Bundesbank erwartet Inflation bis 2027 auf erhöhtem Niveau
heute 12:00 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Die Deutsche Bundesbank rechnet mit anhaltendem Preisdruck bis ins kommende Jahr. Eine neue Hochinflationsphase wie 2021/22 hält sie trotz klar nach oben gerichteter Risiken für unwahrscheinlich.
via dts Nachrichtenagentur
Bundesbank sieht anhaltenden PreisdruckDie Deutsche Bundesbank geht davon aus, dass die Inflationsrate bis ins nächste Jahr hinein merklich erhöht bleibt. Verbraucherpreise für Gas, Strom, Nahrungsmittel, andere Waren und Dienstleistungen dürften sich nach ihrer Einschätzung erst nach und nach erhöhen.Dienstleistungen und Löhne treiben PreiseIn einer am Montag veröffentlichten Analyse für den Monatsbericht verweist die Bundesbank darauf, dass sich Dienstleistungen bereits vor dem Krieg im Nahen Osten überdurchschnittlich verteuert hatten.
Dazu trage derzeit besonders das weiterhin ausgeprägte Lohnwachstum bei.Eine Wiederholung der Hochinflationsphase von 2021/22 erscheint nach Ansicht der Bundesbank jedoch "unwahrscheinlich". Der aktuelle Energiepreisschock konzentriere sich stärker auf Öl und raffinierte Produkte, während die für Deutschland besonders wichtigen Gas- und Stromschocks bislang erheblich kleiner seien.Anzeige | trading-house BörsenakademieKostenlose Trading-Webinare für PrivatanlegerLive lernen, live fragen.
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Die Risiken für die Inflation seien dennoch "klar aufwärtsgerichtet".Energie bleibt entscheidender UnsicherheitsfaktorSollten sich die bisherigen Energiepreisanstiege fortsetzen, könnten sie nach Einschätzung der Bundesbank deutlich stärker auf die Gesamt-, Nahrungsmittel- und Kerninflation durchschlagen als bislang geschätzt. Damit bleibt die weitere Entwicklung der Energiepreise ein zentraler Faktor für die Preisentwicklung in Deutschland.
Die Bundesbank beschreibt ein Inflationsbild, das sich von der Hochinflationsphase 2021/22 unterscheidet, aber für Haushalte und Unternehmen weiterhin relevant bleibt. Der aktuelle Preisdruck konzentriert sich nach ihrer Analyse stärker auf Öl und raffinierte Produkte, während besonders große Schocks bei Gas und Strom bislang ausbleiben.
Damit fällt ein zentraler Verstärker der früheren Inflationswelle weniger stark aus.Gleichzeitig wirken Preissteigerungen nicht nur unmittelbar an Tankstellen oder bei Energieversorgern. Höhere Energiekosten können mit Verzögerung in Transport, Produktion, Lebensmittel und Dienstleistungen einfließen.
Besonders bedeutsam ist dabei das von der Bundesbank hervorgehobene Lohnwachstum, weil es die Kostenentwicklung im personalintensiven Dienstleistungssektor beeinflussen kann.Risiken für Verbraucher und GeldpolitikFür Verbraucher bedeutet die Einschätzung, dass Entlastungen bei einzelnen Energiepreisen nicht automatisch zu einer schnellen Rückkehr zu niedriger Inflation führen.
Preise können sich in mehreren Schritten anpassen, während Dienstleistungen bereits unabhängig vom jüngsten Energiepreisschock überdurchschnittlich teurer geworden sind. Eine länger erhöhte Inflation schmälert die Kaufkraft, wenn Einkommen nicht im gleichen Maß steigen.Die Bundesbank sieht die Risiken klar nach oben gerichtet.
Entscheidend wird daher, ob die bisherigen Energiepreisanstiege anhalten und stärker auf die Gesamt-, Lebensmittel- und Kerninflation durchschlagen.
Zugleich sprechen schwächere Nachfrage, ein weniger angespannter Arbeitsmarkt und günstigere Lieferketten gegen eine Wiederholung der Dynamik von 2021/22.