Ärztemangel: Ärztepräsident kritisiert AfD für politische Vereinnahmung

vor 5 Minuten, dts-nachrichtenagentur.de

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, wirft der AfD vor, die Problematik des Ärztemangels sowie die Zuwanderung von Medizinern politisch auszuschlachten.

Zahnärzte (Archiv)
Zahnärzte (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Schon im ersten Satz – klar, man muss den Ärztemangel nicht dramatisieren, aber dass es in abgelegenen Gegenden tatsächlich schwieriger geworden ist, einen Termin beim Hausarzt zu bekommen, weiß vermutlich jeder, der mal im Dorf telefoniert hat.
Polarisierung in der Debatte
Trotzdem: Politische Angstmacherei, insbesondere im Vorwahlkampf, hilft kaum jemandem weiter – das meint auch Reinhardt, und klingt dabei sogar fast genervt. Er betont: Instrumentalisierungen, egal woher, erschweren die Lage eher. Die AfD hält jedoch an ihrem Schema fest und stilisiert die Ärztesituation auf dem Land als Schwerpunktthema für die anstehenden Wahlen im Osten.
Wahlkampf, Plakate & populistische Zuspitzung
Ein Beispiel? Die Forderung nach „Medizinstudenten statt Importärzte“. Reinhardt distanziert sich davon ziemlich deutlich: Solche Slogans würden der Realität schlicht nicht gerecht, denn ohne Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern wäre der Betrieb im deutschen Gesundheitswesen mancherorts wortwörtlich am Limit – oder schon drüber hinweg.
Abhängigkeit vom Ausland
Reinhardt macht keinen Hehl daraus, dass in vielen Kliniken, Rehazentren und auch in der ländlichen ambulanten Versorgung ausländisches Personal unentbehrlich ist. Welche Ironie. Gerade dort, wo die AfD besonders laut wird, sichern Mediziner aus verschiedenen Ländern tagtäglich die Versorgung.
Profis ohne Grenzen
Fast schon poetisch beschreibt Reinhardt die Medizin als internationale Disziplin, in der das Zusammenarbeiten über Staatsgrenzen hinweg selbstverständlich und bereichernd sei.

Davon profitiere letztlich jeder – Patient und System. Gleichzeitig brauche es zusätzliche Studienplätze und bessere Arbeitsbedingungen, damit Medizin in Deutschland zukunftsfest bleibt.
Neben den Fakten
Und wenn man ehrlich ist: Wer einmal nachts um drei im Krankenhaus auf einen diensthabenden Arzt gewartet hat, dem ist ziemlich egal, aus welchem Land das Diplom kommt. Entscheidend ist der Mensch, der da hilft – nicht seine Nationalität.
Die Debatte um den Ärztemangel erhält durch die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern eine neue Brisanz. Ärztepräsident Klaus Reinhardt spricht sich dabei deutlich gegen nationalistisch-populistische Parolen der AfD aus und betont, dass qualifizierte Mediziner aus dem Ausland das System stützen – gerade auf dem Land. Während Reinhardt mehr Studienplätze fordert, warnt er vor den Folgen einer Polarisierung: Wer den Ärztemangel politisch instrumentalisiert, verschärft das Problem letztlich für alle Beteiligten.

Laut aktuellen Medienanalysen verschärft sich der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen weiter; die Zahl der offenen Arztstellen steigt bundesweit, wie neue Berichte der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zeigen.

Zugleich betonen Studien, dass ohne ausländische Fachkräfte der Betrieb vieler Kliniken und Praxen bereits jetzt gefährdet wäre. Die Diskussion um Ursachen und Lösungen bleibt komplex, da Faktoren wie Arbeitsbelastung, Attraktivität des Berufs, und regionale Unterschiede die Entwicklung prägen.

Sowohl Reformen in der Ausbildung als auch verstärkte Integrationsmaßnahmen für ausländische Ärzte werden in Expertenkreisen diskutiert. Insgesamt raten medizinische Verbände zur Versachlichung und Offenheit – Vorurteile gegenüber "Importärzten" würden dem Ziel, eine stabile, qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen, entgegenstehen.

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