07.05.2021 - 08:56 Uhr

Fahrzeuginstandhaltung: Selbst Hand anlegen oder den Profi ins Boot holen?

Die einen haben den Fahrzeug-Frühjahrscheck nach der alten Regel „von O bis O“ bereits zu Ostern absolviert – ohne dass der Wetterbericht grünes Licht für den Umstieg auf Sommerreifen gegeben hat. Andere wiederum wägen ab, wann welche Maßnahmen am Auto durchzuführen sind. Neu ist, dass immer häufiger das Frühjahrs-Fresh-Up aus der Hand gegeben wird. Doch warum? Viele scheuen den Aufwand, der mit dem Umrüsten des Fahrzeugs auf den Sommerbetrieb einhergeht, andere wiederum sorgen sich um ihre eigenen Fähigkeiten, die nicht mit der zunehmenden Technisierung der Fahrzeuge mithalten können. Was zu tun ist, inwiefern die Technik hilft und was es kostet, diese Aufgaben aus der Hand zu geben, verrät der folgende Beitrag.

Abbildung 1: Den klassischen Reifenwechsel können viele Autofahrer selbst erledigen. Zum Wuchten und Anlernen der Reifen ist dann jedoch ein Besuch in der Werkstatt nötig.

Räder wechseln – ist doch gar nicht schwer, oder?

 

Der Reifenwechsel an sich ist sicherlich machbar. Schließlich haben die meisten Autofahrer sich zumindest irgendwann einmal daran versucht, den Reifen zu wechseln – und wenn es auch nur deswegen war, um darauf vorbereitet zu sein, dass man(n) sich im Falle eines Platten helfen kann. Was hilfreich und hinderlich zugleich ist, ist die Technik, die mittlerweile mit dem Reifenwechsel verbunden ist.

Die Vorteile: Moderne Fahrzeuge melden sich, wenn etwas an den Reifen nicht passt. Das heißt, dass sie auch rechtzeitig melden würden, wenn ein Reifen Luft verliert. So kann zumindest der schleichende Plattfuß verhindert werden.

Die Nachteile: So manch ein Fahrzeug erlaubt zwar das Reifenwechseln durch den „Laien“. Allerdings braucht es dann wiederum Technik, um das Fahrzeug auf die neuen Reifen „anzulernen“. Wer nicht über ein entsprechenden Gerät verfügt (Kostenfaktor: 30 bis 80 Euro), muss also doch wieder in die Werkstatt fahren.

Die Kosten: Je nach Werkstatt liegen die Kosten für den Reifenwechsel zwischen 20 und 40 Euro. Unterschiedliche Preise und auch höhere Preise sind möglich, wenn die Räder gewuchtet werden müssen sowie in Abhängigkeit von der Größe des Rades. Das bedeutet auch, dass der Reifenwechsel in Bayern teurer werden könnte, denn dort sind die Fahrzeuge mit den größten Reifen unterwegs. Zudem gilt: Der Reifenwechsel von Fremdreifen ist eher unbeliebt. Wer mit Billigreifen aus dem Internet zum Reifenhändler fährt, muss mit Zusatzgebühren rechnen.

Der Ölwechsel ist Standard – doch kann das jeder?

Das Grundprinzip des Ölwechsel ist simpel: Das alte Öl muss abgelassen werden. Spezielle Bauteile, die mit dem Öl in Verbindung stehen, wie etwa der Ölfilter, müssen getauscht werden. Anschließend gilt es wieder frisches Öl einzufüllen. Um diese Maßnahnahmen durchführen zu können, ist vor allem viel Detailwissen gefragt, wenn es um die Passgenauigkeit von Ölfilter und Öl zum Fahrzeug geht. Passende Ölfilter kaufen diejenigen, die selbst den Ölwechsel durchführen, meist online. Dort gibt es mitunter auch das passende Öl fürs Fahrzeug dazu. Problematisch könnte jedoch die Altölentsorgung sein. 

 

Abbildung 2: Wer sich nicht vor dieser schmierigen Aufgabe scheut, spart beim Ölwechseln viel Geld – und zwar sowohl Materialkosten als auch an Arbeitszeit, die in der Werkstatt natürlich teurer ist.

