28.03.2020 - 17:12 Uhr

Russland und Ukraine: Verdacht auf Wettmanipulationen im Fußball

Ermittlungen wegen des Verdachts auf möglicherweise schwere Wettmanipulationen bei ukrainischen und russischen Fußballspielen.

Die Tageszeitung „Welt“ berichtet in ihrer Montagsausgabe, dass Betrüger die schwer überschaubare Lage während der Corona-Krise für Wettmanipulationen genutzt hätten. Es seien hohe Beträge gesetzt worden.

Der Vorsitzende der Ethik-Kommission des ukrainischen Fußballverbands, der Italiener Francesco Baranca, hat laut Bericht der „Welt“ die fragwürdigen Vorgänge bestätigt. Der Fußballverband der Ukraine sei in Kontakt mit den Ermittlern aus Kiew. Derzeit werde eine entsprechende Strafanzeige vorbereitet.

Die von den mutmaßlichen Wettmanipulationen betroffenen Fußballspiele sind wohl nicht regulär durchgeführt worden. Vielmehr fanden die Partien gar nicht erst statt oder sie erfolgten als Inszenierung mit dem gewünschten Ergebnis, so der Medienbericht.

Der Vorsitzende der ukrainischen Ethik-Kommission erkennt Zusammenhänge zwischen den Manipulationsvorgängen und der Corona-Krise, die zur globalen Untersagung von Sportgroßveranstaltungen führte. Als Folge dieser Verbote ruht auch in der Ukraine der Spielbetrieb – so wie auch in den anderen Fußballligen Europas. Francesco Baranca glaubt, dass die Manipulatoren von Fußballspielen aufgrund der geringen Anzahl tatsächlich durchgeführter Partien weltweit und mit System „Fake-Spiele“ inszenieren. Der Schwerpunkt dieser Fake-Spiele liege in der Ukraine und in Russland.

Unter Manipulationsverdacht stünden, so Baranca, mehrere Dutzend Spiele. Das Volumen des Betrugs sei „apokalyptisch“. Etwas Derartiges habe er noch niemals erlebt, meint der Vorsitzende der Ethik-Kommission des Fußballverbands der Ukraine.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, A. Camus