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15 000 Demonstranten vor AKW Biblis: Tausende Demonstranten haben am Samstag Deutschlands ältestes Kernkraftwerk im südhessischen Biblis mit einer vier Kilometer langen Menschenkette umzingelt. Mit der Aktion erinnerte die Anti-Atomkraft-Bewegung kurz nach dem Wiederanlaufen des Meilers Biblis A an den Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 24. April 1986. - zum Verkleinern klicken Bild: © ddp.de Vergrößern 15 000 Demonstranten vor AKW Biblis: Tausende Demonstranten haben am Samstag Deutschlands ältestes Kernkraftwerk im südhessischen Biblis mit einer vier Kilometer langen Menschenkette umzingelt. Mit der Aktion erinnerte die Anti-Atomkraft-Bewegung kurz nach dem Wiederanlaufen des Meilers Biblis A an den Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 24. April 1986.

15 000 Demonstranten vor AKW Biblis

am 25.04.2010 Tausende Demonstranten haben am Samstag Deutschlands ältestes Kernkraftwerk im südhessischen Biblis mit einer vier Kilometer langen Menschenkette umzingelt. Mit der Aktion erinnerte die Anti-Atomkraft-Bewegung kurz nach dem Wiederanlaufen des Meilers Biblis A an den Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 24. April 1986.
15 000 Demonstranten vor AKW Biblis: Tausende Demonstranten haben am Samstag Deutschlands ältestes Kernkraftwerk im südhessischen Biblis mit einer vier Kilometer langen Menschenkette umzingelt. Mit der Aktion erinnerte die Anti-Atomkraft-Bewegung kurz nach dem Wiederanlaufen des Meilers Biblis A an den Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 24. April 1986. - zum Verkleinern klicken
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15 000 Demonstranten vor AKW Biblis: Tausende Demonstranten haben am Samstag Deutschlands ältestes Kernkraftwerk im südhessischen Biblis mit einer vier Kilometer langen Menschenkette umzingelt. Mit der Aktion erinnerte die Anti-Atomkraft-Bewegung kurz nach dem Wiederanlaufen des Meilers Biblis A an den Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 24. April 1986.

Auch die Pläne der schwarz-gelben Regierungskoalition in Berlin, die Laufzeiten der AKW zu verlängern, wurden bei der Kundgebung vor dem Kernkraftwerk heftig kritisiert. Zum Abschluss ließen sich alle Demonstranten bei einem so genannten «Die-In» symbolisch wie tot umfallen.

Zu der Demonstration, die nach Polizeiangaben friedlich verlief, hatten sowohl lokale als auch überregionale Umweltgruppen wie der BUND aufgerufen. Die Veranstalter sprachen zunächst von 20 000 Teilnehmern, korrigierten die Zahl aber später auf 15 000. Die Polizei meldete gut 10 000 Demonstranten.

Rund 120 000 Menschen stellten sich zeitgleich zu einer 120 Kilometer langen Menschenkette zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg auf. Die Kette verband die zurzeit abgeschalteten Atomkraftwerke in Brunsbüttel und Krümmel. Es waren nach Angaben der Veranstalter die größten Anti-Atom-Demonstrationen in der Geschichte der Bundesrepublik.

Michael Wilk vom Arbeitskreis Umwelt Wiesbaden stellte klar, dass es nicht darum gehe, ein oder zwei Meiler in nächster Zeit abzuschalten und dann weitere Kraftwerke zu betreiben. «Es geht uns um die sofortige Abschaltung», sagte der Mediziner. Seit dem das AKW in Biblis 1975 ans Netz gegangen sei, habe es über 800 meldepflichtige Störfälle gegeben, darunter einen Beinahe-GAU im Jahr 1987. Das spreche für sich. «Das Ding muss abgeschaltet werden und zwar schnell», sagte Wilk unter großem Applaus.

Aufgrund der Unfallgefahr und der ungeklärten Frage nach der Endlagerung von Atommüll bezeichnete der Umweltschützer den Betrieb der Kraftwerke als Körperverletzung, die vom Staat geschützt werde. «Wer die Risiken kleinredet, der handelt kriminell.»

Außerdem kritisierte Wilk den im Jahr 2000 ausgehandelten Atomkonsens zwischen der damaligen rot-grünen Regierung und den Energiebetreibern. Damals sei die Politik der Atomindustrie zu weit entgegengekommen. «Was wir heute erleben, ist das Ergebnis des faulen Atomkompromisses». Es zeige sich, dass nur der Druck von der Straße eine Chance biete, aus der Atomkraft auszusteigen.

Die hessischen Grünen werteten die Umzingelung des Reaktors als «riesengroßen Erfolg». Die hohe Teilnehmerzahl «zeigt, wie viele Menschen die Abschaltung dieses Schrottreaktors wollen», teilten die Landesvorsitzenden Tarek Al-Wazir und Kordula Schulz-Asche mit. «Den heutigen Tag sollten Angela Merkel und Roland Koch sich sehr genau merken.»

Die SPD-Politikerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, die von 1998 bis 2009 Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung war, demonstrierte ebenfalls in Biblis. Sie sagte der Nachrichtenagentur ddp, der Konsens sei richtig gewesen. «Allerdings will die jetzige Bundesregierung in Berlin diesen Schritt wieder rückgängig machen. Das halte ich für fatal», sagte sie.

Auch der hessische SPD-Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel kritisierte die Atompolitik von Schwarz-Gelb. Mit Blick auf die Landesregierung unter Roland Koch (CDU) sage er, es sei bedenklich, dass sie sich voll hinter die Strategie des Kernkraftbetreibers RWE stelle.

«Dass heute so viele Menschen heute nach Biblis gekommen sind, ist ein starkes Zeichen gegen die Sackgassentechnologie Atomkraft und für die vertraglich vereinbarte Stilllegung des Kraftwerks Biblis», sagte Schäfer-Gümbel. Im Fall Biblis entscheide sich die Vertragstreue einer ganzen Industrie, da Block A laut Atomkonsens in den kommenden Monaten vom Netz gehen müsse. Die große Beteiligung an der Protestaktion mache deutlich, «dass die Menschen den Ausstieg aus der gefährlichen Atomenergie wollen», sagte Schäfer-Gümbel.

Biblis (ddp-hes)





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