 

Die Vorteile: Moderne Fahrzeuge sind so programmiert, dass sie nach einer bestimmten Laufleistung den Fahrer quasi automatisch daran erinnern, dass das Öl gewechselt werden muss. Je nach Motor sollte das Öl nach 15.000 bis 17.000 Kilometern gewechselt werden.

Die Nachteile: Der Ölwechsel ist keine schwierige, wohl aber eine schmierige Aufgabe, die rund ums Auto ansteht. Wer das Öl selbstständig wechseln möchte, muss die Position der Ölablassschraube kennen. Im besten Fall ist zum Lösen kein besonderes Werkzeug nötig. Allerdings ist eine Ölablasswanne hilfreich. Auch ein entsprechendes Gefäß fürs Altöl ist nötig. Besonders einfach ist diese Aufgabe zu bewerkstelligen, wenn das Auto auf der Hebebühne steht oder auf einer Grube.

Die Kosten: Wer den Ölwechsel in Eigenregie durchführt, der kann beim Einkauf von Ölfilter und Öl sowie natürlich bei den Arbeitskosten sparen. So kann sich der Ölwechsel in Eigenregie im besten Fall auf fünf bis 30 Euro Materialkosten belaufen. Der Ölwechsel in der Werkstatt wird allein schon aufgrund der anfallenden Arbeitskosten teurer. Für einen einfachen Ölwechsel ohne Spülung fallen in der Regel zehn bis 30 Euro an Arbeitskosten an plus 15 bis 50 Euro an Materialkosten. Mit Spülung, dem Wechsel des Ölfilters und dem Reinigungsfluid können sich die Gesamtkosten eines Ölwechsels beim Schaltgetriebe auf knapp 400 Euro belaufen. Ein Automatikgetriebe diesem Prozedere zu unterziehen, könnte noch einmal teurer werden.

Abbildung 3: Eine professionelle Fahrzeugreinigung kann den Wert des Fahrzeugs deutlich steigern, kostet aber auch einige hundert Euro.

Die Fahrzeugreinigung vom Profi bedingt eine Wertsteigerung

 

Eines ist ganz klar: Die regelmäßige Innen- und Außenreinigung eines Fahrzeugs hält das Fahrzeug nicht nur hübsch und ansehnlich, sondern auch hygienisch rein. Die Klassiker der Fahrzeugreinigung – das Abstauben, Aussaugen, Waschen und ggf. Polieren können viele Fahrzeughalter in Eigenregie selbst erledigen. Die professionelle Fahrzeugreinigung hingegen würde sogar mit einer Wertsteigerung einhergehen.

Die Vorteile: Selbst modernste Fahrzeuge melden nicht, dass sie verdreckt sind und gereinigt werden möchten. Wohl aber machen sich verstopfte und überfüllte Filter im Innenraum bemerkbar, denn sie verrichten letztlich nicht ihren Dienst. Was moderne Fahrzeuge melden ist die Tatsache, dass eine Inspektion ansteht – und dabei sollten auch die Innenraumfilter gewechselt werden.

Die Nachteile: Während der Wechsel der Innenraumfilter noch vergleichsweise schnell und einfach zu bewerkstelligen ist, haben Fahrzeugaufbereiter und Polierer Spezialequipment, dessen Funktionen kaum eine Privatperson nachahmen kann.

Die Kosten: Die Kosten für die Fahrzeugpflege variieren je nach Fahrzeugtyp. Eine klassische Innenraumreinigung liegt bei etwa 40 Euro. Dabei wird das Fahrzeug ausgesaugt und mit Cockpitpflege sowie mit Glasreiniger bearbeitet. Eine spezielle Lederpflege der Sitze könnte mit 45 Euro zu Buche schlagen. Weitere Spezialverfahren, wie beispielsweise die Nass- und Trockenreinigung und eine Imprägnierung kosten ab 120 Euro aufwärts. Die Kosten für die Außenreinigung liegen übrigens deutlich darüber. Eine umfassende Außenreinigung liegt bei Kosten ab 35 Euro. Die Lackaufbereitung kann 170 Euro und mehr kosten.