Bundesweiter E-Rezept-Ausfall legt Versorgung für 19 Stunden lahm

heute 00:00 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Ein bundesweiter Ausfall der E-Rezept- und eAU-Systeme hat am 7. und 8. September zeitweise die digitale Versorgung in Arztpraxen und Apotheken lahmgelegt. Der Apothekenpräsident fordert nun deutlich robustere Strukturen in der Telematikinfrastruktur.

Apotheke (Archiv)
Apotheke (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Ein bundesweiter Ausfall der E-Rezept-Infrastruktur hat am Montag und Dienstag stundenlang die digitale Versorgung in Arztpraxen und Apotheken beeinträchtigt. Wegen einer IT-Panne waren elektronische Rezepte und elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen zeitweise weder ausstellbar noch abrufbar.Störungen vom 7. bis 8. SeptemberDer Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Thomas Preis, sprach von einem Ausfall, der alle Patienten unabhängig von ihrer Krankenkasse betroffen habe. Die Störung habe nach seinen Angaben vom 7. September gegen 12.45 Uhr bis zum 8. September um 7.40 Uhr angedauert. In dieser Zeit konnten Arztpraxen keine E-Rezepte und keine eAU ausstellen, Apotheken keine E-Rezepte aus der Telematikinfrastruktur abrufen.Möglicher Zusammenhang mit Infrastruktur von D-TrustNach den bisher vorliegenden Informationen steht die Störung im Zusammenhang mit der Infrastruktur von D-Trust, einem Anbieter der Bundesdruckerei.

Diese technischen Dienste sind ein zentraler Bestandteil der digitalen Kommunikationswege im Gesundheitswesen.

Fällt ein solcher Dienst aus, können die angebundenen Anwendungen wie das E-Rezept flächendeckend beeinträchtigt sein.Apothekerverbände verlangen mehr RobustheitPreis fordert vor diesem Hintergrund, die digitalen Systeme deutlich krisenfester zu machen.

Kritische Gesundheitsanwendungen müssten auch bei technischen Problemen verlässlich funktionieren, sagte er der „Rheinischen Post“. Ausfälle sollten möglichst keine Auswirkungen auf die Versorgung haben.

Die Widerstandsfähigkeit und Ausfallsicherheit der Telematikinfrastruktur müsse konsequent gestärkt, technische Strukturen robuster gestaltet und kritische Abhängigkeiten reduziert werden.Versorgungssicherheit für Patienten im FokusFür Patientinnen und Patienten müsse gelten, dass digitale Gesundheitsanwendungen jederzeit verlässlich nutzbar seien, betonte der Apothekenpräsident. Ziel sei eine Versorgung, die auf moderne digitale Lösungen setzt, ohne durch einzelne technische Störungen gefährdet zu werden.

Der aktuelle Ausfall wird daher voraussichtlich weitere Diskussionen über Sicherheit, Redundanzen und Verantwortung in der digitalen Infrastruktur des Gesundheitswesens auslösen.
Der flächendeckende Ausfall der E-Rezept- und eAU-Infrastruktur über viele Stunden verdeutlicht, wie abhängig die ambulante Versorgung inzwischen von digitalen Systemen ist. Wenn elektronische Rezepte und Bescheinigungen nicht erstellt oder eingelöst werden können, müssen Arztpraxen und Apotheken kurzfristig auf Papierprozesse ausweichen, was Zeit kostet und den Ablauf im Alltag spürbar beeinträchtigt.Digitale Abhängigkeit im GesundheitswesenDie Telematikinfrastruktur verknüpft Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäuser und Krankenkassen miteinander und ist Grundlage für Anwendungen wie E-Rezept, eAU oder die elektronische Patientenakte. Eine Störung wie am 7. und 8. September betrifft daher nicht nur einzelne Praxen, sondern große Teile der regulären Versorgung.

Besonders kritisch ist dies für Menschen, die dauerhaft auf Medikamente angewiesen sind oder kurzfristig eine Verordnung benötigen.Strukturelle Schwachstellen und ForderungenDass der Apothekenpräsident explizit auf mögliche Zusammenhänge mit der Infrastruktur eines einzelnen technischen Dienstleisters verweist, macht deutlich, wie sensibel zentrale Abhängigkeiten in diesem System sind. Fällt ein solcher Baustein aus, wirkt sich dies unmittelbar auf viele tausend Leistungserbringer aus. Forderungen nach mehr „Widerstandsfähigkeit und Ausfallsicherheit“ zielen darauf, Redundanzen zu schaffen, Fehlerquellen zu minimieren und Notfallpfade zu etablieren, damit auch bei Störungen eine sichere Versorgung gewährleistet bleibt.Ausblick für Patienten und PraxenFür Patientinnen und Patienten ist entscheidend, dass digitale Anwendungen wie das E-Rezept ihren Alltag vereinfachen und nicht verkomplizieren.

Jede größere Störung untergräbt Vertrauen in diese Systeme und kann die Bereitschaft mindern, neue digitale Angebote anzunehmen. Ob der aktuelle Ausfall zu konkreten Anpassungen der technischen Architektur oder zu strengeren Vorgaben für Dienstleister führt, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen.

Klar ist jedoch: Je weiter die Digitalisierung des Gesundheitswesens voranschreitet, desto wichtiger werden robuste, krisenfeste Infrastrukturen.

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