Benzinpreis erreicht neues Allzeithoch von 2,273 Euro für Super E10

heute 10:46 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Der Benzinpreis in Deutschland hat laut ADAC ein neues Allzeithoch erreicht, auch Diesel ist so teuer wie nie. Der Tankstellenverband warnt vor möglichen drei Euro pro Liter und fordert steuerliche Entlastungen.

Zapfsäule (Archiv)
Zapfsäule (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Der Benzinpreis in Deutschland ist im Zuge der weiteren Eskalation im Nahen Osten auf ein neues Allzeithoch gestiegen.

Nach Angaben des ADAC kostete ein Liter Super E10 am Sonntag im bundesweiten Tagesschnitt 2,273 Euro und lag damit über dem bisherigen Rekordwert von März 2022.Rekordwerte bei Benzin und DieselAuch Diesel verteuerte sich deutlich und kostete im Schnitt 2,404 Euro pro Liter. Damit erreichen beide Kraftstoffsorten neue Spitzenwerte, die sowohl private Autofahrer als auch Unternehmen mit Fuhrparks erheblich belasten.Als wesentlichen Hintergrund nennt der ADAC den weiter steigenden Ölpreis infolge der angespannten Lage im Nahen Osten.

Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Montagmorgen gegen 10 Uhr deutscher Zeit 108,30 US-Dollar, was einem Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Schlusskurs des vorherigen Handelstags entspricht.Tankstellenverband warnt vor drei Euro pro LiterDer Tankstellenverband rechnet nicht mit einem schnellen Ende des Preisanstiegs an den Zapfsäulen.

Ein Spritpreis von drei Euro pro Liter erscheine aus Sicht des Interessenverbandes bald möglich.„Wir werden uns damit auseinandersetzen müssen, dass wir Spritpreise um drei Euro bekommen.

Und wir haben sie an den Autobahnen ja schon“, sagte Sprecher Herbert Rabl der „Rheinischen Post“.Kritik an Mineralölkonzernen und SteuerlastRabl kritisierte das Vorgehen der Mineralölkonzerne scharf und sprach von einer Unverschämtheit. Es werde abkassiert, und auch viele Tankstellenbetreiber litten unter den hohen Preisen, obwohl sie oft als erste Ansprechpartner für den Ärger der Kunden dienten.Zugleich verwies er darauf, dass die Blockade der Straße von Hormuz und der Konflikt mit den Huthis um die Meerenge Bab al-Mandab zwar ein Problem darstellten, der Anteil des hierzulande verbrauchten Öls aus der Golfregion aber vergleichsweise gering sei. Da in den USA die Spritpreise derzeit niedrig gehalten würden, müssten die Konzerne seine Ansicht nach woanders höhere Einnahmen erzielen – unter anderem in Europa.Forderung nach Senkung der MehrwertsteuerEin weiterer Treiber der hohen Endkundenpreise ist laut Rabl die steuerliche Belastung.

Rund die Hälfte dessen, was Autofahrer an der Zapfsäule bezahlen, fließe in Form von Steuern an den Staat.Eine spürbare Reduzierung der Preise lasse sich nach seiner Einschätzung durch eine Absenkung der Mehrwertsteuer erreichen. In der Schweiz sei die Besteuerung von Kraftstoffen mit sieben Prozent deutlich niedriger, wodurch Sprit und Mobilität dort ähnlich wie Essen und Grundnahrungsmittel besteuert würden.
Der erneute Sprung der Benzin- und Dieselpreise trifft Deutschland in einer Phase, in der viele Haushalte ohnehin unter gestiegenen Lebenshaltungskosten leiden.

Ein Tagesschnitt von über 2,27 Euro für Super E10 und mehr als 2,40 Euro für Diesel bedeutet spürbare Mehrkosten für Pendler, Handwerksbetriebe und den gesamten Logistiksektor.Globale Konflikte, lokale FolgenDie dts-Meldung verweist klar auf die verschärfte Lage im Nahen Osten als Haupttreiber der aktuellen Preisbewegung.

Blockaden und Konflikte an strategisch wichtigen Meerengen wie der Straße von Hormuz und Bab al-Mandab schüren Sorgen um die Sicherheit der Öltransportrouten.

Das sorgt für höhere Risikoaufschläge am Ölmarkt, was sich direkt im Brent-Preis und anschließend an den Zapfsäulen niederschlägt.Zugleich zeigt die Einschätzung von Tankstellenverband und ADAC, dass Deutschland trotz vergleichsweise geringerer direkter Abhängigkeit von der Golfregion stark von globalen Marktmechanismen betroffen bleibt. Wenn andere große Märkte wie die USA politisch oder regulatorisch auf niedrige Spritpreise setzen, verlagern Konzerne ihre Gewinnmargen eher auf Regionen mit weniger Eingriffen – darunter Europa.Steuern, Regulierung und politische DebatteBesonders brisant ist der Hinweis des Tankstellenverbandes auf die Steuerkomponente: Rund die Hälfte des Endpreises entfällt auf Abgaben, was Forderungen nach Entlastung – etwa über eine Mehrwertsteuerabsenkung – neue Nahrung geben dürfte. Der Verweis auf die niedrigere Besteuerung in der Schweiz deutet an, dass der internationale Vergleich künftig stärker in die politische Diskussion einfließen könnte.Für Verbraucher bedeutet die Entwicklung kurzfristig, Fahrten und Verbrauch stärker zu hinterfragen und nach Einsparpotenzialen zu suchen.

Mittelfristig dürfte die Debatte über gezielte Entlastungen, eine Reform der Energiesteuern und den beschleunigten Umstieg auf effizientere oder alternative Antriebe an Fahrt gewinnen, weil Rekordpreise an der Zapfsäule unmittelbar sichtbar und politisch schwer zu ignorieren sind.

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