14.03.2019 - 22:16 Uhr

Rheinische Post: Kommentar: Orbán ist nicht Ungarn

Düsseldorf - Ohne Ungarn hätte es die Wiedervereinigung, jenes glücklichste aller Ereignisse, nie gegeben. Es waren die Ungarn, die im September 1989 die Grenzen für DDR-Flüchtlinge öffneten und das Ende des Zwangsregimes einläuteten. Es waren mutige Bürgerrechtler und kühne ...

Düsseldorf - Ohne Ungarn hätte es die Wiedervereinigung, jenes glücklichste aller Ereignisse, nie gegeben. Es waren die Ungarn, die im September 1989 die Grenzen für DDR-Flüchtlinge öffneten und das Ende des Zwangsregimes einläuteten. Es waren mutige Bürgerrechtler und kühne Reformer in Ungarn, die Deutschland zur Seite standen, als es darauf ankam, etwa beim legendären Friedenspicknick in Sopron. Immer wieder waren es die Ungarn, die die europäische Idee vorantrieben. Die Donau ist ein europäischer Fluss, die Stephanskrone ein Symbol Europas, pflegte Helmut Kohl zu sagen. All dies sollte man im Hinterkopf haben, wenn man jetzt über den nationalistischen Kurs von Ministerpräsident Orbán diskutiert. Orbán ist nicht Ungarn. Man muss ihm die Gelegenheiten nehmen, das Land weiter zu spalten. Orbán hat sich für seine Anti-Europa-Rhetorik entschuldigt, die EVP sollte die Entschuldigung annehmen. Der Kontinent braucht keine weiteren Märtyrer am rechten Rand, die sich als Opfer Brüssels inszenieren. Ungarn gehört als freiheitlicher Rechtsstaat zu Europa. Trotz Orbán.

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