Ahmad Mansour kritisiert Berliner Linke wegen Polizei-Angriffen
28.09.26 22:25 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Extremismus-Experte Ahmad Mansour wirft der Berliner Linken ein strukturelles Problem mit Antisemitismus und eine Verharmlosung von Extremismus vor. Zugleich verteidigt er die Polizei gegen politische Angriffe und fordert mehr Unterstützung für die Sicherheitsbehörde.
via dts Nachrichtenagentur
Der Extremismus-Experte Ahmad Mansour hat die Berliner Linke scharf kritisiert und der Partei ein strukturelles Problem mit Antisemitismus vorgeworfen.
Bei „Welt TV“ sagte Mansour am Montag, die Berliner Polizei brauche angesichts ihrer Belastungen mehr Unterstützung und nicht zusätzliche Kritik.Mansour kritisiert Umgang mit PolizeiDie Polizei habe seit dem 7. Oktober besonders viel zu tun, leide unter der wirtschaftlichen Lage Berlins und benötige deutlich mehr Ressourcen, sagte Mansour. Zugleich gebe es ein Nachwuchsproblem.Es sei falsch, die Polizei zum Problem zu machen und dabei Clankriminalität, Kriminalität, Islamismus oder Linksextremismus aus dem Blick zu verlieren.
Die Bezeichnung der Polizei als Problem sei „einfach Wahnsinn“, sagte Mansour.Warnung vor Folgen für die Berliner LinkeMansour warnte außerdem, die Linke spiele mit der Zukunft aller Liberalen in Berlin. Seine Kritik bezog er auf den Umgang der Partei mit Polizei, Clankriminalität, Antisemitismus und Abschiebungen.Vorwürfe gegen Institutionen und die Polizei kämen auch von der Parteispitze, sagte Mansour. Jede Razzia und jede Beschäftigung mit Clankriminalität werde als Polizeigewalt dargestellt.Streit über Antisemitismus und AbschiebungenWeiter kritisierte Mansour die Ablehnung der IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus sowie Aussagen von Spitzenkandidaten, wonach jede Abschiebung zu viel sei. Er warnte, dies könne dazu führen, dass Islamisten und Antisemiten im Land blieben und nach fünf Jahren eingebürgert würden.In den kommenden fünf Jahren würden dadurch Realitäten geschaffen, die Berlin irreversibel machten, sagte Mansour.
Die Äußerungen von Ahmad Mansour fallen in eine aufgeheizte Berliner Debatte über das Verhältnis der Linken zur Polizei.
Auslöser der aktuellen Auseinandersetzung ist eine Veröffentlichung der Linksjugend, in der die Berliner Polizei im Zusammenhang mit einer Demonstration gegen die Wehrpflicht als „krimineller Clan“ bezeichnet wurde. Innensenatorin Iris Spranger und der Regierende Bürgermeister Kai Wegner wiesen diese Darstellung zurück und forderten eine Entschuldigung.Der Vorgang ist politisch besonders relevant, weil die Berliner Linke nach ihrem Wahlerfolg Gespräche mit SPD und Grünen über eine Regierungsbildung aufnehmen will. Der Umgang mit Polizei, Versammlungsfreiheit und innerer Sicherheit gehört damit zu den Themen, an denen sich mögliche Bündnisse und deren politische Verlässlichkeit messen lassen.
Zugleich stehen Fragen des Antisemitismus und der Migrationspolitik im Zentrum von Mansours Kritik an der Partei.Polizei und politische VerantwortungFür die Berliner Polizei verbindet sich die Debatte mit konkreten Belastungen durch Demonstrationen, Sicherheitslagen und den allgemeinen Personalmangel im öffentlichen Dienst. Mansour stellt deshalb nicht nur eine einzelne Äußerung infrage, sondern beschreibt einen grundsätzlichen Konflikt: Während Teile der Linken polizeiliches Vorgehen als strukturell problematisch bewerten, verlangen Innenpolitik und Sicherheitsbehörden Rückhalt für den Schutz von Versammlungen und die Durchsetzung geltenden Rechts.Die Auseinandersetzung dürfte die Koalitionsgespräche in Berlin begleiten.
Entscheidend wird sein, ob sich politische Kritik an Polizeieinsätzen mit einer klaren Abgrenzung von pauschaler Diffamierung, Antisemitismus und der Verharmlosung extremistischer Gewalt verbinden lässt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragenrbb24: „Berlin: Linksjugend nennt Polizei "kriminellen Clan" - Spranger fordert Entschuldigung“ (28.09.2026)Der Beitrag dokumentiert die Äußerung der Linksjugend, die Reaktionen von Innensenatorin Iris Spranger und des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner sowie 16 vorübergehende Festnahmen bei der Demonstration gegen die Wehrpflicht. Damit bestätigt er den unmittelbaren Anlass der Kritik an der Berliner Linken, legt den Schwerpunkt aber auf die polizeilichen und politischen Reaktionen.FOCUS online: „Linksjugend bezeichnet Berliner Polizei als „kriminellen Clan““ (27.09.2026)FOCUS online beschreibt die Aussage einer Sprecherin der Linksjugend und die Distanzierung der Berliner Linken.
Anders als der rbb-Beitrag konzentriert sich der Artikel stärker auf die Wortwahl der Jugendorganisation und die innerparteiliche Reaktion; gemeinsam ist beiden Beiträgen der Befund, dass die Polizeiäußerung zum politischen Konflikt geworden ist.Übereinstimmung besteht beim dokumentierten Streit über die Bezeichnung der Polizei und die Zurückweisung durch führende Berliner Politiker. Offen bleibt, welche Konsequenzen der Vorgang für die geplanten Gespräche über eine Regierungsbildung und den künftigen Kurs der Berliner Linken haben wird.