12.12.2020 - 05:53 Uhr

Boris Palmer sagte, dass ein bundesweiter harter Lockdown vermeidbar gewesen wäre

Der Oberbürgermeister von Tübingen Boris Palmer hat im Hinblick auf einen bevorstehenden harten und bundesweiten Lockdown die Covid-19-Politik von Bund und Ländern kritisiert.

Der "Passauer Neuen Presse" für die Ausgabe am Samstag, 12. Dezember 2020, sagte Boris Palmer, dass dies alles hätte vermieden werden können, wenn frühzeitig auf der Risikogruppen gesetzt und insbesondere die Bedenken in Bezug auf den Schutz der Daten über "Bord geworfen" worden wären.

Die Handys würden zwar wissen, wo man sich anstecke, aber dass darauf niemand zugreifen könne, sei skandalös. Die Covid-19-App würde zwar die Daten schützen, jedoch nicht vor dem Virus. Gemäß dem Politiker der Grünen ist dies vor einem halben Jahr eine gravierende Fehlentscheidung gewesen, sodass sich jetzt der harte Lockdown nicht mehr vermeiden lasse, denn anderenfalls würde man an die Grenzen des Gesundheitssystems kommen. Boris Palmer hält den derzeitigen Teil-Lockdown für einen Fehler und sagte, Gastronomie, Hotellerie und Kultur, welche keine Treiber der Pandemie seien, sind geschlossen worden. Es sei abstrus gewesen, zu hoffen, dass damit die Zahl der Infektionen sinken würden.

Der Oberbürgermeister von Tübingen hat sich für deutlich mehr Covid-19-Tests ausgesprochen und erklärte, insbesondere diejenigen ohne Symptome seien die Überträger, jedoch wüssten diese nicht, dass sie das Virus verbreiten würden und aus diesem Grund müsse, besonders in kritischen Situationen, mehr getestet werden, sagte Boris Palmer besonders mit dem Blick auf die Altenheime. Schnelltests würde es genügend geben und bei ihnen werde auf dem Marktplatz getestet. Damit könne unmittelbar vor einem Besuch bei betagten Verwandten sichergestellt werden, dass diesen nicht "der Tod gebracht werde". Zur Freude will das Baden-Württemberg das System aus Tübingen übernehmen.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, Ever True Smile