Berliner Linke stellt Spritpreisdeckel und Übergewinnsteuer in Aussicht

15.09.26 12:58 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Die Berliner Linke will im Falle eines Wahlsiegs die hohen Spritkosten mit einer Bundesratsinitiative für Übergewinnsteuer und Tankpreisdeckel angehen. Spitzenkandidatin Elif Eralp stellt damit Entlastungen für Pendler, Familien und Beschäftigte in Aussicht und greift die Bundesregierung scharf an.

Tankstelle (Archiv)
Tankstelle (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Die Berliner Linke will nach einem möglichen Wahlsieg bei der Abgeordnetenhauswahl die hohen Spritpreise mit einer Bundesratsinitiative begrenzen.

Spitzenkandidatin Elif Eralp kündigte an, sich als Regierende Bürgermeisterin für eine Übergewinnsteuer auf krisenbedingte Sondergewinne der Mineralölkonzerne und für einen Deckel bei den Tankpreisen einzusetzen.Geplante Initiative im BundesratEralp erläuterte, Ziel der Maßnahmen sei es, die finanzielle Belastung für bestimmte Berufs- und Bevölkerungsgruppen abzumildern. Genannt wurden unter anderem alleinerziehende Mütter auf dem Weg zur Arbeit, Pflegekräfte in der Nachtschicht sowie Handwerksmeister mit Transportern, die auf das Auto angewiesen sind. Diese sollten mit den steigenden Kraftstoffkosten nicht allein gelassen werden.Die Linken-Politikerin betonte, die Krisengewinne der Mineralölkonzerne müssten abgeschöpft und zur Entlastung der Menschen eingesetzt werden.

Die hohen Spritpreise dürften nach ihren Worten nicht zulasten der Bevölkerung gehen, während die Unternehmen profitierten.

Familien, Pflegekräfte, Handwerker und Lieferfahrer zahlten sonst die Rechnung.Kritik an Bundesregierung und CDUVon der schwarz-roten Bundesregierung und Bundeskanzler erwartet die Linke keine spürbare Entlastung bei den Spritkosten.

Eralp warf Friedrich Merz und der CDU vor, die Menschen mit den steigenden Preisen allein zu lassen und den Blick für den Alltag der Leute verloren zu haben.Die Linke präsentiert sich im Zusammenhang mit der Ankündigung als Kraft, die die Menschen, die die Stadt am Laufen hielten, nicht allein lassen wolle. Mit der geplanten Bundesratsinitiative für eine Übergewinnsteuer und einen Spritpreisdeckel will sie nach eigenen Angaben einen konkreten Beitrag zur Entlastung der Berlinerinnen und Berliner leisten.
Die Ankündigung der Berliner Linken, im Falle eines Wahlsiegs einen Spritpreisdeckel über eine Bundesratsinitiative voranzutreiben, knüpft an frühere Debatten über Eingriffe in den Kraftstoffmarkt an. In Deutschland wurden Preisbremsen bislang vor allem bei Strom und Gas umgesetzt, während direkte Eingriffe in die Spritpreise politisch umstritten blieben.

Ein zentrales Argument der Befürworter ist, dass Mineralölkonzerne in Krisenzeiten überproportional profitieren, während Pendler, Lieferdienste und kleine Betriebe die steigenden Kosten tragen.Eine Übergewinnsteuer würde darauf abzielen, krisenbedingte Zusatzgewinne der Mineralölunternehmen abzugreifen und zur Entlastung von Verbrauchern einzusetzen.

Vergleichbare Modelle werden in mehreren europäischen Staaten diskutiert oder angewandt, etwa im Energiesektor. Für Deutschland wäre ein solcher Schritt rechtlich und politisch anspruchsvoll: Die Ausgestaltung müsste mit europäischen Wettbewerbs- und Binnenmarktvorgaben vereinbar sein, und die Zustimmung im Bundesrat setzt Mehrheiten in mehreren Landesregierungen voraus.Politische KonfliktlinienDie Berliner Linke positioniert sich mit dem Vorstoß klar gegen die schwarz-rote Bundesregierung und die Unionsparteien, denen sie fehlende Sensibilität für alltägliche Belastungen vorwirft. Gleichzeitig konkurriert sie mit SPD und Grünen um das Profil als sozialpolitische Kraft, die sich für Pendler mit geringem Einkommen, Pflegekräfte und kleinere Betriebe stark macht. Ob ein Spritpreisdeckel tatsächlich umgesetzt werden könnte, hängt maßgeblich von den Mehrheitsverhältnissen im Bundesrat und von der Bereitschaft anderer Länder ab, ein solches Instrument mitzutragen.Bedeutung für VerbraucherFür Verbraucher in Berlin und darüber hinaus steht die Frage im Raum, ob staatliche Eingriffe in die Spritpreise spürbare Entlastungen bringen, ohne Versorgungssicherheit und Investitionsbereitschaft der Unternehmen zu gefährden.

Der Vorstoß der Linken signalisiert, dass steigende Mobilitätskosten im Wahlkampf eine zentrale Rolle spielen.

Pendler, Familien und Betriebe müssen damit rechnen, dass unterschiedliche Parteien konkurrierende Modelle präsentieren: von gezielten Zuschüssen über Steuerentlastungen bis hin zu Preisdeckeln und Sondersteuern. Die jetzt angekündigte Initiative markiert einen klaren Kurs der Berliner Linken, den sie im Fall einer Regierungsbeteiligung im Bundesrat zur Abstimmung stellen will.

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