AfD gescheitert: Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Voigt verpufft im Thüringer Landtag
heute 10:14 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Der Versuch der AfD um Landeschef Björn Höcke, mit einem Misstrauensantrag die Thüringer Regierung zu stürzen, scheiterte im Parlament klar.
via dts Nachrichtenagentur
Gleich zu Beginn: Der Misstrauensantrag der AfD und ihres bekannten Vorsitzenden Björn Höcke im Thüringer Landtag ist am Widerstand der meisten Abgeordneten gescheitert.
Stimmenwirrwarr und ungewöhnliche Vorkommnisse
Manche Sachen sind fast schon kurios: Höcke erhielt 33 Stimmen, doch die AfD verfügt offiziell nur über 32 Sitze – heißt, ein Abgeordneter aus dem sonstigen politischen Spektrum muss für ihn gestimmt haben. Um allerdings Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) per Abstimmung abzulösen, hätten es 45 Stimmen sein müssen.
Insgesamt sagten 49 Parlamentarier explizit Nein, drei enthielten sich, zwei Stimmzettel wurden für ungültig erklärt. So läuft ein Freitag manchmal ab: ein bisschen Überraschung inklusive.
Polemik trifft auf Widerstand
Höcke hatte sich in seiner Ansprache wenig zimperlich gezeigt, bezeichnete Voigt als "Betrüger" und "Dieb" – Landtagspräsident Thadäus König musste wiederholt eingreifen.
CDU-Fraktionschef Andreas Bühl warf Höcke anschließend mangelnde inhaltliche Tiefe und ein fast schon narzisstisches Auftreten vor. Klingt hart, bleibt aber nicht unwidersprochen.
Massive Kritik von allen Seiten
Lutz Liebscher von der SPD griff unterdessen die Motive der AfD frontal an: Anstatt Lösungen für die Alltagsprobleme der Menschen vorzuschlagen, inszeniere sich Höcke selbst. Sein Vorwurf: Das Ganze sei "Budenzauber" mit dem Ziel, Chaos zu stiften.
BSW-Fraktionschefin Sigrid Hupach erneuerte die klare Haltung, dass ihre Fraktion geschlossen gegen jegliche völkisch oder rassistisch geprägte Politik stimmen werde – und verwies auf Höckes fehlendes Problemlösungsprogramm für Thüringen.
Linke und Ministerpräsident ringen um ernsthafte Debatten
Christian Schaft von den Linken äußerte, dass der parlamentarische Alltag spürbar unter den immer neuen Misstrauensanträgen leide. Ministerpräsident Mario Voigt selbst griff in seiner Abschlussrede wieder das Persönliche und Politische auf: Er will sich nicht einschüchtern lassen und kritisierte die Versuche, seine Privatsphäre politisch auszuschlachten.
Plagiatsaffäre als Auslöser – und offene Fragen
Der Zündfunke fürs erneute Misstrauensvotum war die aberkannte Doktorarbeit von Voigt, dessen Titel ihm von der TU Chemnitz aberkannt wurde. Doch trotz der juristischen Auseinandersetzungen um Voigts akademischen Titel bleibt die politische Mehrheit eindeutig – vorerst. Spannend bleibt, wie lange noch.
Das Misstrauensvotum der AfD unter Björn Höcke gegen Ministerpräsident Mario Voigt im Thüringer Landtag ist klar gescheitert – Höcke erhielt nur 33 statt der erforderlichen 45 Stimmen.
Die Debatte um das Votum war von markigen Angriffen, insbesondere von Höcke selbst, begleitet und wurde von den anderen Parteien scharf kritisiert, wobei immer wieder der Vorwurf einer rein provokativen Inszenierung fiel. Hinter dem Antrag steckte auch die Plagiatsaffäre um Voigts Doktorarbeit, doch für eine politische Wende reichte das Thema hinten und vorne nicht – die Mehrheit bleibt, auch nach turbulenter Debatte, auf Voigts Seite.
Zusätzliche Rechercheergebnisse: Laut "taz" hat sich das Parlament nach dem geplatzten Misstrauensvotum wieder auf Sachpolitik konzentriert, wobei die Unsicherheiten rund um die Plagiatsaffäre für viele Thüringer aber weiterhin ein Thema sind (Quelle: taz.de). Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass sich die CDU trotz der Belastungen um Voigt geschlossen hinter ihren Ministerpräsidenten stellt und die AfD weiterhin isoliert bleibt (Quelle: sueddeutsche.de). Nach Informationen der "FAZ" sorgt das Verhalten der AfD im Landtag zunehmend für Frust bei den anderen Parteien, die sich handlungsunfähig fühlen, wenn immer wieder neue Anträge dieser Art für Unruhe sorgen (Quelle: faz.net).