblatt“ am Rande der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Bangkok, die Deutsche Bank wolle betroffenen Firmenkunden insbesondere im internationalen Geschäft als Ansprechpartner dienen.EZB genehmigt Ausbau der BeteiligungDie Europäische Zentralbank genehmigte am Donnerstagabend, dass Unicredit seinen Anteil an der Commerzbank über die bisherige Schwelle von 30 Prozent hinaus unbegrenzt aufstocken darf. Aktuell hält Unicredit knapp 30 Prozent der Anteile.Weitere knapp 20 Prozent der Commerzbank-Aktien wurden Unicredit im Rahmen eines Übernahmeangebots angedient. Für die Übernahme dieser Aktien benötigt das Institut noch die Zustimmung verschiedener Behörden.Deutsche Bank erwartet neue KundenNach Darstellung von zur Mühlen ist die deutsche Wirtschaft international ausgerichtet und benötigt deshalb Banken mit einer weltweiten Plattform. Wenn ein Wettbewerber in bestimmten Segmenten wegfalle, steige die Verantwortung der Deutschen Bank ebenso wie ihr Wachstumspotenzial.Unicredit hatte wiederholt angekündigt, das internationale Geschäft der Commerzbank zurückzufahren.

Das könnte Firmenkunden dazu bewegen, neue Bankpartner für internationale Geschäfte zu suchen.

Die Deutsche Bank will nach eigenen Angaben sowohl in Deutschland als auch im Auslandsgeschäft erste Anlaufstelle für diese Unternehmen sein.Übernahmeprozess noch nicht abgeschlossenDie EZB-Genehmigung galt als wichtigste Hürde für den weiteren Ausbau der Beteiligung.

Für den Vollzug der Übernahme der angedienten Aktien stehen jedoch noch weitere behördliche Entscheidungen aus.
Die Genehmigung der Europäischen Zentralbank beseitigt die bislang wichtigste aufsichtsrechtliche Hürde für einen weiteren Einstieg Unicredits bei der Commerzbank. Unicredit darf die Beteiligung über die Schwelle von 30 Prozent hinaus ohne feste Obergrenze erhöhen; für den Erwerb der zusätzlich angedienten Aktien sind jedoch weitere behördliche Zustimmungen erforderlich.Damit gewinnt der Übernahmeprozess an Dynamik. Unicredit hält aktuell knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile, weitere knapp 20 Prozent wurden dem italienischen Institut im Übernahmeangebot angedient. Zusammen ergibt sich ein möglicher Zugriff auf eine deutliche Mehrheit des Kapitals, sofern die noch ausstehenden Genehmigungen erteilt werden.Folgen für FirmenkundenFür Unternehmenskunden steht nicht nur die Eigentümerfrage im Mittelpunkt, sondern auch die künftige Ausrichtung des internationalen Geschäfts. Wenn Unicredit grenzüberschreitende Aktivitäten der Commerzbank zurückführt, könnten Unternehmen ihre Bankbeziehungen überprüfen und zusätzliche Anbieter für Zahlungsverkehr, Finanzierung und Auslandsgeschäft suchen.Die Deutsche Bank positioniert sich bereits als möglicher Auffangpartner. Ihre internationale Präsenz kann insbesondere für exportorientierte deutsche Unternehmen relevant sein, die Bankdienstleistungen in mehreren Ländern benötigen.

Der Wettbewerb um diese Kunden dürfte damit ebenso an Bedeutung gewinnen wie die Frage, welche Geschäftsbereiche nach einem möglichen Kontrollwechsel bei der Commerzbank erhalten bleiben.Weitere Genehmigungen stehen ausDie EZB-Entscheidung bedeutet deshalb noch nicht den vollständigen Abschluss der Übernahme. Neben aufsichtsrechtlichen Prüfungen können auch weitere institutionelle und verfahrensbezogene Schritte den Zeitplan bestimmen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenZDFheute: „EZB gibt grünes Licht: Unicredit darf Commerzbank übernehmen“ (15.10.2026)Der Beitrag bestätigt die EZB-Genehmigung, die Beteiligung an der Commerzbank über 30 Prozent hinaus zu erhöhen. Im Mittelpunkt steht die aufsichtsrechtliche Freigabe als zentraler Schritt; die Reaktion der Deutschen Bank auf mögliche Veränderungen im Firmenkundengeschäft wird dort nicht vertieft.Euronews: „EZB gibt grünes Licht: Unicredit darf Commerzbank übernehmen“ (15.10.2026)Euronews berichtet ebenfalls über die Erlaubnis, die Beteiligung über die 30-Prozent-Schwelle hinaus auszubauen.

Der Schwerpunkt liegt auf der regulatorischen Entscheidung und dem weiteren Übernahmeprozess, während die möglichen Folgen für internationale Firmenkunden weniger Raum einnehmen.Beide Beiträge stimmen beim entscheidenden Schritt der EZB überein. Unterschiede ergeben sich vor allem bei der Gewichtung: Die regulatorische Freigabe steht im Vordergrund, während die strategische Chance für die Deutsche Bank und die mögliche Neuordnung von Kundenbeziehungen zusätzliche Perspektiven eröffnen.

Börsenakademie seit 1998 – live & online!
Lernen. Vernetzen. Wachsen.
Platz sichern.