16.01.2020 - 17:06 Uhr

SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach kritisiert Entscheidung des Bundestags zur Organspende

Berlin - Nach der Entscheidung des Bundestags zur Neuregelung von Organspenden zeigt sich der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach enttäuscht. "Das ist eine verlorene Möglichkeit", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete am Donnerstag im ARD-Mittagsmagazin. "Ich setze mich seit zehn Jahren für ...

Berlin - Nach der Entscheidung des Bundestags zur Neuregelung von Organspenden zeigt sich der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach enttäuscht. "Das ist eine verlorene Möglichkeit", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete am Donnerstag im ARD-Mittagsmagazin. "Ich setze mich seit zehn Jahren für die Widerspruchslösung ein, so knapp wie jetzt haben wir noch nie verloren", so Lauterbach weiter.

Lauterbach hatte die sogenannte Widerspruchslösung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) unterstützt, bei der grundsätzlich jeder Bürger ab 16 Jahren Organspender gewesen wäre. Der Bundestag hat diesen Gesetzentwurf mit 379 Nein-Stimmen bei 292-Ja-Stimmen abgelehnt. "Das ist eine Enttäuschung für diejenigen, die in Zukunft ein Organ brauchen werden", sagt Lauterbach.

Den nun beschlossenen Gesetzentwurf einer Gruppe um Grünen-Chefin Annalena Baerbock sieht Lauterbach kritisch: "Mit dem, was heute beschlossen wurde, wird sich nicht viel ändern", so Lauterbach. Der Entwurf sieht vor, dass Bürger künftig stärker für Organspende sensibilisiert werden, etwa bei Behördengängen. Dazu sagt Lauterbach: "Ich kenne wenige, die anlässlich eines Ausweis-Ganges über die Organspende reden oder nachdenken wollen. Die letzten Ausweise, die jetzt erteilt werden, sind zehn Jahre gültig. Und die 4,7 Millionen EU-Ausländer, die gar keinen Ausweis in Deutschland benötigen, fallen ganz weg."

Der SPD-Gesundheitsexperte geht davon aus, dass in wenigen Jahren erneut über die Organspende diskutiert werden muss. "Wir debattieren das im Bundestag immer aus der Perspektive desjenigen, der sich am meisten über das Thema der persönlichen Selbstbestimmung profilieren will, nicht aus Sicht des Patienten oder des Arztes. Hier ist heute das Recht verteidigt worden, dass ich zwar Organe will, wenn ich sie benötige, aber selbst nicht bereit bin, je zu widersprechen, wenn ich nicht spenden will. Das ist aus meiner Sicht keine haltbare Position."

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