Bundeswehr dringt auf Fortführung der EU-Ausbildungsmission für Ukraine
01.09.26 06:00 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Die Bundeswehr spricht sich für eine Fortführung der EU-Ausbildungsmission für die ukrainische Armee aus. Bei einem Treffen der EU-Verteidigungsminister in Irland wird über die Zukunft und mögliche Verlagerung der Trainingsaktivitäten beraten.
via dts Nachrichtenagentur
Die Bundeswehr will die europäische Ausbildungsmission für die ukrainischen Streitkräfte auch künftig fortsetzen.
Unter dem Dach der Europäischen Union sollen ukrainische Soldatinnen und Soldaten weiter für den Abwehrkampf gegen Russland geschult werden.Bundeswehr-General plädiert für Fortsetzung von EUMAM„Aus militärischer Sicht sollten wir die EU-Ausbildungsmission für die Ukraine weiterführen“, sagte Generalmajor Olaf Rohde, der für die Mission verantwortlich ist, dem Fachdienst Background Sicherheit & Verteidigung von Tagesspiegel und Handelsblatt. Das Training sei sehr erfolgreich, mittlerweile hätten 29.000 ukrainische Soldatinnen und Soldaten die Programme durchlaufen.Treffen der EU-Verteidigungsminister in IrlandIn Wicklow in Irland beraten an diesem Dienstag die EU-Verteidigungsminister über die Zukunft der European Union Military Assistance Mission (EUMAM) für die Ukraine. Dabei geht es um den weiteren Auftrag der Mission und die Ausgestaltung der Ausbildungsangebote für die ukrainische Armee. Eine formale Entscheidung über die Fortführung und mögliche Anpassungen der Mission soll im November fallen.Diskussion über künftige AusbildungsorteTeil der Überlegungen ist, die Ausbildungen abhängig vom Erfolg weiterer Friedensgespräche künftig auch in die Ukraine zu verlegen.
Die Frage des Ausbildungsorts müsse politisch beantwortet werden, sagte Rohde. Für die Zeit nach einer Waffenruhe gebe es demnach entsprechende Planungen, die eine stärkere Verlagerung der Trainingsaktivitäten näher an die ukrainischen Streitkräfte vorsehen.
Die Äußerungen von Generalmajor Olaf Rohde unterstreichen die Bedeutung der europäischen Ausbildungsmission EUMAM für die ukrainischen Streitkräfte im laufenden Krieg gegen Russland. Die Bundeswehr ist dabei ein zentraler Akteur innerhalb des EU-Rahmens und bildet seit Beginn der Mission ukrainische Soldatinnen und Soldaten an verschiedenen Standorten aus. Die genannte Zahl von 29.000 Absolventen verdeutlicht die Größenordnung und den stetigen Ausbau der europäischen Unterstützung im militärischen Bereich.Rolle der EU-Ausbildungsmission für die UkraineDie European Union Military Assistance Mission (EUMAM) wurde eingerichtet, um die ukrainische Armee bei der Anpassung an moderne Gefechtsführung, Logistik und Führungsstrukturen zu unterstützen.
Ziel ist es, die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine zu stärken, ohne dass EU-Staaten unmittelbar in Kampfhandlungen eingreifen.
Die Bundeswehr bringt dabei ihre Erfahrung aus multinationalen Einsätzen und Ausbildungsprogrammen ein und arbeitet eng mit Partnern zusammen.Politische Dimension und mögliche Verlegung der AusbildungDie Beratungen der EU-Verteidigungsminister in Wicklow über die Zukunft von EUMAM zeigen, dass militärische Unterstützung zunehmend mit diplomatischen Bemühungen verknüpft wird. Die Überlegung, Ausbildungsschwerpunkte abhängig vom Verlauf weiterer Friedensgespräche teilweise in die Ukraine zu verlegen, verweist auf den Wunsch, langfristig von Trainingslagern im Ausland zu einer stärkeren Präsenz vor Ort überzugehen.
Dies würde eine neue Phase der Mission markieren, in der Stabilisierung und Wiederaufbau eine größere Rolle spielen.Bedeutung für Deutschland und die EUFür Deutschland ist die Fortführung der Ausbildungsmission ein zentrales Element seiner Ukraine-Politik, die militärische Unterstützung mit politischer Rückendeckung im EU-Rahmen verbindet.
Die Debatte über Ausbildungsorte nach einer möglichen Waffenruhe verdeutlicht zugleich, dass Sicherheitsfragen und politische Entscheidungen eng verzahnt bleiben.
Für Leserinnen und Leser macht dies deutlich, dass die europäische Ukraine-Hilfe längst über Waffenlieferungen hinausgeht und gezielt auf die langfristige Befähigung der ukrainischen Streitkräfte ausgerichtet ist.