Autoindustrie: Ifo-Geschäftsklima steigt auf minus 4,1 Punkte
heute 07:36 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Die Stimmung in der deutschen Automobilindustrie hat sich im Oktober deutlich aufgehellt. Das Ifo-Institut warnt jedoch vor anhaltender Unsicherheit und sieht die zentrale Wettbewerbsaufgabe ungelöst.
via dts Nachrichtenagentur
Ifo sieht deutlich bessere Stimmung in der AutoindustrieDas Geschäftsklima in der deutschen Automobilindustrie hat sich im Oktober deutlich verbessert. Der vom Münchner Ifo-Institut ermittelte Saldo stieg auf minus 4,1 Punkte nach minus 33,2 Punkten im September.Unternehmen beurteilen Lage weniger pessimistischDie Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage besser als im Vormonat und blickten weniger pessimistisch auf die kommenden Monate. Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl warnte dennoch vor einer Entwarnung.Die starken monatlichen Schwankungen im Geschäftsklima deuteten auf eine sehr hohe Unsicherheit in der Branche hin, erklärte Wölfl. Sie erwartet, dass die Entwicklung im Oktober nur ein kurzes Aufatmen bleibt.Deutsch-französische Strategie könnte Stimmung stützenNach Einschätzung der Expertin könnte die Einigung zwischen Frankreich und Deutschland auf eine gemeinsame Automobilstrategie zur besseren Stimmung beigetragen haben.
Danach sollen die Autohersteller ihre CO2-Emissionen bis 2035 weiterhin um 90 Prozent gegenüber 2021 senken.Die Regelung entspricht dem von der EU-Kommission im Dezember 2025 vorgeschlagenen Ziel. Neu ist laut Ifo, dass die verbleibenden zehn Prozent nicht anderweitig ausgeglichen werden müssten.Förderung soll stärker an Europa gebunden werdenZudem sollen staatliche Förderungen für die Autoindustrie stärker an ein „Made in Europe“ geknüpft werden.
Die Vereinbarung verschaffe der Branche nach Einschätzung Wölfls zwar ein gewisses Zeitfenster.An der zentralen Herausforderung ändere sie jedoch nichts: Die Industrie müsse im Technologiewettbewerb wieder an die Spitze aufschließen.
Die monatlichen Ausschläge des Index hätten seit Mitte 2026 deutlich zugenommen und spiegelten die anhaltende Unsicherheit wider.
Die Verbesserung des Geschäftsklimas markiert eine spürbare Erholung innerhalb eines weiterhin angespannten Branchenumfelds. Der Saldo von minus 4,1 Punkten liegt zwar deutlich über dem September-Wert, bleibt aber unter null und signalisiert damit weiterhin eine zurückhaltende Einschätzung der Unternehmen.Für die deutsche Autoindustrie treffen mehrere Belastungen aufeinander: Der technologische Wettbewerb bei Elektrofahrzeugen verschärft sich, während Hersteller und Zulieferer zugleich ihre Kostenstrukturen, Modellpaletten und Produktionsstandorte anpassen müssen.
Hinzu kommen internationale Handelsrisiken.
Ein aktueller Bericht verweist auf US-Zölle von 15 Prozent auf Pkw und deren Teile als Herausforderung für die deutsche Automobilindustrie.Regeln und Wettbewerb prägen den AusblickDie von Ifo genannte deutsch-französische Verständigung kann der Branche kurzfristig mehr Planungssicherheit geben.
Die geplante CO2-Minderung um 90 Prozent bis 2035 gegenüber 2021 und die stärkere Verknüpfung staatlicher Hilfen mit europäischer Produktion setzen zugleich klare industriepolitische Leitplanken.Für Unternehmen und Beschäftigte bedeutet der Oktober-Wert daher vor allem eine Atempause, keine Entwarnung.
Entscheidend bleibt, ob die Hersteller bei Software, Batterien, elektrischen Antrieben und vernetzten Fahrzeugen technologisch aufschließen und die Nachfrage dauerhaft stabilisieren können.
Die starken monatlichen Ausschläge erschweren weiterhin Investitions- und Personalentscheidungen.