Berliner Abgeordnetenhauswahl: Linke mit 25,3 Prozent vor CDU

20.09.26 18:11 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl liegt die Linke laut 18-Uhr-Prognosen klar vor der bislang regierenden CDU. Grüne, AfD und SPD folgen mit deutlichem Abstand, das BSW überspringt knapp die Fünf-Prozent-Marke.

Linken-Wahlparty am 20.09.2026
Linken-Wahlparty am 20.09.2026
via dts Nachrichtenagentur

Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin ist die Linke laut den 18-Uhr-Prognosen von ARD und ZDF stärkste Kraft geworden. Im Durchschnitt kommt die Partei von Spitzenkandidatin Elif Eralp auf 25,3 Prozent und liegt damit deutlich vor der noch regierenden CDU mit 20,0 Prozent.Linke überholt CDU als stärkste KraftDie Prognosen sehen die Grünen mit 15,3 Prozent auf Platz drei.

Dahinter folgen die AfD mit 14,8 Prozent und die SPD mit 12,0 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erreicht nach den Befragungen 5,0 Prozent und wäre damit im neuen Abgeordnetenhaus vertreten.Die Sonstigen, zu denen auch die FDP zählt, kommen zusammen auf 7,8 Prozent. Damit würde die FDP den Wiedereinzug ins Berliner Landesparlament voraussichtlich verpassen.Grundlage: Nachwahlbefragungen in WahllokalenDie Daten beruhen auf Nachwahlbefragungen von Infratest dimap für die ARD und der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF. Diese Befragungen wurden am Sonntag direkt in den Wahllokalen unter Wählerinnen und Wählern durchgeführt.Bei 18-Uhr-Prognosen handelt es sich um erste Einschätzungen auf Basis dieser Befragungen, die im weiteren Verlauf des Wahlabends von Hochrechnungen und amtlichen Ergebnissen präzisiert werden.
Die 18-Uhr-Prognosen von ARD und ZDF deuten auf einen deutlichen Machtwechsel im Berliner Abgeordnetenhaus hin. Erstmals seit Jahren liegt die Linke klar vor der bislang regierenden CDU und könnte damit zur zentralen Gestaltungspartei in der Hauptstadt werden.

Die Werte basieren auf Nachwahlbefragungen direkt in den Wahllokalen und gelten traditionell als relativ treffsicher, auch wenn sie sich im Laufe des Abends mit den Hochrechnungen noch verschieben können.Neue Kräfteverhältnisse im Berliner ParteiengefügeMit rund einem Viertel der Stimmen würde die Linke nicht nur stärkste Kraft, sondern auch zum maßgeblichen Akteur für Koalitionsbildungen.

Das bisherige Lager aus CDU und SPD verliert deutlich an Gewicht, während Grüne und AfD mit ähnlichen Werten jeweils Anspruch auf eine wichtige Rolle erheben.

Die SPD rutscht nach dieser Prognose auf Platz fünf und muss sich auf innerparteiliche Debatten über Kurs und Personal einstellen.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht bleibt mit fünf Prozent ein kleiner, aber potenziell koalitionsrelevanter Faktor.Mögliche Koalitionen und politische FolgenFür die Regierungsbildung eröffnen sich mehrere rechnerische Optionen: denkbar wären linke Bündnisse mit Grünen und SPD, aber auch breitere Allianzen mit Beteiligung des BSW. Gleichzeitig steht die Frage im Raum, wie stark die AfD-Fraktion im neuen Abgeordnetenhaus wird und welche Auswirkungen dies auf Debatten etwa zur Innen-, Verkehrs- und Wohnungspolitik hat. Für Berlinerinnen und Berliner geht es nach dieser Wahl um konkrete Weichenstellungen bei Mieten, Infrastruktur und Klimaschutz – Felder, in denen die Programme von Linken, CDU und Grünen teils deutlich auseinanderliegen.Ausblick auf den weiteren WahlabendDie nun veröffentlichten Prognosewerte bieten einen ersten strukturellen Überblick, ersetzen aber nicht die amtlichen Ergebnisse. Im Laufe des Abends werden Hochrechnungen und schließlich das vorläufige amtliche Endergebnis zeigen, ob die Linke ihren Vorsprung bestätigen kann und wie stabil die jetzt skizzierten Mehrheiten tatsächlich sind. Klar ist schon jetzt: Die Berliner Landespolitik steht vor einer Phase intensiver Sondierungen und möglicherweise grundlegender Neujustierungen.

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