Bundeswehr in Berlin: Pistorius kritisiert Ende der Kooperation

heute 18:10 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Verteidigungsminister Boris Pistorius warnt vor einem politischen Signal gegen die Bundeswehr. Die Jugendoffiziere könnten zwar weiter eingeladen werden, müssten sich in Berlin aber voraussichtlich stärker auf Einzelentscheidungen der Schulen stützen.

Soldaten der Bundeswehr (Archiv)
Soldaten der Bundeswehr (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Berlin prüft Ende der Bundeswehr-KooperationBundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kritisiert den Plan von Linken, Grünen und SPD in Berlin, die Kooperation zwischen Bildungsverwaltung und Bundeswehr zu beenden. Er hält es für unverständlich, eine erst im Juni dieses Jahres geschlossene Vereinbarung aufzugeben.Jugendoffiziere vor EinzelentscheidungenNach Einschätzung von Pistorius würde das Ende der Vereinbarung vermutlich nicht bedeuten, dass Jugendoffiziere nicht mehr an Berliner Schulen auftreten dürfen.

Die einzelnen Schulen müssten jedoch noch häufiger selbst prüfen, welche Referenten sie einladen.Das könne bei Lehrkräften zu wachsender Unsicherheit führen, ob Jugendoffiziere politisch weiterhin gewollt seien, sagte Pistorius. Der Einsatz habe sich in vielen Bundesländern bewährt und müsse auch von der Berliner Landesregierung grundsätzlich unterstützt werden.Anzeige | trading-house BörsenakademieKostenlose Trading-Webinare für PrivatanlegerLive lernen, live fragen.

Erfahrene Trader zeigen Dir ihre Strategien beim Handel mit Aktien, Indizes und Rohstoffen in Echtzeit und beantworten Deine Fragen direkt - zum Beispiel, wie Du Nachrichten wie diese für Deine Entscheidungen an der Börse richtig einordnest. 100 % kostenlos, live und interaktiv, jeden Mittwoch um 15:15 Uhr, von der trading-house Börsenakademie, die Privatanleger seit 28 Jahren ausbildet.Kostenlos zum nächsten Webinar anmeldenPistorius fordert Unterstützung für BundeswehrDie Bundeswehr brauche angesichts einer verschärften Bedrohungslage eine unmissverständliche politische Unterstützung auch auf Landesebene, sagte Pistorius. Ein Ende der Vereinbarung wäre aus seiner Sicht ein Signal gegen die Bundeswehr und ihren wichtigen Auftrag.Das Verteidigungsministerium bezeichnet die Arbeit der Jugendoffiziere als wichtigen bildungspolitischen Auftrag. Sie förderten die kritische Auseinandersetzung mit der internationalen Sicherheitslage und einen offenen Dialog; um Werbung oder Rekrutierung gehe es ausdrücklich nicht.Bundesweit hohe NachfrageNach Angaben des Ministeriums gab es 2024 bundesweit knapp 5.590 Veranstaltungen mit rund 164.600 Teilnehmenden.

2025 waren es knapp 5.570 Veranstaltungen mit insgesamt rund 163.350 Teilnehmenden.Für 2026 sind bislang rund 4.000 Veranstaltungen mit etwa 137.600 Teilnehmenden erfasst. Auf Grundlage der aktuellen Anfragen rechnet das Ministerium für das Gesamtjahr mit rund 5.900 Veranstaltungen und etwa 206.000 Teilnehmenden.
Die Berliner Sondierungsvereinbarung von Linken, Grünen und SPD berührt mit der Bundeswehr-Kooperation ein Thema, das über die konkrete Verwaltungsvereinbarung hinausreicht. Im Kern geht es um die Frage, wie Schulen sicherheitspolitische Bildung organisieren und welche Rolle uniformierte Vertreter staatlicher Institutionen dabei spielen sollen.Jugendoffiziere informieren über internationale Sicherheitslagen, Verteidigungs- und Bündnispolitik. Nach Darstellung des Verteidigungsministeriums soll ihr Einsatz keine Werbung und keine Rekrutierung sein, sondern eine kritische Auseinandersetzung ermöglichen.

Zugleich bleibt die politische Wahrnehmung solcher Auftritte umstritten, weil Bundeswehrangehörige aus Sicht von Kritikern nicht dieselbe Distanz wie unabhängige politische Bildungseinrichtungen haben.Entscheidung bei den SchulenEine Beendigung der Vereinbarung würde den Einsatz der Jugendoffiziere nicht automatisch untersagen.

Schulen müssten Einladungen jedoch stärker im Einzelfall bewerten, wodurch die praktische Zusammenarbeit von der Haltung einzelner Schulleitungen und Lehrkräfte abhängen dürfte.Die bundesweiten Zahlen zeigen, dass das Format weiterhin eine große Reichweite besitzt. Für Berlin könnte der Streit deshalb Signalwirkung für den Umgang mit sicherheitspolitischer Bildung haben: Während Pistorius angesichts einer verschärften Bedrohungslage politische Unterstützung fordert, steht für die Berliner Partner die institutionelle Ausgestaltung schulischer Kooperationen im Vordergrund.

Psychologie als Trading-Edge!
Stark. Diszipliniert. Erfolgreich.
Erstgespräch buchen.