29.01.2021 - 15:00 Uhr

Für viele Spielbanken war 2020 kein gutes Jahr

2020 war aus allseits bekannten Gründen kein einfaches Jahr für den Tourismus, für viele Dienstleister und für Entertainment-Anbieter.

Das gilt auch für die meisten Spielbanken und nahezu jedes Casino in Deutschland: bisweilen online, aber wohl noch sehr viel mehr offline. Weltweit erwartet Casinos laut einer Studie aus Mitte des vergangenen Jahres ein Umsatzrückgang um 10,8 Prozent im Jahr 2020. Wie sich dagegen der Online-Glücksspielsektor entwickelt, bleibt abzuwarten. Bisher kann man wohl nur eins mit Bestimmtheit sagen: Es könnte spannend werden.

 
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Große Casinos mit großen Problemen

Die eingangs erwähnte Studie stammt von den in Irland sitzenden Marktforschern des Unternehmens Research and Markets. Der Studie zufolge sind Offline-Casinos nach wie vor für fast Dreiviertel der Umsätze im Glücksspielsektor verantwortlich. Notwendig gewordene Schließungen haben sich - so die Studie - 2020 negativ auf die Umsätze und die Rentabilität dieser Häuser ausgewirkt. Sichtbar wird das beispielsweise an Orten wie Las Vegas und Macau. Einige der großen Casinos in Macau, die früher zahlreiche Besucher angezogen haben, sind auch nach einer vorsichtigen Öffnung noch lange nicht auf dem alten Stand. Ihr Umsatz bleibt gering.

Onlinecasinos scheint es besser zu gehen, heißt es in der Präsentation zur Studie. Das gilt, obwohl sich das frei verfügbare Geld bei einer Reihe potenzieller Kunden reduziert hat. Ein Problem bleibt in einigen Ländern die rechtliche Situation. So ist das Glücksspiel im Internet in vielen Teilen der USA nach wie vor illegal. In Deutschland ist dagegen mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag, der ab Mitte 2021 gelten soll, ein rechtlicher Rahmen möglich geworden, der lizenzierten Anbietern im Internet ein legales Angebot ermöglicht. Aktuell gelten jedoch Übergangsregeln und noch ist nicht völlig klar, ob der Staatsvertrag tatsächlich die für ihn notwendigen Mehrheiten erzielt.

Diverse viele deutsche Spielbanken stehen vor Problemen

Die Konkurrenz aus dem Internet, notwendig gewordene vorübergehende Schließungen: Wie diverse Spielbanken in anderen Teilen der Welt kämpft auch so manche deutsche Spielbank derzeit mit argen Problemen. So meldete die Zeitung Merkur am 20. Januar für das Geschäftsjahr 2020 des Casinos in Garmisch-Spartenkirchen einen um 31 Prozent abgesackten Bruttospielertrag von rund 7,8 Millionen Euro. Nimmt man alle Casinos in staatlicher Trägerschaft zusammen, soll der Rückgang des Bruttospielertrags 2020 in Bayern bei 34 Prozent gelegen haben, sodass 57 Millionen Euro erreicht wurden. Die Zahl der Besucher reduzierte sich um 50 Prozent. Es ist wahrscheinlich, dass es diversen Spielbanken in anderen Bundesländern nicht viel besser geht.

 
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Für die Autorinnen und Autoren der Studie von Research and Markets ist eins gewiss: Eine Normalisierung ihrer Geschäfte ist für die offline agierenden Spielbanken und Casinos weltweit erst wieder möglich, wenn Hindernisse für den Tourismus aus dem Weg geräumt sind. 2020 hat es nicht wenige davon gegeben. Nichtsdestotrotz prognostiziert Research and Markets für 2027 einen Umsatz von 159,3 Milliarden US-Dollar auf dem weltweiten Glücksspielmarkt. Das entspräche einer Wachstumsrate von 3,7 Prozent. Offlinecasinos können laut der Studie mit einer Wachstumsrate von 3,4 Prozent bis zum Ende des Analysezeitraums rechnen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit auch deutsche Spielbanken ein Plus erzielen. 2019 war jedenfalls kein schlechtes Jahr für sie. Der deutsche Spielbankenverband verzeichnete für die staatlich konzessionierten Spielbanken im Jahr 2019 ein gutes Umsatzplus von 25,6 Prozent auf 860,263 Millionen Euro. Es wird abzuwarten sein, ob der Umsatz in Zukunft wieder dort anknüpfen kann.

Innovationen können einen Schub bringen

Wie geht es mit den Onlineanbietern in dem Sektor weiter? Research and Markets sieht auch hier zumindest Licht am Horizont. Die weitere Verbreitung mobiler Geräte sowie die Weiterentwicklung von Apps, mit denen man mobil auf Angebote zugreifen kann, könnten für die Anbieter positive Faktoren sein. Diejenigen Anbieter, die sich eine deutsche Lizenz sichern können, dürften in Deutschland zudem in den Genuss eines rechtlich abgesicherten Spielbetriebs kommen. Für die Zukunftsplanung ist das ohne Zweifel vorteilhaft. Gute Zeiten für die Branche? Goldmedia prognostizierte dem Online-Casino-Markt in Deutschland 2020 ein Anstieg der Spielerträge von 2,2 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf 3,3 Milliarden im Jahr 2024. Möglicherweise stellt sich diese Prognose ja trotz diverser Schwierigkeiten am Ende als wahr heraus?