17.10.2020 - 15:13 Uhr

Heizpilze sollen die Gastronomie über die kalte Jahreszeit bringen

Politiker aus allen Parteien wollen den Einsatz von Heizpilzen in der Gastronomie erlauben. Aktuell ist der Verwendung teilweise verboten.

Thomas Bareiß (CDU), Mittelstandsbeauftragtet der Bundesregierung, will die Außengastronomie auch im Herbst und Winter ermöglichen. Gegenüber dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe) sieht er dies als einen Teil der Lösung für die um ihre Existenz kämpfenden gastronomischen Betriebe. Dabei geht es Bareiß nicht nur um das Ermöglichen des Einsatzes von Heizpilzen. Über die laufenden Überbrückungshilfen II unterstütze der Staat sogar die Anschaffung der Geräte.

Der CDU-Politiker sieht darin die Möglichkeit, einer Branche zu helfen, die aktuell schwer unter Druck steht. Den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie müsse durch pragmatische Lösungsansätze begegnet werden. Bareiß, der Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium ist, sieht darin den richtigen Ansatz und warnt vor ideologisch geprägten Scheindebatten. Diese sind von den Grünen nicht zu befürchten, wie deren Wirtschaftsfachmann Dieter Janecek im "Handelsblatt" zeigte. Er befürworte den Einsatz von Heizpilzen eigentlich nicht, aber eine Pandemie setze andere Prioritäten. Damit begründete er die Haltung der Grünen, für die Aussetzung des Verbotes der Heizpilze zu plädieren. Auch er forderte eine pragmatische Lösung, um Gaststätten und Kulturbetriebe zu retten. Dies sei dringend geboten, weil sonst bei steigenden Infektionszahlen "eine massive Pleitewelle" drohe. Janecek verdeutlichte, dass es keine Alternative zur Bewirtung im Freien gibt. Wenn sich Gäste dicht gedrängt in Innenräumen aufhielten, sei damit niemandem geholfen. In dieser herausfordernden Zeit müsse ermöglicht werden, sich im Freien zu treffen. Dadurch ließe sich das Infektionsrisiko deutlich senken. Der SPD-Fraktionschef in Schleswig-Holstein begrüßt den Vorschlag auch, warnt aber gleichzeitig vor überzogenen Erwartungen. Heizpilze werden nur einen überschaubaren Beitrag leisten können, um die Lage der Gastronomie zu stabilisieren. Generell sei er aber dafür, Maßnahmen zu ergreifen, welche der kriselnden Branche helfen und gleichzeitig die Infektionsrisiken nicht erhöhen.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, berufstouri