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Ai Weiwei weiter unter Beobachtung der chinesischen Behörden: Trotz seiner Freilassung aus der Haft steht der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei weiter unter strenger Beobachtung der Behörden. Nach der Rückkehr in sein Atelier am Rande von Peking sprach er am Donnerstag mit ausländischen Journalisten über seine neue Frisur und erklärte, wie glücklich er sei, wieder zu Hause zu sein.
Ai Weiwei weiter unter Beobachtung der chinesischen Behörden
am 23.06.2011 Trotz seiner Freilassung aus der Haft steht der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei weiter unter strenger Beobachtung der Behörden. Nach der Rückkehr in sein Atelier am Rande von Peking sprach er am Donnerstag mit ausländischen Journalisten über seine neue Frisur und erklärte, wie glücklich er sei, wieder zu Hause zu sein.
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Ai Weiwei weiter unter Beobachtung der chinesischen Behörden: Trotz seiner Freilassung aus der Haft steht der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei weiter unter strenger Beobachtung der Behörden. Nach der Rückkehr in sein Atelier am Rande von Peking sprach er am Donnerstag mit ausländischen Journalisten über seine neue Frisur und erklärte, wie glücklich er sei, wieder zu Hause zu sein.
Peking (dapd). Über die Zeit seiner fast dreimonatigen Haft darf er eigenen Angaben zufolge jedoch nichts berichten. Wie das Außenministerium mitteilte, darf Ai zudem ein Jahr lang Peking nicht verlassen.
'Ich habe meine Haare schneiden lassen, um wieder lebendiger auszusehen', sagte der 54-jährige Künstler am Tag nach seiner Freilassung. Im Gespräch mit Journalisten vor der Tür zu seinem Atelier trug der Künstler ein T-Shirt, auf dem sein eigener Name in großen schwarzen Buchstaben aufgedruckt war.
Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums erklärte, der Künstler habe zugegeben, 'gewaltige Summen' an Steuern hinterzogen und entsprechende Dokumente vernichtet zu haben. Ai habe aber zugestimmt, seine Steuerschulden zu begleichen, hieß es weiter.
Anhänger des Künstlers werfen der Regierung vor, die angeblichen Steuerschulden nur als Vorwand benutzt zu haben. Ais Verhaftung sei 'politisch motiviert, genau wie seine Freilassung', sagte der chinesische Jurist und Menschenrechtsaktivist Pu Zhiqiang. 'In Wahrheit hat das alles nichts mit dem Gesetz zu tun.' Vor dem Haus des Regimekritikers versammelten sich am Donnerstag trotz großer Polizeipräsenz mehrere Unterstützer Ais. Zwei von ihnen hielten Schilder hoch, auf denen auf Englisch und auf Chinesisch 'Wir lieben dich Ai Weiwei' stand.
Freilassung wegen 'guter Haltung'
Der Künstler kam am Mittwoch nach knapp drei Monaten Haft wieder auf freien Fuß. In einem kurzen Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua hieß es, Ai habe eine 'gute Haltung' an den Tag gelegt, indem er 'seine Verbrechen' gestanden habe. Eine formelle Anklage gegen Ai war von den chinesischen Behörden nie bekannt gegeben worden.
Durch seine Festnahme am 3. April am Flughafen von Peking wurde Ai zum bekanntesten Opfer eines verstärkten Vorgehens der chinesischen Regierung gegen Dissidenten. Der Künstler wurde inmitten einer Verhaftungswelle in Gewahrsam genommen, die im Februar begann, nachdem es im Internet Aufrufe zu Protesten im Stil der Demonstrationen in Nahost und Nordafrika gegeben hatte.
China will sich eines brisanten Themas entledigen
Experten gehen davon aus, dass die ersten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen kommende Woche in Berlin der Hauptgrund für die Freilassung des Künstlers Ai Weiwei. So nehme China ein brisantes Thema vom Tisch, sagte der Forschungsdirektor der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), Eberhard Sandschneider, am Donnerstag im dapd-Interview. Ähnlich äußerte sich der Sinologe Tilman Spengler. Die Zukunft Ais könnte dennoch Thema bei dem Treffen am 27. und 28. Juni werden.Im April war der Künstler als Gastprofessor an die Universität der Künste (UdK) in Berlin berufen worden.
Sandschneider sagte, es könne sein, dass die Gastprofessur Ai Weiweis auch ein Thema der Regierungskonsultationen werde. 'Da könnte ja die Frage gestellt werden, wann er diese Gastprofessur antreten kann. Das wäre dann die indirekte Frage nach der Ausreiseerlaubnis.' UdK-Präsident Martin Rennert forderte, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse den Fall ansprechen. Diese Bitte habe er in einem Brief an Merkel und an Außenminister Guido Westerwelle (FDP) geäußert. 'Von mir aus könnte Ai bei uns sofort beginnen', sagte Rennert.
Sandschneider rechnet nicht mit weiteren Haftentlassungen
In der Freilassung Ais sieht Sandschneider nur einen Einzelfall. 'Bei allen anderen Inhaftierten würden die Chinesen reagieren mit dem Hinweis, dass diese nach geltendem chinesischen Recht verurteilt sind', sagte er. Die internationalen Proteste hätten auf die Freilassung jedenfalls keinen Einfluss gehabt, sagte der Politikwissenschaftler, der auch an der Freien Universität Berlin lehrt. Darauf reagiere die chinesische Führung nie, zumindest nicht direkt erkennbar.
Nach Einschätzung des Publizisten Spengler will China mit der Freilassung Ai Weiweis sein Gesicht wahren. Vor den Regierungskonsultationen solle so Dampf rausgenommen werden, sagte der Sinologe im Deutschlandradio Kultur. Ihm war Ende März die Einreise nach China zur Eröffnung der deutschen Ausstellung 'Kunst der Aufklärung' in Peking verboten worden.
Goethe-Institut kritisiert China
Das Goethe-Institut kritisierte Chinas Vorgehen. 'Die Art und Weise, wie der Künstler verhaftet wurde und keine Informationen über seinen Aufenthaltsort und sein mögliches Vergehen über die lange Zeit gegeben wurden, war ein inakzeptables Vorgehen und entspricht auch nicht der chinesischen Rechtslage', sagte Präsident Klaus-Dieter Lehmann.
Der Deutsche Kulturrat kritisierte dagegen das Agieren der Bundesregierung. 'Die von Deutschland finanzierte und von deutschen Museumsleitern kuratierte Großausstellung 'Kunst der Aufklärung' in Peking ist trotz der willkürlichen Verhaftung von Ai Weiwei ungerührt weitergelaufen', monierte Geschäftsführer Olaf Zimmermann. Es sei 'business as usual im Zeichen der Aufklärung' betrieben worden.
Die vom Auswärtigen Amt mit 6,6 Millionen Euro finanzierte Ausstellung der Staatlichen Museen von Berlin, Dresden und München war zwei Tage vor der Verhaftung Ai Weiweis eröffnet worden. Zahlreiche Politiker und Kulturinteressierte hatten den Abbruch der Ausstellung gefordert.
Der in Peking lebende Künstler Li Hui zeigte sich froh über die Freilassung seines Kollegen. 'Ich bin glücklich, dass Ai Weiwei seine Arbeit fortsetzen kann. Und ich bin gespannt, wie seine kommenden Werke aussehen werden', sagte der 1977 geborene Li am Rande einer Ausstellungseröffnung in Berlin.
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